Eishockey in der Schule

Schülergruppe spielt Eishockey
Beim Eishockey vergißt man die Angst vor dem Eis, Foto: Börge Albers

Spielerisch die Angst vor dem Eis verlieren

Im vorliegenden Beitrag wird eine Möglichkeit vorgestellt, während eines Ausflugs in eine Eissporthalle die Schülerinnen und Schüler spielerisch an das unbekannte Element Eis heranzuführen. Der Fokus liegt dabei auf dem Zielschussspiel Eishockey, bei dem es darum geht, das Spielgerät, den sogenannten Puck, mithilfe eines Schlägers im gegnerischen Tor unterzubringen.

Erfahrungsgemäß reagieren Lernende sehr motiviert auf das neue Element Eis, sodass es Sinn ergeben kann, nach dem ersten Besuch der Eishalle einen zweiten anzuschließen. Das aufgezeigte Konzept ist grundsätzlich für eine 90-minütige Unterrichtsstunde geplant und durchführbar. In diesem Fall sollten die einzelnen (Übungs-)Phasen nicht zu sehr ausgedehnt werden. Der Fokus der Doppelstunde liegt auf dem Spiel Eishockey, sodass vor allem die Spielphasen die größte Beachtung erhalten sollten. Sollte von vornherein eine zweite Unterrichtsstunde im Eisstadion geplant sein, können die einzelnen Phasen ausgedehnt werden.
Folgendes Szenario: Eine Schülergruppe geht auf eine Eisfläche (z.B. in der örtlichen Eissporthalle), um Schlittschuh zu laufen. Alle sind von dem neuen Element Eis beeindruckt und bewegen sich sehr vorsichtig. Dann kommt ein Schüler auf die Idee, Fangen zu spielen. Viele andere lassen sich anstecken und spielen mit. Sie vergessen dabei den Untergrund und laufen instinktiv auf ihren Schlittschuhen. Dieser Effekt des instinktiven Eislaufens soll im vorliegenden Konzept durch die Hinzunahme von Schlägern und Pucks nochmals gesteigert werden. Die Idee dahinter ist einfach: Beim Fußballspielen konzentrieren sich die wenigsten Jugendlichen bewusst darauf, zu laufen und nicht hinzufallen. Sie jagen vielmehr dem Ball hinterher und versuchen, ein Tor zu schießen. Gleiches gilt nun auf dem Eis: Die Lernenden sind derartig fasziniert vom Puck und der Möglichkeit, ihn mit dem Schläger ins Tor zu schießen, dass sie ganz vergessen, auf welchem Untergrund sie sich befinden. Zudem kann der Schläger die Position auf dem Eis stabilisieren. Der Ausflug in die Eissporthalle kann sowohl im Kontext des unterrichtlichen als auch des außerunterrichtlichen Schulsports stattfinden. Im unterrichtlichen Kontext könnte die Eissporteinheit im Rahmen des Sportunterrichts auf rollenden und gleitenden Geräten oder als eine Vorbereitung auf einen Kompaktskikurs stattfinden. Im außerunterrichtlichen Kontext ergeben sich weitere Möglichkeiten wie eine Eissport-AG, eine Weihnachtsfeier mit der Lerngruppe im Eisstadion oder die Integration von Eishockey in ein Sportfest im Eisstadion. Viele Eisstadien bieten z.B. an, mit der Schule die gesamte Halle für einen Vormittag zu mieten.
Den glatten Untergrund einfach vergessen
Zum Ablauf der Stunde
Nach einer kurzen Einführung sollen die Schülerinnen und Schüler zunächst ohne Puck und ohne Schläger das Eis im Zuge eines Aufwärmspiels kennenlernen. Anschließend wird kurz darüber gesprochen, was ihnen in Bezug auf das Eislaufen während des Spiels aufgefallen ist und welche Tipps man während des Laufens beachten sollte. Zudem erhalten die Lernenden nun (nach einer kurzen Sicherheitsbesprechung) Schläger und Pucks. Nach einer Eingewöhnungsphase beginnt eine Spielphase, in der zwei gegen zwei auf kleinen Feldern bereits erste „Eishockey-Erfahrungen sammeln. Auf die Spielphase folgt eine kurze kognitive Phase, in der das Gespräch auf das Problem des Passens während des Spielens gelenkt wird. Um diese für die meisten Mannschaftsspiele entscheidende Technik zu verbessern, wird eine kurze, isolierte Übungsform durchgeführt, die im Anschluss an den Klassiker „Schweinchen in der Mitte mündet. Abschließend wird die Anzahl der Spieler von 2 – 2 auf 3 – 3 und später auf 5 – 5 erhöht. Auch die Spielfeldgröße wird angepasst, um die Schülerinnen und Schüler immer weiter dem Endspiel Eishockey entgegenzubringen. Es ist darauf zu achten, dass der Fokus auf den letzten beiden Spielformen...

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Fakten zum Artikel
aus: Sport und Spiel Nr. 2 / 2020

Rollen und Gleiten

Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 5-13
  • Thema: Spielen
  • Autor/in: BÖRGE ALBERS