Auswechselbank ist nicht mehr

Halle mit Handballtoren und Langbänken
Handballspielformen ohne Auswechselbank-Langeweile, Foto: Frowin Fasold, Sebastian Koch

Handball-Spielformen mit dem Blockwechsel-Prinzip fetzig gestalten

Das Sportspiel Handball wirkt aufgrund des komplexen Regelwerks, der nötigen Spielfeldgröße und dem zulässigen Köperkontakt oft abschreckend auf Lehrkräfte und Lernende. Es besteht aber ein vielfältiges Angebot an alternativen Handball-Spielformen, in welchen der Körperkontakt kaum relevant ist und mit vereinfachten Regeln gespielt wird (u.a. Aufsetzerball, Torraum-Ball, Mini-Handball). Ein Problem dieser Spielformen ist, dass Lernende, die auf der Auswechselbank sitzen, nicht mehr unbedingt am Spiel teilnehmen, abschalten und sich mit anderen Dingen beschäftigen. Dieser „Auswechselbank-Langeweile lässt sich mit einem einfachen Prinzip entgegenwirken und wird hier an der Spielform Torraum-Ball erläutert.
Das Blockwechsel-Prinzip am Beispiel Torraum-Ball
Ein Tor kann in der Spielform Torraum-Ball erzielt werden, wenn der Ball aus dem Spielfeld in den Torraum gepasst und von dort direkt in das Tor geworfen wird (Abb. 1 ). Abspielen im Torraum ist nicht erlaubt. Ist ein Torwurf nicht sinnvoll, darf der Ball aus dem Torraum wieder in das Spielfeld gepasst werden und das Spiel läuft weiter. Es gibt keine festen Torhüterinnen oder Torhüter, alle Spielenden dürfen die Torräume betreten und Bälle abwehren.
Ein Team (z.B. 8 Spielende) wird immer in zwei Blöcke geteilt, ein Block von vier Spielenden steht auf dem Spielfeld, der andere Block in der Wechselzone. Erzielt ein Block ein Tor, muss er wechseln, während der Gegner mit dem Ball aus dem eigenen Tor sofort weiterspielen darf. Falls das erfolgreiche Team nicht schnell genug wechselt, kann durch schnelles Spiel sehr einfach ein Tor erzielt werden (Abb. 2 ).
Grundlegend gilt, dass nie der Körper, sondern nur freie Bälle angegriffen werden dürfen. Das Greifen nach dem Ball in der Hand ist untersagt, nur Pässe abfangen und Würfe blocken ist erlaubt.
Das Blockwechsel-Prinzip und das Verteidigen ausschließlich gegen den Ball führen zu offensiv geprägten Spielen, mit vielen rasanten Torabschluss- und Wechselsituationen. Die an einem Tor beteiligten Spielenden müssen nach dem Torwurf blitzschnell auswechseln. Auch Spielende, die nicht am Torabschluss beteiligt sind, dürfen nicht abschalten, sondern müssen hellwach sein und blitzschnell wechseln. Die Spielenden in der Wechselzone haben damit kaum „Pausen. Sie müssen ebenfalls jederzeit wach und aktiv das Spielgeschehen beobachten, um blitzschnell einwechseln zu können.
Voraussetzungen für Torraum-Ball
Spielfeld: Die Größe des Feldes kann flexibel an die räumlichen Voraussetzungen angepasst werden. Als Tor können auch Markierungen an der Wand oder Matten verwendet werden. Zur Markierung des Spielfeldes und der Torräume bieten sich Floormarker an.
Ball: Es kann jede Art von Handbällen genutzt werden, Streethandbälle oder Softbälle stärken allerdings handballunerfahrene Lernende in ihrem Selbstvertrauen im Umgang mit dem Ball.
Weitere Regeln:
  • Gespielt wird nur mit den Händen.
  • Mit Ball werden max. drei Schritte gemacht.
  • Gespielt wird bis zu einem vorher vereinbarten Punktestand. Eine Mannschaft muss ihre Punkte nach jedem Tor laut rufen.
  • Es dürfen maximal vier Spielende auf dem Feld stehen, Abklatschen vereinfacht das Wechseln.
Regelverstöße mit Ballbesitzwechsel:
  • Der Ball geht in das Seitenaus.
  • Ein Spielender verstößt gegen die Schrittregel.
  • Abspielen im Torraum.
Regelverstöße, die mit Punkt für die andere Mannschaft gewertet werden:
  • Es wird mit Körperkontakt verteidigt, bspw. mit den Händen der Köper der Gegenspierinnen und Gegenspieler angegriffen.
  • Es stehen mehr als vier Spielende auf dem Feld.
  • Spielende greifen, obwohl sie nach einem Tor auswechseln müssen, in das Spiel ein.
Methodische Hinweise
Können aufgrund ungerader Spielerzahlen keine gleich großen Blöcke gebildet werden, muss nach Tor immer ein Spielender auf dem Spielfeld bleiben. Gelingt es einem Block dauerhaft nicht ein Tor zu erzielen (z.B....

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Fakten zum Artikel
aus: Sport und Spiel Nr. 2 / 2019

Wasser-Sport

Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 5-13
  • Thema: Spielen
  • Autor/in: Frowin Fasold, Sebastian Koch