Franziska Jagoda | Alexander Hochmuth

Telecare

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Franziska Jagoda | Alexander Hochmuth

Neue palliativ-telepflegerischeVersorgungskonzepte

Digitale Gesundheitstechnologien sind heute auch Teil von Hospizarbeit und Palliativversorgung. Sie unterstützen die Kommunikation, ein effektives Symptommanagement und ermöglichen telepflegerische Versorgungskonzepte in virtuellen Hospizen. Aber welchen Einfluss haben die neuen digitalen Angebote auf die Gestaltung von Beziehungen in der Palliativpflege?

Ein Rollator, der das Bewegungsverhalten analysiert, ein Roboter, der das Essen und Trinken anreichen kann, eine Videokonferenz mit dem Hausarzt und Familienangehörigen oder ein digitales Schmerzmanagement mit vernetzten Infusionssystemen: Digitale Gesundheitstechnologien erleichtern und bestimmen zunehmend den palliativ-pflegerischen Alltag. Dabei ist der Einsatz von digitalen Gesundheitstechnologien mit großen gesellschaftlichen Erwartungen verknüpft.
Für pflegebedürftige Menschen und Pflegende kann diese Entwicklung Chancen mit sich bringen. Neben Arbeitserleichterungen können digitale Gesundheitstechnologien zu einem besseren Umgang mit Belastungen führen, die Gesundheit fördern und zur Verbesserung der Qualität in der pflegerischen Versorgung beitragen. Gleichzeitig stellt sich in der Palliativpflege die Frage, welchen Einfluss digitale Gesundheitstechnologien auf die Gestaltung von Beziehungen haben.
Kommunikation als Basis für Beziehungsgestaltung
Eine ganzheitliche palliative Versorgung ist auch durch eine patientenzentrierte Gestaltung von Beziehung und Kommunikation gekennzeichnet. Ohne diese ist eine optimale Versorgung nicht zu gewährleisten, denn sie stellt den erkrankten Menschen in den Mittelpunkt. So kann sich nicht nur die Zufriedenheit erhöhen, sondern auch das Belastungserleben vermindert und die emotionale Stimmung verbesser werden.
Eine palliative Situation ist allerdings aufgrund ihres Charakters für alle am Pflegeprozess Beteiligten eine Herausforderung und kann durch den Krankheitsverlauf beeinträchtigt sein. Für viele Menschen ist die Kommunikation am Lebensende jedoch von größter Wichtigkeit, auch wenn sie zunächst einseitig erscheinen mag (Broady et al., 2018). Der Erhalt wichtiger Beziehungen und eine offene Kommunikation kann das psychospirituelle und emotionale Wohlbefinden steigern und Auswirkungen einer terminalen Erkrankung mildern (Lin et al., 2013). Dies gilt nicht nur für die PatientAngehörigenBeziehung, sondern auch für die Beziehung zu professionell Pflegenden.
Familiäre Beziehungen und Bindungen sowie die Unterstützung durch ihnen wichtige Menschen sind für Betroffene in palliativen Situationen bedeutsam, um ihr Wohlbefinden zu stärken und emotionale Stabilität herzustellen (Virdun et al., 2017). Diese können jedoch häufig durch einen Settingwechsel beeinträchtigt sein, wodurch sich die Beziehungen zwischen den Menschen innerhalb eines Bindungsgefüges verändern und instabil werden können.
Digitalgestütztes Symptommanagement
Für viele Menschen in palliativen Situationen sind ein schnelles und individuelles Assessment und Management von Symptomen, die durch die terminale Erkrankung hervorgerufen werden, von großer Wichtigkeit. Schmerz als ein Schlüsselsymptom spielt dabei eine große Rolle, da dieser die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen beeinflusst. Oft kann das Leben unter diesen Umständen nicht mehr als solches gelebt werden (Adam et al., 2018). Betroffene Menschen und ihre Familien beschreiben ein suboptimales Management dieses Symptoms daher als eine Quelle von enormem Stress und großer Belastung (Virdun et al., 2017).
In diesem Zusammenhang spielt Kommunikation eine grundlegende Rolle (Broady et al., 2018). Oft kennzeichnet sich die Beziehung und Kommunikation zu professionell Pflegenden in palliativen Situationen daher über die Vermittlung von Sicherheit, fachkundiger Beratung und professioneller Unterstützung im Sinne eines effektiven Symptommanagements.
Es existieren bereits digitale...
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Fakten zum Artikel
aus: pflegen Palliativ Nr. 44 / 2019

Beziehungen

Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "pflegen: palliativ" Grundlagen