Björn Egbert

David gegen Goliath?

Abb 1: Einfallsreiche, zumeist junge Start-up-Unternehmer sorgen mit frischen Ideen sowie kreativen Produkten und Dienstleistungen für Bewegung im Markt.
Abb 1: Einfallsreiche, zumeist junge Start-up-Unternehmer sorgen mit frischen Ideen sowie kreativen Produkten und Dienstleistungen für Bewegung im Markt. , © Vasyl/stock.adobe.com–

Björn Egbert

Start-ups und ihr Einfluss auf Wettbewerb und Innovation

In der Erzählung „David gegen Goliath aus dem Alten Testament tritt der junge, augenscheinlich kleine aber wagemutige Kämpfer David gegen den übermächtigen Gegner Goliath zum Kampf an. Dieses Vorhaben erscheint hochriskant und vermeintlich aussichtslos. Doch David kennt seine Stärken: Er ist schnell, wendig und hat einen weiteren Wettbewerbsvorteil, den er geschickt einzusetzen vermag: seine Steinschleuder.
Start-ups wirbeln den Markt auf
Die Moral dieser biblischen Erzählung lässt sich durchaus auf den unternehmerischen Kontext übertragen, wenn immer wieder kleine, junge und vermeintlich wagemutige jedoch nicht leichtsinnige Akteure (Start-ups) auf Märkte vorstoßen, die von scheinbar übermächtigen Konkurrenten dominiert werden. Mitunter gelingt es, mit innovativen Ideen, Konzepten, Produkten oder Dienstleistungen etablierte Märkte zu erschüttern, an der Marktführerschaft der Konkurrenz zu rütteln oder zumindest eine freie Nische zu finden und diese erfolgreich auszufüllen.
Dies trägt auch zur Sicherung von Wettbewerb und seiner gesellschaftlich relevanten Funktionen bei (Verteilung, Lenkung, Freiheit, Anreiz). Entrepreneurship fungiert hier als Innovator bzw. „Motor der fortlaufenden Veränderung der Ökonomie (Malek/Ibach/Ahlers, 2004, S. 16).
Erfolgreiche Start-ups, also neu gegründete Unternehmen, die sich durch innovatives Marktagieren und Wachstumspotenzial auszeichnen, nehmen dabei eine besondere Rolle ein. Ihnen gelingt es, durch ein hohes Maß an Sensibilität für die Bedarfe der sie umgebenden Gesellschaft (vgl. Faltin, 2009, S. 171) marktwirksam zu werden. Dabei haben sie im Idealfall das Potenzial rasch zu wachsen, Marktanteile zu übernehmen oder neue Märkte zu erschließen und so zu ernsthaften Konkurrenten etablierter Unternehmen zu werden, oder in Einzelfällen sogar die Marktführerschaft zu übernehmen.
Für etablierte Unternehmen gehen mit dem Markteintritt von Start-ups jedoch Gewinnminderungen einher. Daher wollen sie den Start-ups den Zugang zum Markt so schwer wie möglich gestalten und diese bisweilen zur Aufgabe ihres Geschäftsvorhabens bewegen.
Ausgehend von der Lebenswelt junger Menschen, mit Blick auf sich verändernde Arbeitswelten, aber auch aus Sicht von technischer bzw. technologischer Entwicklung sowie einer angestrebten Konsumentensouveränität, ist es daher bildungswirksam, sich mit der Wettbewerbsfunktion von Entrepreneurship auseinanderzusetzen. Dabei geht es nicht nur darum, die Begriffe „Wettbewerb und „Anreiz zu kennen, sondern insbesondere zugrundeliegende Mechanismen nachvollziehen zu können und systemische Zusammenhänge von Konkurrenz, Innovation und Konsumentensouveränität zu verstehen.
Um die Rolle von Start-ups hinsichtlich ihres Beitrages zum Wettbewerb beurteilen zu können, sind Schülerinnen und Schüler mit den Grundzügen von Entrepreneurship im Sinne eines innovativen Prozesses vertraut zu machen. Entsprechend fokussiert dieser Beitrag auf die Beantwortung der Frage, wie Start-ups ökonomische Prozesse dynamisieren können.
Das Material im Unterricht
Das Anliegen der Unterrichtsmaterialien ist durch die Verbindung von theoretischer Durchdringung und Praxisanwendung gekennzeichnet. Dazu analysieren und diskutieren die Schülerinnen und Schüler zunächst anhand geeigneter Fallbeispiele, wie es exemplarischen Start-ups gelingen konnte, mit einer Idee am Markt zu überzeugen (M1 ).
Anschließend setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Anreizfunktion des Wettbewerbs auseinander und erschließen, wie durch innovatives Verhalten Konkurrenzdruck entstehen kann, welcher zur Souveränität der Verbraucher beiträgt (M2 ).
Im letzten Bestandteil (M3 ) beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit der dominierenden Rolle großer, etablierter Unternehmen und analysieren, wie es ihnen gelingen kann, Start-ups den Zugang zu Märkten deutlich zu erschweren. Dazu...
Unterricht Wirtschaft + Politik
Sie sind bereits Abonnent?

Jetzt anmelden und sofort lesen

Weiterlesen im Heft

Ausgabe kaufen

Unterricht Wirtschaft + Politik abonnieren und digital lesen!
  • Exklusiver Online-Zugriff auf Ihre digitalen Ausgaben
  • Print-Ausgabe der abonnierten Zeitschrift bequem nach Hause
  • Zusatzvorteile für Abonnenten im Online-Shop genießen

Zeitschrift abonnieren

Fakten zum Artikel
aus: Unterricht Wirtschaft + Politik Nr. 4 / 2018

Existenzgründung

Icon Premium-Beitrag der Zeitschrift Unterricht Wirtschaft + Politik Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 9-13