Partielle Bildbetrachtung – über Ausschnitte ein Bild erschließen

Bild1: Ein Klima-Aktivist sendet eine Botschaft.
Bild1: Ein Klima-Aktivist sendet eine Botschaft., © imago images/ZUMA Press/Sachelle Babbar

Methodische Impulse für den Wirtschafts- und Politikunterricht

Bildimpulse eignen sich hervorragend, um auf ansprechende Art und Weise eine Unterrichtsstunde zu eröffnen. Sie wecken die Aufmerksamkeit der Lernenden und regen zu Diskussionen an. Umso besser gelingt das, wenn das Bild ein (möglichst aktuelles) Thema aufgreift, das an die Lebenswelt der Lernenden anknüpft. Das oben abgebildete Foto erfüllt dieses Kriterium.
Das Bild entstand am 26. Juli 2019 am Münchener Flughafen während einer Hitzewelle, die europaweit Rekorde brach. Inspiriert von Greta Thunberg und den Fridays-for-Future-Protesten, veranstaltete eine Gruppe von Klima-Aktivisten ein sogenanntes Die-In.
Durch das Bild lässt sich mit den Schülerinnen und Schülern z.B. eine Pro-und-Kontra-Diskussion über den Sinn und Unsinn von Urlaubsreisen anstoßen. Insbesondere zu einem Zeitpunkt, da die Lernenden aus den Ferien zurückkehren und viele vielleicht in den Urlaub geflogen sind, haben Themen wie Flugreisen (bzw. „Flugscham) und CO2-Ausstoß ein hohes Maß an Aktualität und Lebensweltbezug.
Das zweite Foto (siehe Arbeitsblatt ), das ebenfalls am Münchener Flughafen entstanden ist, schlägt in dieselbe Kerbe. Auch dieses Bild eignet sich als Anregung für eine Pro-und-Kontra-Diskussion und lässt sich darüber hinaus mit einer Vielzahl weiterer Methoden der Bilderschließung im Unterricht nutzen. Eine davon ist die „Partielle Bildbetrachtung.
Bei dieser Methode stellt die Lehrkraft zunächst nur einen Ausschnitt aus einem Bild vor. Die Lernenden beschreiben daraufhin den Bildausschnitt (entsprechend der Arbeitsaufträge auf dem Arbeitsblatt). Schrittweise werden dann weitere Details oder Ausschnitte zugänglich gemacht. Hier eignet sich die Arbeit mit einem Overheadprojektor. Dabei kann die Lehrperson z.B. mit zwei Winkelschablonen einzelne Bildbereiche auswählen und bedarfsweise vergrößern.
Für die Schülerinnen und Schüler kann es spannend sein, Vermutungen über die (nicht) zu sehenden Bildbereiche anzustellen und darüber zu diskutieren. Beim Betrachten entwickeln sie ihre ganz eigenen Geschichten. In Ausschnitt A könnten sie beispielsweise zuerst einen Fahrradunfall erkennen oder in Ausschnitt B zwei Teenager, die entspannt in der Sonne liegen.
In jedem Fall wird die Kreativität der Lernenden angeregt sowie das genaue und detaillierte Wahrnehmen und Beschreiben von Bildzusammenhängen gefördert. Sie lernen, die Motivstruktur besonders vielschichtiger Bilder schrittweise zu erschließen. Die Lehrkraft erhält ein nachhaltig lernwirksames und flexibel einsetzbares Mittel zur Schülerinnen- und Schüleraktivierung.
Weitere Ideen und Vorschläge zur methodengestützten Arbeit mit Bildern finden Sie in dem Buch „Bildzugänge. Methodische Impulse für den Unterricht. Auch die Methode Partielle Bildbeatrachtung ist hierin enthalten (vgl. S. 72 im Buch).
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Fakten zum Artikel
aus: Unterricht Wirtschaft + Politik Nr. 2 / 2019

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