Michael Belz

Werfen mit dem Schweifball

Die Teppichfliesen geben Orientierung für den Anlauf
Die Teppichfliesen geben Orientierung für den Anlauf , © Illustrationen: Hendrik Kranenberg

Michael Belz

Schülerinnen und Schüler basteln sich ein Wurfgerät und erkunden verschiedene Möglichkeiten, wie dieses geworfen werden kann

Im Mittelpunkt des Unterrichtsvorhabens steht die Idee, altersgemäße Wurftechniken zu erlernen. Dazu dient ein selbst gebautes Wurfgerät der Schweifball. Mit diesem soll ausprobiert und überlegt werden, auf welche unterschiedlichen Arten man werfen kann.
Ziel ist es, das Werfen mehrperspektivisch zu vermitteln und dabei trotzdem das für die Individualsportart Leichtathletik charakteristische „Sich unter Leistungsgesichtspunkten Vergleichen-Wollen angemessen zu berücksichtigen. Dafür wird das Unterrichtsvorhaben in vier Phasen von je einer Doppelstunde eingeteilt (K1).
K1 | Das Vorhaben im Überblick
K1 | Das Vorhaben im Überblick
1. Doppelstunde: Bau und Erkundung eines neuen Wurfgerätes
2. Doppelstunde: Der gerade Wurf
3. Doppelstunde: Der gedrehte Wurf
4. Doppelstunde: Der Schweifball als Spielgerät
In der einführenden Doppelstunde werden erste Wurferfahrungen unter der Perspektive „Wahrnehmungsfähigkeit verbessern und Bewegungserfahrungen erweitern gemacht. Für das Bewegungsproblem, den Ball so weit wie möglich zu werfen, gibt es bereits weitgehend optimale Bewegungslösungen. Diese werden in der zweiten und dritten Doppelstunde unter der Perspektive „das Leisten erfahren und reflektieren aufgegriffen. Die Schülerinnen und Schüler sollen vor allem eine altersgemäße Zieltechnik erlernen. Die vierte Doppelstunde erschließt das Werfen mit dem Schweifball nochmals unter einem anderen Aspekt: Beim gemeinsamen Entwickeln von Spielideen steht die Perspektive „gemeinsam handeln, wettkämpfen und sich verständigen im Mittelpunkt. Auf der Vermittlungsebene hat es sich in unserer Gruppe bewährt, die erste und vierte Doppelstunde eher schülerzentriert anzulegen, wogegen die zweite und dritte Doppelstunde lehrerzentriert durchgeführt wurden.
Erste Doppelstunde: Wir erkunden unser Wurfgerät
Nach einem kurzen Überblick über das Unterrichtsvorhaben wärmen sich die Schülerinnen und Schüler auf. Wir nutzen dazu das bewegungsintensive Spiel Speedball, um das Thema „Ball bereits aufzunehmen. Danach basteln alle Lernenden einen Schweifball und testen ihn nach der Fertigstellung direkt aus (K2 und 3).
K2 | Schweifball basteln
K2 | Schweifball basteln
Arbeitsschritte
(1) Zwei bis drei ca. 80cm lange Streifen Baustellenband zurechtschneiden.
(2) Das Baustellenband jeweils doppelt mit den anderen beiden Baustellenbändern am Ende fest verknoten
(3) Den Tennisball mittig mit einem Messer kreuzförmig (ca. 1cm x 1cm) anschlitzen.
(4) Den Knoten des Baustellenbandes in den geschlitzten Tennisball drücken.
Um die Wurfeigenschaften des Schweifballs nicht zu verfälschen, ist es wichtig, dass der Schweif aus Baustellenband nicht deutlich von der 80-Zentimeter-Vorgabe abweicht. Einige Lernende musste ich explizit darauf hinweisen, den bereitliegenden Meterstab zu nutzen.
K3 | Aufwärmspiele

K3 | Aufwärmspiele
Speedball
Parteiballspiel mit einem Tennisball zwischen zwei Mannschaften mit zwei wechselnden Spielphasen: In der Spielphase „Hand ist es das Ziel, wie beim Ablegeball den Ball hinter der gegnerischen Grundlinie abzulegen. Um einen Punkt zu erzielen, darf der Tennisball solange mit der Hand gespielt werden, bis er abgelegt wird oder auf den Boden fällt. Mit dem Ball in der Hand darf in der Spielphase „Hand nicht gelaufen werden.
Ist der Ball einmal auf den Boden gefallen, startet die Spielphase „Fuß. In dieser wird nach Fußballregeln solange weiter gespielt, bis der Tennisball ins Tor geht. Anschließend erhält die unterlegene Mannschaft wieder beginnend mit der Spielphase „Hand Anspiel von ihrer Grundlinie. Gewonnen hat die Mannschaft mit den meisten Punkten.
Ablegeball
Parteiballspiel zwischen zwei Mannschaften. Ziel ist es, den Ball hinter der gegnerischen Grundlinie abzulegen. Gelingt dies, gibt es jeweils einen Punkt. Gewonnen hat die...

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Fakten zum Artikel
aus: Sportpädagogik Nr. 5 / 2020

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