„Für uns spielen Werte eine ganz große Rolle“

Ein Mann mit Visionen: Hermann Schüller bei der Saisoneröffnung der EWE Baskets Oldenburg.
Ein Mann mit Visionen: Hermann Schüller bei der Saisoneröffnung der EWE Baskets Oldenburg., © EWE Baskets Oldenburg

Interview mit Hermann Schüller, dem geschäftsführenden Gesellschafter des Basketball-Bundesligisten EWE Baskets Oldenburg (letzte Erfolge: Deutscher Pokalsieger 2015, Deutscher Vizemeister 2017). Die Fragen stellte Michael Koch.

Informationen zu den EWE Baskets Oldenburg
Informationen zu den EWE Baskets Oldenburg
  • 1998: Gründung der Baskets Oldenburg GmbH & Co. KG (hervorgegangen aus dem Oldenburger Turnerbund und der TSG Westerstede)
  • 2000: Aufstieg in die 1. Basketball-Bundesliga
  • 2001: Energieversorger EWE wird Namenssponsor, Umbenennung in EWE Baskets Oldenburg
  • 2009: Gewinn der Deutschen Meisterschaft
  • 2013: Eröffnung der Großen EWE-Arena mit 6.000 Plätzen
  • 2013: Deutscher Vizemeister
  • 2015: Gewinn des Deutschen Pokals
  • 2017: Deutscher Vizemeister
Informationen zu Hermann Schüller
geschäftsführender Gesellschafter der Semcoglas Holding GmbH (Westerstede)
geschäftsführender Gesellschafter der EWE Baskets Oldenburg
UWP: Sie haben sich als Unternehmer schon sehr früh im Basketsballsport engagiert und bereits in den 1990er-Jahren die Baskets Oldenburg GmbH & Co. KG mitgegründet. Was bringt einen Unternehmer, der den Tag schon gut ausgefüllt hat, dazu, sich in so einem Bereich zu engagieren?
Schüller: Ich habe mit zwölf Jahren angefangen zu spielen und war fasziniert von diesem Sport. Nach der Bundeswehrzeit ging ich zum Betriebswirtschaftstudium nach München, habe bei Bayern München mittrainiert und bekam dort einen Vertrag. Dort hatte ich Gelegenheit, während meines Studiums zu spielen und glücklicherweise war damit auch mein Studium finanziert.
Nach meiner Rückkehr in die Heimatregion habe ich mich gefragt: Was kann man eigentlich hier mit dieser Sportart machen? Was einen dahintreibt, ist die Affinität zum Sport, aber natürlich auch, dass man als Unternehmer eine gesellschaftliche Verantwortung hat. Diese gesellschaftliche Verantwortung gibt es in unterschiedlichen Bereichen und mir lag es einfach deutlich mehr, mich im Sport, im Basketball, zu engagieren als z.B. in die Politik zu gehen. Also vor allem den Sport und das Unternehmerische, beides miteinander zu vereinen, und mehr daraus zu machen, als es bislang in dieser Region gab.
UWP: Und die Gründung der GmbH & Co. KG Ende der 90er-Jahre zielte dann genau auf eine Professionalisierung ab? Was war der Hintergrund?
Schüller: Da waren wir Gründer eigentlich gar nicht die Treiber, sondern es gab die Fusion zwischen dem damaligen Regionalliga-Verein aus Westerstede [Kleinstadt im Ammerland im Nordwesten Deutschlands] und dem Oldenburger Turnerbund. Als sich dann die Frage nach der Professionalisierung der Basketballabteilung stellte, entwickelten sich beim Vereinsvorstand Ängste hinsichtlich der wirtschaftlichen Verantwortung, die ein Hauptverein nicht gerne tragen will. Das kann ja auch mal zu Verlusten führen. Also haben mein Mitgründer und ich den Sport professionalisiert und der Verein hat uns damals die Bundesligalizenz angeboten.
Insofern sind wir quasi über Nacht unentgeltlich zu dieser Lizenz gekommen und haben gesagt: Dann machen wir eben was daraus! So wie wir das eben unternehmerisch kennen. Ich habe von Anfang an gesagt, wenn wir professionelle Strukturen einführen, dann machen wir es im Grunde genommen genauso, wie ich es mit meinen 18 Unternehmensstandorten mache. Ich betrachte den Basketball also als meinen 19. Standort.
UWP: Als Club will man sportlich erfolgreich sein, man muss sich also so aufstellen, dass man in der Bundesrepublik oder europäisch mithalten kann. Liegt dem so etwas wie ein klassisches Geschäftsmodell zugrunde? Hat man wirtschaftliche Zielsetzungen, die man verfolgt und wenn ja, welche?
Schüller: Grundsätzlich verfolgt man sportliche Ziele. Wirtschaftliche Ziele verfolgt man insofern weniger, weil es nicht darum geht, in unserer Sportart kurz- oder mittelfristig Geld zu verdienen. Man braucht Rücklagen, das ist immer gut. Es kann durchaus mal passieren, dass es zu Reduzierungen von...
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aus: Unterricht Wirtschaft + Politik Nr. 1 / 2018

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