Anika Barth, Michael Koch

Haushalten müssen alle!

Knappheit - oder: Warum wir haushalten müssen
Knappheit - oder: Warum wir haushalten müssen, © Friedrich Verlag

Anika Barth, Michael Koch

Eine Unterrichtssequenz zur Notwendigkeit wirtschaftlicher Entscheidungen auf allen Ebenen

Die Thematik des Haushaltens wird im Wirtschaftsunterricht zumeist explizit im Inhaltsbereich der „Privaten Haushalte behandelt (vgl. Basisartikel, S. 02-07). Aber auch in allen anderen Inhaltsbereichen ökonomischer Curricula Unternehmen, Staat spielen Mittelverwendungsentscheidungen, die wir mit dem Begriff des „Haushaltens versehen können, eine elementare Rolle.
Im Unterricht werden jedoch selten entsprechende Querbezüge zwischen den Inhaltsbereichen hergestellt. Dabei erscheint es sinnvoll, den Lernenden die allen ökonomischen Entscheidungsprozessen zugrunde liegenden Kategorien frühzeitig im Unterricht zu vermitteln. Hierdurch erhalten sie ein Analyseraster für unterschiedliche Mittelverwendungsentscheidungen in marktwirtschaftlichen Ordnungsstrukturen, das immer wieder zur Anwendung kommen kann.
Didaktische Überlegungen
Ein wesentlicher Grundgedanke der Sequenz ist der kumulative Kompetenzaufbau auf vertikaler (Anwendung der Grundbegriffe in unterschiedlichen Kontexten) sowie horizontaler (Verknüpfung der Inhaltsbereiche über die Herausarbeitung einheitlicher Muster) Ebene. Die gewählten Fallbeispiele erweitern sich dabei schrittweise, beginnend mit kleinen Alltagssituationen Privater Haushalte bis hin zu realen haushaltspolitischen Entscheidungen auf kommunaler und europäischer Ebene. Variierende Schwierigkeitsgrade ermöglichen dabei auf einfache Weise die unterrichtliche Differenzierung.
Das Material im Unterricht
Die Alltagsbeispiele in M1 verdeutlichen den Schülerinnen und Schülern, dass aufgrund der bestehenden (relativen) Knappheit von uns allen ständig wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen sind. Mithilfe der beiden eigenen Beispiele lässt sich überprüfen, inwieweit die allen wirtschaftlichen Entscheidungen zugrunde liegende Ausgangsproblematik (Bedürfnisse sind stets größer als die zu ihrer Befriedigung bereitstehenden Mittel) erfasst wurde.
Im Anschluss daran werden in M2 zentrale Kategorien ökonomischer Entscheidungsprozesse in einem kurzen erklärenden Text eingeführt. Die Anwendung der Begriffe erfolgt über eine entsprechende Analyse der in M1 aufbereiteten Beispiele mithilfe eines Arbeitsblattes (M2a ), das wahlweise arbeitsteilig oder in Kleingruppen erarbeitet werden kann. Hier kann eine Differenzierung im Sinne einer Vereinfachung erfolgen, indem einzelne Begriffserklärungen oder Beispiele vorgegeben werden. Zum Abschluss werden in M2b mithilfe einer kleinen Concept-Map die Begriffe noch einmal in grundlegender Form in Beziehung zueinander gesetzt. M3 erweitert dann in zweifacher Weise die Perspektive der Auseinandersetzung: Zum einen erfolgt ein Übergang zu den volkswirtschaftlichen Akteuren Unternehmen und Staat, zum anderen finden sich hier komplexere Fallbeispiele als in M1. Es gilt, in diesem Material (ggf. erneut arbeitsteilig) herauszuarbeiten, dass die Mittelverwendungsentscheidungen aller Akteure in marktwirtschaftlichen Ordnungen den gleichen Prinzipien folgen und vergleichbare Muster aufweisen. Während dabei das Unternehmensbeispiel noch eher leicht nachzuvollziehen sein dürfte, steigt der Schwierigkeitsgrad bei den kommunal- und europapolitischen Beispielen; insbesondere auch im Hinblick auf die von den Entscheidungen betroffenen Stakeholder.
Zentrales Ziel in M4 ist es, den Lernenden deutlich zu machen, dass
a)das Leihen von Geld und damit die Ausweitung der Ressourcen ein alltägliches und situationsabhängig notwendiges Mittel wirtschaftlichen Handelns zur (erweiterten) Bedürfnisbefriedigung darstellt;
b)die Verschuldung als unproblematisch anzusehen ist, die Überschuldung jedoch große Risiken birgt und von daher durch rationales Haushalten soweit möglich zu vermeiden ist.
Wie bereits zuvor erfolgt auch hier erneut die Anwendung der in den vorherigen Materialien erarbeiteten Grundbegriffe sowie die...
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Fakten zum Artikel
aus: Unterricht Wirtschaft + Politik Nr. 3 / 2020

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