Lena Gabriel

Einlassen auf Modern Dance

Schüler in Tanzpose
Gegensätzliche Körperbewegungen im Modern Dance kennenlernen (Contraction vs. Release), Fotos: Lena Gabriel

Lena Gabriel

Rhythmische Prinzipien des Modernen Tanzes erfahren, verstehen und anwenden

Der Moderne Tanz (unter anderem Jazz and Modern Dance, Contemporary etc.) beinhaltet vielfältige Prinzipien wie „Spannung und „Entspannung (Halten und Lösen; Contraction und Release) oder „Gewicht und „Schwerkraft sowie „Fallen und „Wiederaufrichten (Fall and Recovery), die Körper- und Bewegungserfahrungen implizieren, die auch im Sportunterricht zum Inhalt werden können. Die Lehrpläne Sport für die Q1 und Q2 empfehlen in Bezug auf die Entwicklung der Bewegungs- und Wahrnehmungskompetenz der Schülerinnen und Schüler Kompositionen aus dem Bereich des Elementaren Tanzes, des Jazztanzes sowie des Modernen Tanzes als Inhalte für den Sportunterricht zu nutzen (vgl. Ministerium NRW 2014).
In dem folgenden Unterrichtsvorhaben geht es um die Auseinandersetzung mit den Prinzipien des Modern Dance und wie diese rhythmisch in Bewegung umgesetzt werden können, um anschließend die Bewegungserfahrungen in einen kreativen Gestaltungsprozess zu integrieren.
Ablauf des Unterrichtsvorhabens
In der ersten Unterrichtseinheit wird ein thematischer Einstieg in den Modern Dance mit Hilfe von Videosequenzen fokussiert (s. K1), um die vielfältigen Prinzipien ein erstes Mal visuell einzuführen. Im Anschluss erfahren die Schülerinnen und Schüler die vielfältigen Prinzipien in einem eigenen Bewegungsprozess. Die Lehrperson versucht, das Prinzip des „Contraction und „Release (etwas zieht sich zusammen und löst sich im Anschluss wieder) in einen Bewegungsauftrag zu integrieren. Die Schülerinnen und Schüler gehen zum Takt der Musik durch den Raum. Auf mein Signal 5, 6, 7, „hepp versuchen sie, sich ausgehend von der Körpermitte auf acht Zählzeiten zusammenzuziehen und im Anschluss auf acht Zählzeiten die Position wieder zu lösen. Dieselbe Aufgabe kann auch aus dem Laufen heraus erprobt werden oder im Sitzen . Es können verschiedene Bewegungen des „Zusammenziehens und Lösens erprobt und auf verschiedene Bewegungsrhythmen übertragen werden (z.B. ein schnelles Zusammenziehen und ein übertrieben langsames Lösen oder umgekehrt).
Tanzen mit Berührung
Im Anschluss bekommen die Schülerinnen und Schüler einen Bewegungsauftrag, den sie in Partnerarbeit lösen sollen. In diesem Bewegungsauftrag geht es darum, sich auf den Partner einzustellen, bis hin zu einer Gewichtabgabe und Gewichtannahme in Anlehnung an die Contact Improvisation, einer Tanzform mit Berührung eines weiteren Tänzers. Zu Beginn bitte ich die Schülerinnen und Schüler, sich zu zweit in der Halle zu verteilen. Ein Schüler oder eine Schülerin gibt das Bewegungstempo vor, der Partner oder die Partnerin versucht, das Bewegungstempo aufzunehmen sowie auf Variationen zu reagieren. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Bewegungserfahrung auf die Großgruppe auszuweiten. Gemeinsam ein Bewegungstempo finden, gemeinsam schneller und langsamer werden bzw. zum Stehen kommen und dann wieder gemeinsam losgehen oder -laufen. Die Schülerinnen und Schüler setzten diese Bewegungsaufgabe nonverbal um. In einem zweiten Schritt wähle ich unterschiedliche Bewegungsimpulse aus der Contact Improvisation (vgl. Kaltenbrunner 2001), um die Schülerinnen und Schüler schrittweise „in das Kontakt treten mit einer anderen Person in Bewegung vorzubereiten und das Einlassen auf einen Partner bzw. eine Partnerin zu unterstützen. Die Vorgehensweise dient als Grundbasis für die spätere Thematisierung von Partnerings. Zwei Personen stehen sich gegenüber und berühren sich mit einer Handfläche. In Bewegung durch den Raum, zu Boden sowie mit Fokuswechsel, darf der Kontakt der Handflächen nicht verloren gehen. Diese Bewegungsaufgabe kann durch verschiedene Körperteile variiert werden. Im Mittelpunkt steht die Interaktion mit dem Partner, sich auf sein Gegenüber einzulassen, das Gewicht des Partners anzunehmen und auch wieder abzugeben.
Im Anschluss der Erprobungsphase werden die Bewegungs-...

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Fakten zum Artikel
aus: Sportpädagogik Nr. 3 / 4

Bewegungsrhythmus

Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 10-13