JENNIFER BREITHECKER | ANJA REGER

Wir spielen Wikingerschach

Schülerinnen spielen Kubb
Beim Kubb können alle mitmachen, Foto: Jennifer Breithecker, Anja Reger

JENNIFER BREITHECKER | ANJA REGER

Kubb ein variables Wurfspiel für alle

Kubb ist ein Wurfspiel, das vermutlich aus dem schwedischen Gotland stammt. „Vedkubbar bedeutet auf Schwedisch Holzklotz. In den nordischen Ländern ist Kubb auch Wikingerschach genannt ein beliebter Volkssport für Jung und Alt.
Auch für den modernen Sportunterricht eignet sich das Kubbspiel, da es u.a. motorische und soziale Kompetenzen fördert. Durch das Zielwerfen können Schülerinnen und Schüler vor allem in koordinativer Hinsicht ihre Visuomotorik schulen. So knüpft das Werfen von Kubbstäben beispielsweise an die sportspielerische und leichtathletische Wurfschule an. Als Mannschaftssport spielen zwei Teams mit bis zu sechs Spielern mit- und gegeneinander. Auf einem Beachvolleyballfeld kann folglich eine ganze Schulklasse in zwei gegnerischen Teams gleichzeitig aktiv sein. Sind mehrere Beachfelder vorhanden, kann das Spiel in Dreiergruppen gespielt werden. Während des Spiels müssen sich die Spielerinnen und Spieler einer Mannschaft taktisch beraten und das gemeinsame Vorgehen abstimmen. Es gibt keinen Schiedsrichter, d.h., das Spiel beruht auf dem Fair-Play-Prinzip der spielenden Schülerinnen und Schüler. Um das Spielfeld aufzubauen oder die Spielregeln einzuführen, kann die Lehrkraft eine bzw. mehrere Spielanleitungen mitbringen. So müssen sich die Schülerinnen und Schüler das Spiel zunächst gemeinsam in ihrer Mannschaft erschließen, um ihre Spielversion dann mit dem Gegnerteam abzugleichen und final festzulegen.
Material
Die Anschaffungskosten für ein Kubb-Set liegen bei etwa 30 Euro. Ein Set besteht aus einem König, zehn Kubbs, sechs Wurfstäben und vier Eckhölzern. Es ist auch möglich, dass die Schülerinnen und Schüler ein Kubb-Set im Rahmen einer Projektwoche selbst herstellen.
Aufbau des Spielfeldes
Zu Beginn wird das Spielfeld mit den vier Eckhölzern abgesteckt. Die traditionelle Spielfeldgröße ist fünf bis acht Meter breit und acht bis zehn Meter lang, kann aber nach Bedarf variiert werden. Je größer das Spielfeld, desto anspruchsvoller wird das Treffen der Spielfiguren mit den Wurfstäben. Die Schülermannschaften werfen dann in Gegenüberstellung von den ebenfalls acht Meter langen Seitenlinien ab. Dort werden jeweils fünf Kubbs (Basis-Kubbs) in gleichmäßigem Abstand aufgestellt. Der König wird in der Mitte des Spielfelds platziert und trennt das Spielfeld so in zwei gleich große Hälften.
Spielablauf mit Regeln
Mit etwas Abstand zu den Basis-Kubbs nehmen die Spielenden jeder Mannschaft ihre Positionen hinter dem eigenen Spielfeld ein. Wer anfangen darf, wird ausgespielt. Dazu wirft eine Schülerin bzw. ein Schüler beider Teams gleichzeitig einen Wurfstab so nah wie möglich an den König heran. Es beginnt die Mannschaft, die den Wurfstab am nächsten am König platziert. Aber Vorsicht: Während des gesamten Spiels ist es wichtig, dass der König nicht vorzeitig umgeworfen wird. Sobald der König fällt, ist das Spiel beendet und die Mannschaft, die den König gestürzt hat, verliert.
Die Schülerinnen bzw. Schüler des Teams A positionieren sich nun mit ihren sechs Wurfstäben hinter oder auf der eigenen Grundlinie und versuchen die Basis-Kubbs des Teams B umzuwerfen. Jedes Teammitglied hat einen Wurf. Der Wurfstab darf nicht quer oder rotierend fliegen, sonst ist der Wurf ungültig.
Wenn alle Spielenden des Teams A ihre Stäbe gespielt haben, muss Team B die gestürzten Kubbs übergeben. Dazu wirft es die Kubbs (Feld-Kubbs) ins Spielfeld A. Die Teams dürfen selbst bestimmen, wer beginnt. Sobald alle Feld-Kubbs geworfen wurden, stellt Team A sie an der Stelle senkrecht auf, wo sie gelandet sind. Dabei müssen alle Feld-Kubbs stets eine Wurfstablänge vom König und von den Eckhölzern entfernt sein. Landet ein Feld-Kubb außerhalb des Spielfelds, darf er erneut geworfen werden. Gelingt auch dieser zweite Versuch nicht, darf jemand aus Team A diesen Straf-Kubb an beliebiger Position im Spielfeld aufstellen.
Im...

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Fakten zum Artikel
aus: Sport und Spiel Nr. 1 / 2020

Bewegen auf Sand

Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 1-13
  • Thema: Spielen
  • Autor/in: Jennifer Breithecker und Anja Reger