„Move & Box“

Lerngruppe beim Boxen zur Musik
Eine moderne und schülerorientierte Interpretation des Boxens, Foto: Jannike Gerlach

Schulsportgerechtes Boxen mit Musik

Gemeinsames Boxen im Schulsport und dabei Musik als Katalysator? Das geht! Dieser Beitrag zeigt das pädagogische Potenzial des Boxsports sowie Möglichkeiten der Nutzbar-Machung in der schulischen Vermittlung und gibt Anregungen für eine moderne, schülerorientierte Interpretation des Boxens mit Musik als Motivationsgarant!

Die Grundidee klingt simpel: Musik und Kampfsport werden verbunden und ergeben eine neue Bewegungserfahrung – „Move & Box. Das primäre Ziel dieser Kombination besteht darin, erst einmal Bewegung an sich attraktiv zu gestalten und noch nicht so sehr auf das boxerische Element dieser zu achten. Zudem verzichtet diese methodische Idee vollkommen auf Körperkontakt und bedarf keiner boxspezifischen Materialien. Die Schülerinnen und Schüler sollen in einer harmonischen, sicheren und motivierenden Atmosphäre nachhaltig Spaß an (neuer) Bewegung und Sport erfahren.
Aber warum Boxen? Die Kampfsportwahl führt auch heute noch nicht selten zu Irritationen, ist es doch paradox, dass das brutale, gefährliche Boxen harmonisch und sicher sein soll. Tatsächlich ist es das und noch viel mehr, wenn es modern, reflexiv und sportlich ausgeglichen (ohne Ringarbeit) thematisiert wird; liegt doch die sportpädagogische Relevanz des Boxens gerade in der dem Sport inhärenten Ambivalenz, die mit Schülerinnen und Schülern zu diskutieren, sportlich erfahrbar zu machen und schließlich individuell zu interpretieren ist.
Boxen kann so insgesamt als moderne Erweiterung des bestehenden Repertoires im Bewegungsfeld „Kämpfen dienen, das einen enormen Aufforderungscharakter besitzt, darüber hinaus gezielt zum Aggressionsabbau beiträgt und (mit und ohne Musik) eine vielversprechende Trendsportart (für die Schule) ist.
In diesem Beitrag wird beschrieben, wie Musik und Boxen zusammenwirken können. Ziel von „Move & Box ist dabei insgesamt eine Stärkung der allgemeinen Fitness, eine Automatisierung der Boxbewegungen und das Schaffen von Spaß an Bewegung mit und durch Musik. Zudem werden sowohl Kondition als auch Koordination der Schülerinnen und Schüler gefördert und gefordert. Hierzu dienen in allen Teilen einer Einheit verschiedene teils boxspezifische, teils im weitesten Sinn tanzspezifische, teils sportartunspezifische – Bewegungselemente.
Spaß an der (Box-)Bewegung durch Musik
Damit die Musik dabei wirklich für alle Spaß und Motivation bringt und keine zusätzliche Erschwernis darstellt, sollten einige wenige Aspekte beachtet werden: Zunächst ein Durchhören jeder Musik vor Verwendung im Sportunterricht seitens der Lehrkraft, um textlich ungeeignete Materialien bereits im Vorhinein auszuschließen. Des Weiteren bietet sich gerade für sport-musikalisch Unerfahrene die Verwendung einheitlich getakteter Musik an grundsätzlich ist natürlich jede Musik geeignet, getaktete hat aber die beiden großen Vorteile, dass einmal der Rhythmus leichter zu hören und dementsprechend auch einzuhalten ist (immer von eins bis acht zählen!) und zweitens die Musik konsequent einer bestimmten Anzahl von beats per minute (bpm) folgt und demnach optimal planbar ist. Hierbei besteht noch die Wahl zwischen Musik, die vom ersten bis zum letzten Lied durchgehend die gleiche bpm-Anzahl besitzt, oder Musik, die vom ersten bis zum letzten Lied gleichmäßig die bpm-Anzahl erhöht. Letzteres bietet sich beispielsweise zur Erwärmung an, um langsam das Herz-Kreislauf-System anzuregen und den Puls zu beschleunigen, oder für eine komplette Einheit, sollte keine Zeit für ein Wechseln der Musik eingeplant sein. Schließlich muss die bpm-Anzahl je nach Lerngruppe und -ziel ausgewählt werden, folgende Richtwerte können aber bei der Entscheidung helfen: Warm-up mit 130 bis maximal 135 bpm, Cardio-Phase grundsätzlich um 140 bpm (extreme Belastungen um 160 bpm) sowie Cool-down und Stretching deutlich darunter (möglich ist bei beidem eine bpm-Anzahl von 120 bis minimal 60 bpm, wobei diese optimalerweise von Cool-down zu Stretching merklich sinkt)....

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aus: Sport und Spiel Nr. 3 / 2019

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