Vera Kirchner, Michael Koch

Das „bisschen“ Haushalt? Haushalten als ökonomisches Prinzip

Abb. 2: Wie viel sparen, wie viel ausgeben? Wirtschaftlicher Erfolg hängt vom guten Haushalten ab – ob im Unternehmen, beim Staatshaushalt oder im Privaten.
Abb. 2: Wie viel sparen, wie viel ausgeben? Wirtschaftlicher Erfolg hängt vom guten Haushalten ab – ob im Unternehmen, beim Staatshaushalt oder im Privaten., © iStock.com/megaflopp

Vera Kirchner, Michael Koch

Haushaltsbuch, Wocheneinkauf, Taschengeld beim Thema Haushalten haben die meisten Menschen diese oder ähnliche Assoziationen. Auch in den relevanten schulischen Curricula wird das Haushalten in aller Regel explizit im Inhaltsbereich der „Privaten Haushalte verortet. Im vorliegenden Heft dagegen soll es, anders als der Titel vielleicht vermuten lässt, um mehr gehen als um Unterrichtsbeispiele mit Bezug zu den Privaten Haushalten. Denn dies würde viel zu kurz greifen: Haushalten als ökonomisches Prinzip beschränkt sich eben nicht auf den privaten Rahmen, sondern stellt eine Grundbedingung der Handlungen aller wirtschaftlichen Akteure auf den verschiedenen Ebenen marktwirtschaftlicher Ordnungen dar.
Grundlegende ökonomische Konstante
Versteht man unter dem Begriff des Haushaltens den Umgang mit knappen Ressourcen, verwendet ihn also quasi synonym für das Wirtschaften, so ist er als eine grundlegende Kategorie der ökonomischen Bildung einzuordnen. Generell versteht man unter Haushalten planvolle Tätigkeiten mit dem Ziel, knappe Mittel oder wirtschaftliche Güter der bestmöglichen Nutzung zuzuführen.
Aus fachdidaktischer Perspektive formuliert es Klaus-Peter Kruber im Rahmen seiner kategorialen Wirtschaftsdidaktik wie folgt:
„Wirtschaften lässt sich [] als Nutzen-Kosten-Optimierung in komplexen Systemzusammenhängen in einer politisch gestalteten Wirtschaftsordnung definieren. Wirtschaften konkretisiert sich [u. a.] in folgenden Grundprinzipien und Strukturmerkmalen:
1. Die Verwendungskonkurrenz von Ressourcen äußert sich in Knappheit von Mitteln im Verhältnis zu den Zielen (Bedürfnissen) der Menschen.
2. Dies erfordert Nutzen-Kosten-Überlegungen und Entscheidungen gemäß dem ökonomischen Prinzip unter Risikobedingungen. [] (Kruber 2004, 73 f.)
Das Haushalten ist somit eine allen wirtschaftlichen Handlungen der Akteure (Private Haushalte, Unternehmen, Staat) und ihrer Beziehungen zugrundliegende Konstante.
Skizzenhaft lassen sich die Zusammenhänge wie folgt beschreiben: Die aus dem Zusammentreffen von unbegrenzten Bedürfnissen und begrenzten Mitteln resultierende (relative) Knappheitssituation zwingt dazu, wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen bzw. anders ausgedrückt mit den knappen Ressourcen hauszuhalten. Hierbei ist das entscheidende Kriterium der effiziente Einsatz der zur Verfügung stehenden Mittel, um den größtmöglichen Nutzen zu generieren. Abhängig von der konkreten Situation kommt hierbei das Minimal- (Erreichung eines vorgegebenen Ziels mit dem geringsten Mitteleinsatz) bzw. das Maximalprinzip (Generierung des höchstmöglichen Nutzens auf der Grundlage der bestehenden Ressourcen) zum Tragen. Jede Entscheidung generiert Opportunitätskosten (in Form der entgangenen besten Alternative) und birgt Risiken (z.B. kann sich eine getroffene Entscheidung aufgrund neuer Informationen als weniger effizient erweisen als eine denkbare Alternative).
Eine Möglichkeit, dies in grafischer Form, auch zur Nutzung als Concept-Map für den Unterricht, darzustellen, zeigt Abb. 1 (s. S. 3). Dieses grundlegende Schema lässt sich sowohl auf Konsumentscheidungen Privater Haushalte, Investitionsentscheidungen von Unternehmen sowie haushaltspolitische Entscheidungen staatlicher Institutionen anwenden.
Der Prozess des Haushaltens beinhaltet dabei auch die Möglichkeit der Verschuldung (insbesondere durch Kreditnahme), die im Falle von ineffizienten Entscheidungen, Fehlannahmen oder sich verändernden Rahmenbedingungen in eine problematische Überschuldung übergehen kann.
Haushalten auf den Ebenen der volkswirtschaftlichen Akteure
Bezogen auf die drei Akteure im Wirtschaftsgeschehen lassen sich Haushaltsentscheidungen wie folgt (grob) skizzieren:
Private Haushalte. Diese beziehen ihre Einkommen in der Regel aus unterschiedlichen Quellen: Entlohnung selbstständiger oder unselbstständiger Arbeit, Vermögen und staatlichen Transfers. Sie treffen ihre...
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Fakten zum Artikel
aus: Unterricht Wirtschaft + Politik Nr. 3 / 2020

Haushalten

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