Taiga Brahm, Ute Grewe, Lea Vogelmann

Nachhaltige Entwicklung und Unternehmensstrategie

Bild1: Die drei Streifen sind das vermutlich wichtigste Erkennungsmerkmal der Marke adidas und zieren zahlreiche Produkte des Traditionsunternehmens
Bild1: Die drei Streifen sind das vermutlich wichtigste Erkennungsmerkmal der Marke adidas und zieren zahlreiche Produkte des Traditionsunternehmens, © Sallehudin Ahmad/Shutterstock

Taiga Brahm, Ute Grewe, Lea Vogelmann

Forschendes Lernen am Fallbeispiel eines internationalen Sportartikelherstellers

Die Unterrichtseinheit zum Thema Nachhaltige Entwicklung hat zum Ziel, dass die Schülerinnen und Schüler eine forschende Haltung einnehmen. Sie sollen „hinterfragen und selbstständig begründete Fragen stellen, aus verschiedenen methodischen Optionen eine Wahl treffen, um ihre Fragen zu beantworten, und die so entstehenden Ziele und Pläne in die Tat umzusetzen (Reinmann 2015, S. 4). Die Dimensionen der Nachhaltigen Entwicklung lassen sich im Klassenzimmer besonders gut anhand eines real existierenden Unternehmens erforschen, das zu diesem Zweck beispielhaft herangezogen wird.
Nachhaltige Entwicklung als inhaltlicher Bezugspunkt
Der Begriff Nachhaltige Entwicklung wurde verstärkt durch den 1987 veröffentlichten Brundtland-Bericht verbreitet (vgl. Kanning 2013). Im Kern geht es gemäß der Brundtland-Definition darum, die gegenwärtigen Bedürfnisse zu befriedigen, ohne dabei das Risiko einzugehen, dass zukünftige Generationen ihre Bedürfnisse nicht mehr erfüllen können (vgl. ebd.).
Dabei werden drei Ziele der nachhaltigen Entwicklung unterschieden: soziale Ziele, ökologische Ziele und ökonomische Ziele. Während zu den ökonomischen Zielen Wachstum und Effizienz zählen, umfassen die sozialen Ziele beispielsweise Partizipation der Mitarbeitenden oder kulturelle Identität. Den ökologischen Zielen der Nachhaltigen Entwicklung können Unversehrtheit und Belastbarkeit des Ökosystems, sowie biologische Vielfalt zugeordnet werden (vgl. ebd., S. 27).
Dieser Ansatz wird auch als „triple bottom line bezeichnet und geht so auch in die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen ein. Ein Beispiel bildet der so genannte „Triple P-Report (People, Planet and Profits) von Shell (vgl. Herzig/Pianowski 2013, S. 345).
Die wissenschaftliche Fragestellung „Wie wird nachhaltige Entwicklung in der Unternehmensstrategie umgesetzt? wird hier anhand eines authentischen Beispiels (adidas AG) bearbeitet. Adidas wurde als exemplarisches Unternehmen ausgewählt, da es an die Lebenswirklichkeit vieler Schülerinnen und Schüler anknüpft. Dadurch wird die Problemorientierung der Unterrichtseinheit, wie auch folglich die Motivation für das Thema Nachhaltige Entwicklung, gefördert.
Digitales Stationenlernen
Die Erarbeitung des Themas, sowohl mit rezeptiven als auch produktiven Lernanteilen (vgl. Stock/Slepcevic-Zach 2018), erfolgt an Stationen, die Zugänge zu digitalen Inhalten bieten (z.B. über Tablets). Dadurch sollen die Lernenden zu selbstständigem Arbeiten motiviert werden (z.B. mit arbeitsteiligen Rechercheaufgaben und dem eigenständige Herausarbeiten relevanter Informationen). „Digitale Medien können [] eine ganze Reihe von Prozessen beim forschenden Lernen ermöglichen, erleichtern und damit die Chance erhöhen, dass es überhaupt praktiziert wird (Reinmann 2010, S. 7).
Das Material im Unterricht
In der vorliegenden Unterrichtseinheit begeben sich die Lernenden gedanklich in die Rolle von Praktikantinnen und Praktikanten des Unternehmens adidas AG. Sie werden in drei Projektteams eingeteilt, welche die ökonomischen, ökologischen und sozialen Ziele des Unternehmens evaluieren sollen. Hierfür ist eine forschende Haltung der Schülerinnen und Schüler nötig.
Im Rahmen eines digitalen Stationenlernens erarbeiten die Lernenden in ihren Projektteams die jeweiligen Zielinhalte und stellen diese anschließend im Plenum vor. Damit befinden sich die Schülerinnen und Schüler im Forschungsprozess in den Bereichen der Datenanalyse und der Ergebnispräsentation und bearbeiten mit Hilfe vorgegebener Materialien eine vorgegebene Forschungsfrage.
Als Einstieg (M1 ) dient ein kurzer Mitarbeiterbrief von Kasper Rorsted (Geschäftsführer der adidas AG) an die Praktikantinnen und Praktikanten. Die Person ist real, das Schreiben ist jedoch fiktiv. In diesem Unterrichtsentwurf dient es dazu, mit Hilfe...
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Fakten zum Artikel
aus: Unterricht Wirtschaft + Politik Nr. 2 / 2019

Forschendes Lernen

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