Andreas Simon

Hip-Hop für (Nicht-)Tänzer

Der Kreativität freien Lauf lassen
Der Kreativität freien Lauf lassen , Illustration: © Hendrik Kranenberg

Andreas Simon

Hip-Hop gilt als cool, er macht neugierig. Dieser Beitrag zeigt, wie mit einer Klasse aus tanzbegeisterten und weniger tanzfreudigen Lernenden ein Unterrichtsvorhaben zum Hip-Hop umgesetzt wird und eigene Choreografien entstehen.

Tanzen mögen nicht alle Schülerinnen und Schüler. Fällt jedoch der Begriff „Hip-Hop wechselt meist die Skepsis in Neugier. Hip-Hop verbinden die Jugendlichen mit coolen Bewegungen wie dem Bouncen, dem lässigen Mitfedern im Takt. Sie denken an cooles, gechilltes Auftreten den sogenannten Swag und an Rapmusik.
Aus Musik- oder YouTube-Videos sowie aus Filmen sind ihnen meist schon (unbewusst) Elemente des Hip-Hop bekannt, was den Zugang zu diesem Thema erleichtert. Genau das, einen erleichterten Zugang zu diesem Thema zu bekommen, wünschen sich auch viele Sportlehrkräfte. Denn oftmals haben sie wenig Erfahrung in diesem Bereich. Über digitale Medien sowie Lernplattformen ergeben sich jedoch Hilfestellungen, die ein Unterrichten auch ohne viel Tanzerfahrung sehr gut möglich machen. Darüber hinaus bietet ein Tanzvorhaben ein sehr schülerzentriertes, freies Arbeiten, das der kreativen Ausgestaltung durch die Schülerinnen und Schüler kaum Grenzen setzt.
In dieser Unterrichtseinheit wurden Videos und Bewegungsbeschreibungen genutzt, die auf einer Lernplattform (z.B. Bremen: itslearning, Niedersachen: iserv etc.) hinterlegt wurden. Das hat den Vorteil, dass die Schülerinnen und Schüler auch von zu Hause aus mit ihrem Schulaccount auf diese Plattform zugreifen und im Unterricht erarbeitete Schritte oder auch nur Teile davon immer wieder ansehen, wiederholen und üben können.
Die Lehrperson steht zuvor und während des gesamten Vorhabens in den Unterrichtsstunden als Berater zur Verfügung und korrigiert die Bewegungsausführung. Die Schülerinnen und Schüler werden nach und nach zu Experten, wenn sie beginnen, sich selbst Schritte zu überlegen oder herauszusuchen und sie ihrer Gruppe präsentieren.
Vorbereitung Einstimmung auf das Thema
Tanzvorhaben wie das Hip-Hop-Vorhaben bieten sich gut an, um soziales Lernen zu vertiefen und das Miteinander zu fördern. Eine vorbereitende Stunde im Klassenraum zur Einstimmung, Taktwiederholung und Gruppenzusammensetzung liefert einen guten organisatorischen Rahmen und eine tragfähige Basis, um auch tanzschwächeren Lernenden Spaß am Hip-Hop zu vermitteln.
  • Mit Videos motivieren: Ein guter Einstieg in das Thema fördert die Motivation und das Interesse seitens der Lernenden, sich intensiver damit zu befassen. Dies kann z.B. über (YouTube-)Videoausschnitte der Weltmeisterschaft im Hip-Hop (IDO Hip-Hop World Championships 2016) geschehen, oder sogenannte Battles, bei denen einzelne Tänzer oder Gruppen „im direkten Kampf gegeneinander antreten, wie z.B. beim Hip-Hop Summer Dance Forever 2013.
  • Takt vermitteln: Hilfreich ist es zudem, in dieser vorbereitenden Stunde eine Wiederholung zum Thema Takt, Erkennen des Taktes etc. zu machen. Dazu eignet es sich, verschiedene Hip-Hop-Lieder anzuspielen und Taktübungen zu machen, damit sich die Lernenden daran erinnern und den Takt später im aktiven Sportunterricht entsprechend mitzählen und heraushören können. Eventuell lässt sich dafür auch die Musiklehrkraft der Klasse gewinnen.
  • Gruppen bilden: Die Tanzgruppen kann die Lehrkraft so zusammensetzen, dass sich gemischte Teams aus Jungen und Mädchen ergeben oder aber sportlich leistungsstärkere und -schwächere Schülerinnen und Schüler in einer Gruppe sind sowie in jeder Gruppe ein Lernender mit Affinität zur Musik. Je nach Lerngruppe, sind verschiedene pädagogische Optionen denkbar.
  • Übungs- und Austauschmöglichkeiten schaffen: Die Nutzung einer Lernplattform ist sinnvoll, da darüber Informationen ausgetauscht, Aufgaben gestellt, Rückmeldungen und Anregungen gegeben werden können. Auf einer solchen Plattform lässt sich ein eigener Kurs für die Klasse anlegen, der die Ordner Einstieg, Motivation, Grundschritte (Videos von...

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Fakten zum Artikel
aus: Sportpädagogik Nr. 5 / 2020

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