Jenny Eulner

100% sportliche Ferien

Jugendliche im Kanu
Die Ferien nutzen, um sich auf neue Sportarten, wie Kanufahren, einzulassen, Foto: ©MAK/Adobe Stock

Jenny Eulner

Das Summer-Sports-Camp am Carl-Fuhlrott-Gymnasium

Summer-Sports-Camps sind fester Bestandteil des Schullebens vieler US-amerikanischer Highschools. Wegen ihres hohen Motivationsgrades werden die Angebote von vielen Schülerinnen und Schülern gut angenommen. Ähnlich wie „Summer Universities, „Kids-Campus und ähnliche Veranstaltungen, genießen die Summer-Sports-Camps bei den Kindern, Jugendlichen und bildungsorientierten Erziehungsberechtigten eine besondere Wertschätzung. Diese resultiert daraus, dass es sich um ein Angebot handelt, das sich deutlich von den vielen „Ferienbetreuungen anderer Träger abhebt: Die Kombination aus vielfältigen bekannten sportlichen Aktivitäten mit dem Erproben auch weniger bekannter Disziplinen wird in allen Evaluationsgesprächen als Qualitätsmerkmal benannt. Für die als Kooperationspartner beteiligten Vereine bietet sich die Möglichkeit, die Kinder und Jugendlichen über ihre sportlichen Angebote zu informieren und eventuell für eine aktive Mitgliedschaft zu gewinnen.
Das Summer-Sports-Camp des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums (CFG) in Wuppertal bietet interessierten Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 5 und 6 in einer Woche der Sommerferien ein breitgefächertes Angebot an sportlichen Aktivitäten zum Kennenlernen und Mitmachen.
Pädagogische Ansprüche
Die Maßnahme erhebt den Anspruch, ein vielfältiges Angebot von Lernmöglichkeiten bereitzuhalten. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie fachgerecht von ausgewiesenen Expertinnen und Experten vermittelt werden. Innerhalb der Einheiten sollen verschiedene Sportarten vorgestellt werden. In offenen Phasen soll auch Raum für informelles und soziales Lernen geboten werden. Beim freien Spiel in vorgegebenen oder selbst gebildeten Gruppen interagieren Mädchen und Jungen, Leistungsstarke und Leistungsschwächere. Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Vorkenntnissen lernen voneinander und miteinander. Sie entwickeln und erproben eigene Regeln, arrangieren sich in Wettkämpfen, lösen entstehende Konflikte selbstständig und gehen im Sinne des Fairplay achtsam miteinander um. Häufig entstehen gerade in diesen Phasen neue Bindungen und persönliche Freundschaften.
Die oft geschlechtsgebundenen Bevorzugungen bestimmter Sportarten (z.B. Reitsport und Tanz bei Mädchen; Boxen, Basketball bei Jungen) sind bekannt und lassen sich wohl auf traditionelle Stereotype zurückführen.
Auch gibt es Präferenzen, die scheinbar in Zusammenhang mit der jeweiligen Ethnie stehen. Türkischstämmige Jungen bevorzugen in besonderem Maße Fußball und Kampfsport und sind eher selten Mitglied in Hockey-, Tennis- oder Leichtathletikvereinen. Mädchen aus muslimischen Familien sind kaum in Schwimmvereinen anzutreffen. Hier soll das Projekt einen wirkungsvollen Beitrag zum Kennenlernen neuer sportlicher Welten leisten, um gegebenenfalls durch gemeinsamen Vereinssport interkulturelle Erfahrungen und Kontakte zu intensivieren.
Ansprüche der Lernenden
Bei Umfragen der Schülervertretung des CFG zu Schulferien wurde deutlich: Kinder und Jugendliche lieben ihre Ferienzeiten, beklagen sich aber auch über Langeweile und das Fehlen der im Schulalltag gegebenen Sozialkontakte. Sie wünschen sich bewegungsintensive Sportangebote mit Erlebnischarakter und wollen Sportarten erproben, mit denen sie bisher noch keine Erfahrungen sammeln konnten. Die Schülervertretung machte in der Schulkonferenz deutlich, dass der Wunsch nach sportlichen Ferien- und Freizeitangeboten die höchste Priorität besitzt und deutlich ausgeprägter ist als die Nachfrage nach kulturellen oder naturwissenschaftlichen Angeboten.
Inhalte und Organisation der Sportangebote
Die hier dargestellten Module des Summer-Sports-Camps beziehen sich auf die spezifischen, in den bisherigen Durchführungen entwickelten, Ablaufpläne und die dabei gewonnenen Erfahrungen. Vorgestellt wurden bisher den lokalen Möglichkeiten entsprechend folgende Sportarten: Schwimmen, Wasserball, Handball,...

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Fakten zum Artikel
aus: Sportpädagogik Nr. 6 / 2019

Außerunterrichtlicher Sportunterricht

Friedrich+ Kennzeichnung Schulleben Schuljahr 5-6