Marc Habler/Jürgen Kittsteiner

Box Dich Fit (Teil 1)

Foto: Marc Habler

Marc Habler/Jürgen Kittsteiner

Boxen polarisiert. Bei einigen stößt der Boxsport auf Ablehnung oder Unverständnis, andere wiederum schätzen ihn aufgrund seiner vielfältigen positiven Auswirkungen auf Körper und Geist. Immer beliebter wird die Teilnahme an Boxfitness-Angeboten in den Vereinen und Studios, um Kraft, Ausdauer und Durchhaltevermögen zu stärken. Da die meisten auf kein Vorwissen zurückgreifen können, bietet eine Boxstunde die Möglichkeit, auch Schülerinnen und Schüler anzusprechen, die sonst gegen erfahrene Ballsportler kaum Chancen haben oder körperlich nicht mithalten können. Die nachfolgend vorgestellten Übungen haben sich als risikofrei erwiesen und sind ohne den Einsatz von speziellen Materialien durchführbar.
DIDAKTISCHE HINWEISE
Die folgenden Auszüge einer Boxstunde sollen Sportlehrern zeigen, wie Spiele und Aufgaben zum Thema Boxen in der Schule aussehen könnten. Dabei handelt es sich um eine ganz neue Perspektive des Boxens, die auf den klassischen Zweikampf verzichtet und eher die koordinativen Fähigkeiten, das soziale Miteinander und die Freude an der Bewegung in den Vordergrund rücken soll. Ziel dieser Stunde ist es, die breite Palette des Boxsportes mithilfe ganz unterschiedlicher Übungen zu durchlaufen und dabei aufzuzeigen, dass das Boxtraining nicht zwingend eine kämpferische Individualsportart sein muss, sondern durchaus auch mit dem Partner oder in Gruppen spielerische Herausforderungen birgt. Eine Einführungsstunde hat keineswegs den Anspruch, die Boxtechniken zu perfektionieren, sondern soll die Schülerinnen und Schüler in allen Ebenen der motorischen Leistungsfähigkeit fordern und fördern.
Gerade unter den Lernenden können falsche Stereotype vorherrschen, daher ist es unbedingt ratsam, vor Beginn der Sportstunde aufzuklären, dass es sich beim Boxen um keine wilden Schlägereien handelt. Der Olympische Boxsport ist als anerkannte Sportart strikt reglementiert und bekannte Verhaltensregeln gelten unverändert.
Der Box-Coach
Die Teilnehmenden schlüpfen in die Rolle des Coaches und halten dem Boxer die Schwimmnudeln als sogenannte„Pratzen. Die Schwimmnudeln werden in 4 verschiedene Zonen unterteilt (1 ). Die Lehrkraft/ein passiver Lernender gibt Kommandos. Der „Boxer reagiert so schnell wie möglich und schlägt mit der Faust auf die jeweilige Zone. Je schneller die Kommandos erfolgen, desto anspruchsvoller! Wichtig: Beim Halten der Pratzen die Arme ausgestreckt vor dem Körper halten, um genügend Abstand zu wahren. Zur Differenzierung können weitere Kommandos hinzugefügt werden.
Tipp: Klasse in mehrere Pärchen aufteilen und Kommandos von passiven Lernenden geben lassen. Das schont die Stimme und stellt sicher, dass alle Lernenden die Kommandos hören.
Varianten:
  • Nr. 5=Partner A bringt einen schnellen Schwinger auf Kopfhöhe. Partner B meidet den Angriff mit einer Abtauchbewegung (2 ).
  • Nr. 6=Partner A lässt beide Nudeln sofort los. Partner B versucht, diese noch in der Luft zu fangen (3 ).
  • Nr. 7=Partner A schwingt eine Nudel knapp über dem Boden. Partner B springt in die Luft (4 ).
  • Element aus der Life-Kinetik: Zahlen werden vertauscht. Schnelles Umdenken ist gefragt!
Box-Duell
Die Lernenden treten im spielerischen Wettkampf gegeneinander an (5 ). Ziel ist es, den Partner mit einer Schwimmnudel (50 – 70cm) an der Schulter oder am Knie zu erwischen. Eine Runde dauert 3 Minuten, dabei werden die Treffer gezählt. Danach wird ein neuer Gegner ausgewählt.
Tipp: Größere Lernende erhalten kürzere Schwimmnudeln, um eine Chancengleichheit in Bezug auf die Reichweite zu gewährleisten.
Wichtig: Das Spiel sollte zu keinem Schwertkampf oder Fangspiel abdriften. Die Boxer sollten sich in eine Kampfstellung begeben und durch schnelle einzelne Schritte und Schläge die Zonen leicht treffen.
Tipp: Jeder gegen jeden: Wer am Knie getroffen wird, muss am Spielfeldrand so lange Hampelmänner machen, bis keiner mehr übrig bleibt.
Reise nach Jerusalem
Bis...

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Fakten zum Artikel
aus: Sportpädagogik Nr. 5 / 2020

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