Rebecca Rienhoff/Kai Möller

Das KAR-Modell im Volleyball

Grafik KAR-Modell
KAR-Modell, Friedrich Verlag

Rebecca Rienhoff/Kai Möller

Beispiel für eine reflektierte Praxis-Theorie-Verknüpfung im Leistungskurs

DasKoordinations-Anforderungs-Regler-Modell (KAR-Modell), entwickelt von dem Bochumer Sportwissenschaftler August Neumaier, ist eines der Paradebeispiele für Praxis-Theorie-Verknüpfungen im Sinne eines wissenschaftspropädeutisch ausgerichteten Sportunterrichtes (vgl. Bezirksregierung Arnsberg, 2017, S. 15). Die Bestandteile des Modells bilden Informationsanforderungen und Druckbedingungen, die als verschiebbare Regler dargestellt werden (Abb. 1, größer zum Dowload auf http://www.friedrich-verlag.de, Code: d54248xp). Als festzulegende Anforderungskategorien zur Lösung von Bewegungsaufgaben ergeben sich hierdurch gewinnbringende Reflexionsmöglichkeiten verschiedener Bewegungsfelder und Sportbereiche sowie ein Einsatz auf variierendem Komplexitätsniveau für die Sekundarstufe I und II. Eine besonders intensive Auseinandersetzung mit dem KAR-Modell ist für Leistungskursschülerinnen und -schüler vorgesehen, da die Abiturvorgaben 2020 und 2021 das KAR-Modell in vier der sechs Inhaltsfelder obligatorisch fokussieren (vgl. MSW, Zentralabitur 2020, S. 3 – 4). Hieraus ergibt sich der Anspruch an das im Folgenden vorgestellte Unterrichtsbeispiel eines Leistungskurses Sport der Jahrgangsstufe Q1. (K1) Als sportpraktischer Gegenstand auf Ebene der Bewegungsfelder und Sportbereiche verbindet sich das Rückschlagspiel Volleyball mit dem KAR-Modell im Sinne einer Praxis-Theorie-Verknüpfung (K2).
K2 | Grundgedanken zur vorliegenden Praxis-Theorie-Verknüpfung
K2 | Grundgedanken zur vorliegenden Praxis-Theorie-Verknüpfung
Als volleyballspezifischer Praxis-Gegenstand ergibt sich aus den bisherigen Vorerfahrungen der Schülerinnen und Schüler das Midivolleyball, welches als Kleinfeldspiel einen wichtigen Bestandteil für das Erlernen der spielgerechten Anwendung taktischer Fähigkeiten und technischer Fertigkeiten sowie wettkampforientierten Verhaltens leistet. Gleichzeitig stellt die Spielform „4 gegen 4 für den Leistungskurs einen fakultativen Teil der Volleyballabiturprüfung dar und bereitet implizit das Prüfungsformat „6 gegen 6 vor (vgl. MSW NRW, 2016, S. 40 – 43).
Als sporttheoretischer Gegenstand wird das Modell des Koordinations-Anforderungs-Reglers aufgegriffen: Das anforderungsorientierte Koordinationstraining basiert auf einer Schnittmenge aus Technikschulung und Koordinationstraining, um sportartspezifische Wahrnehmungs-, Entscheidungs- und Handlungskompetenzen zu stärken. Das methodische Grundprinzip stellt die Variation dar, sodass vor allem in Abgrenzung zu einem monotonen Technikautomatisierungstraining der Grundsatz Wiederholen ohne Wiederholung berücksichtigt wird, woraus sich ein anspruchsvolles Üben als Hauptmittel ergibt (vgl. Neumaier, 2016, S. 161). Die praktische Realisation erfolgt über das KAR-Modell, dessen Einsatz in einem Praxis-Theorie-Verbund als „nahezu ideal (Nobis & Cimanowski, 2012, S. 1) beschrieben wird, um Bewegungsaufgaben und -probleme von Schülerinnen und Schülern selbstständig erarbeiten zu lassen. Obgleich es sich bei den Informationsanforderungen (Welche Informationskanäle werden zur Aufgabenlösung genutzt?) und Druckbedingungen (Welche inneren und äußeren Ausführungsbedingungen ergeben sich?) um in einer Wechselbeziehung stehende Kategorien handelt, lernen die Schülerinnen und Schüler den Umgang aus Komplexitätsgründen zunächst additiv kennen.
Für eine gewinnbringende Verknüpfung von Praxis- mit Theorieanteilen sind Phasen reflektierter Praxis essenziell.
Exemplarisch wird vor allem die methodische und mediale Aufbereitung der Reflexionsprozesse des Unterrichtsbeispiels dargestellt.
Der bisherige Verlauf der Unterrichtsreihe
Im Sinne eines oberstufenadäquaten Lernens ist es erforderlich, die Schülerinnen und Schüler den Ansatz des anforderungsorientierten Koordinationstrainings auf der Grundlage ihrer individuellen Vorerfahrungen sowie kognitiven und...

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Fakten zum Artikel
aus: Sportpädagogik Nr. 2 / 2020

Reflektierte Praxis

Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 11-13
  • Thema: Spielen
  • Autor/in: Rebecca Rienhoff und Kai Möller