Michael Koch

Schwere Entscheidungen

Um in komplexen Sachverhalten eine verantwortungsbewusste Entscheidung zu treffen, muss man häufig unterschiedliche Perspektiven einnehmen und Argumente gegeneinander abwägen
Um in komplexen Sachverhalten eine verantwortungsbewusste Entscheidung zu treffen, muss man häufig unterschiedliche Perspektiven einnehmen und Argumente gegeneinander abwägen, © fotomek/stock.adobe.com

Michael Koch/Simone Malz

Ziele und Wirkungen wirtschaftlichen Handelns unter ethischem Blickwinkel

Ziel dieser Unterrichtssequenz ist es, jungen Schülerinnen und Schülern einen Einstieg in die Auseinandersetzung mit den ethischen Aspekten wirtschaftlicher Handlungen und Entscheidungen zu ermöglichen. Hierbei geht es weniger darum, fachliche Begriffe zu vermitteln oder umfassende Situationsanalysen vorzunehmen. Vielmehr sollen die Lernenden ein „Gespür dafür entwickeln, dass ökonomisches Handeln i.d.R. im Kontext bestimmter Normen, moralischer Vorstellungen etc. erfolgt. Gleichzeitig beinhalten viele Entscheidungsprozesse Konfliktsituationen durch Interessengegensätze zwischen Akteuren oder einen Dissens von individuellen und kollektiven Kosten-Nutzen-Kalkulationen (soziale Dilemmata).
Es wurden zumeist Beispiele aus dem Bereich des privaten Konsums gewählt, um Alltagserfahrungen aufzugreifen. Bezüge wurden auch zu den Akteuren Unternehmen und Staat hergestellt, sodass es weitere Anknüpfungspunkte zu curricularen Inhaltsfeldern gibt. Dies gilt insbesondere für die Erweiterungs- und Differenzierungsmöglichkeiten des letzten Materials.
Das Material im Unterricht
Arbeitsblatt 1 dient als Einstieg in die Unterrichtssequenz. Alltagsnahe Beispiele für ökonomisch geprägte Entscheidungssituationen sollen den Schülerinnen und Schülern eine erste Annäherung an die Thematik ermöglichen. Dabei werden auch betriebliche Aspekte aufgegriffen. Die Schülerinnen und Schüler analysieren die Beispiele in Bezug auf die Intentionen der Handelnden, die Auswirkungen auf andere Akteure bzw. die Umwelt und diskutieren, wie das Verhalten zu bewerten ist.
Arbeitsblatt 2 geht einen Schritt weiter und fordert die Schülerinnen und Schüler auf, sich zu Aussagen, in denen es um ihr eigenes Verhalten in ökonomisch geprägten Situationen bzw. ihre persönlichen Einschätzungen geht, zu positionieren. Gleichzeitig lernen sie die Positionen/Meinungen/Einstellungen der anderen Schülerinnen und Schüler kennen und können sich darüber austauschen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass es bei der Diskussion nicht um die Bewertung bestimmter Verhaltensmuster oder Einstellungen geht. Im Vordergrund steht, mögliche Abweichungen von gesellschaftlich wünschenswertem Verhalten aufzudecken und sich über denkbare Gründe auszutauschen.
Hinweise zur Vorbereitung und Durchführung: Im Raum wird auf zwei gegenüberliegenden Seiten jeweils ein Schild mit der Aufschrift „Stimme zu bzw. „Stimme nicht zu angebracht. Dazwischen markiert ein Klebestreifen auf dem Boden eine Linie, auf der sich die Lernenden zu der jeweiligen Aussage des Materials positionieren und dies anschließend auch begründen sollen. Nach dem Austausch können sie sich neu positionieren. Die Ergebnisse werden schriftlich festgehalten. Die Positionslinie kann am Ende der Unterrichtssequenz erneut durchgeführt werden.
Arbeitsblatt 3 Die beiden Karikaturen ermöglichen den Übergang zur generellen Analyse ökonomischer Entscheidungssituationen. Im Fokus steht das Verbraucherverhalten und die Frage, durch welche Faktoren Entscheidungen beeinflusst werden. Dabei thematisiert eine Karikatur die sehr niedrigen Milchpreise, unter denen viele Milchbauern leiden, während die Verbraucherinnen und Verbraucher davon profitieren. Die zweite Karikatur geht auf Faktoren wie „Bequemlichkeit und „fehlende Alternativen ein.
Arbeitsblatt 4 liefert eine Vertiefung anhand eines leicht zugänglichen und gut nachvollziehbaren Beispiels aus dem gesellschaftlichen Kontext: dem Markt für Billigflüge. Flugzeuge belasten im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln überproportional die Umwelt (AB 4a). Die Nachfrage nach sehr günstigen Flugreisen hat ungeachtet dessen in den letzten Jahren enorm zugenommen und weitere Anbieter auf den Markt gelockt (AB 4b). Deutlich zutage tritt dabei ein Konflikt zwischen individuellen Kosten-Nutzen-Kalkulationen (günstiger Urlaub in fernen Ländern) und...
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Fakten zum Artikel
aus: Unterricht Wirtschaft + Politik Nr. 2 / 2017

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