Trendig und variantenreich

Le Parkour in der Schulsporthalle

Eine moderne Bewegungsart, die als cool gilt und die die Schülerinnen und Schüler aus Filmen und Videos kennen: Das ist Le Parkour. Diese Motivation lässt sich für ein Unterrichtsvorhaben im Schulsport nutzen – auch in Zeiten von Kontaktbeschränkungen. Ein Beispiel.

Junge springt über einen Kasten
Coole Bewegungen wie der Katzensprung motivieren beim Le Parkour

Eine moderne Bewegungsart, die als cool gilt und die die Schülerinnen und Schüler aus Filmen und Videos kennen: Das ist Le Parkour. Diese Motivation lässt sich für ein Unterrichtsvorhaben im Schulsport nutzen – auch in Zeiten von Kontaktbeschränkungen. Ein Beispiel.

Le Parkour: trendig und variantenreich

Parkour ist vielseitig und deshalb für Schülerinnen und Schüler ebenso attraktiv wie als Bewegungskunst für den Sportunterricht. Denn diese Fortbewegungsart gilt nicht nur als modern, sondern die Bewegungen sehen „cool“ aus und motivieren dazu, sie selbst auszuprobieren. So können sich die Schülerinnen und Schüler damit auseinandersetzen, wo ihre persönlichen Grenzen liegen. Le Parkour bietet also wagnistechnisches Potenzial. Aber bei Weitem nicht nur. Es vereint Elemente verschiedener Disziplinen wie

  • Zeitgenössisches Turnen
  • Klettern
  • Leichtathletik
  • Kämpfen

Gute Gründe, um Le Parkour für den Sportunterricht in Erwägung zu ziehen – aber nicht die einzigen. In diesem Unterrichtsvorhaben geht es um den Neuerwerb von Parkour-Techniken sowie deren Vervollkommnung und Stabilisierung. Dabei bekommen die Schülerinnen und Schüler wenig Vorgaben und die Möglichkeit, zum Experten bzw. zur Expertin für ausgesuchte Techniken zu werden, die sie dann an ihre Mitschülerinnen und Mitschüler weitergeben. Dieses Beispiel fand in einer elften Klasse (Profiloberstufe) statt.

Was ist überhaupt Le Parkour?

Beim Parkour geht es darum, Hindernisse möglichst leicht und geschmeidig zu überwinden. Es soll für Zuschauende spielerisch aussehen. Sind die Techniken des klassischen Parkour eher pragmatisch und auf das eigentliche Überqueren ausgerichtet, gibt es inzwischen verschiedene kreative und akrobatische Varianten wie Salti. Diese Version des „Hindernislaufens“ heißt Freerunning. Heute nutzen die Traceure, wie sich Le-Parkour-Ausübende nennen, meist eine Mischung aus beidem.

Zu den wichtigsten Techniken gehören:

  • Sprünge über kleine Mauern oder Turnkästen wie Dash, Katzensprung, Lazy oder Reverse
     
  • Klettertechniken wie Tic Tac (mit einem Bein im Sprung von der Wand abstoßen) oder Wallrun (nach ein, zwei Schritten an der Wand nach oben springen und Wandkante fassen)
     
  • Schwünge wie den Durchbruch, bei dem man sich durch Öffnungen oder unter einem Geländer hindurch schwingt.

Eine Vorlage „Le Parkour – Einfach erklärt“ gibt es zum kostenlosen Download beispielsweise auf wimasu.de

Parkour-Techniken erarbeiten

Als Hindernisse dienten in diesem Unterrichtsvorhaben Kästen verschiedener Höhe, unterschiedliche Matten sowie Barren, die innerhalb des Parkours entweder allein standen oder in Kombination mit anderen.

Nach je einer Doppelstunde freiem Probieren in selbstgewählten Kleingruppen (mit Stationskarten) und dem Erarbeiten und Präsentieren einer Bewegungsfolge, die an die einzelnen Gruppenmitglieder angepasst sind und unterschiedliche Möglichkeiten bieten, um das Hindernis zu überqueren, begeben sich die Lernenden in die Rolle der Lehrenden bzw. des Trainers.

Dazu greifen sie auf Technikwissen zurück, das sie als Hausaufgabe aus Le-Parkour-Videos erworben haben. Jeder bekam im vorliegenden Beispiel dafür einen Zettel mit dem Namen zweier Techniken, für die er oder sie sich zum Experten/zur Expertin machen sollte.

Die beiden zugeteilten Techniken lassen sich an je einem Stationsaufbau erarbeiten. Im Beispiel gab es zehn Techniken für 25 Schülerinnen und Schüler. Die Lernenden wurden in Fünfergruppen eingeteilt und zwar so, dass sich in jeder Gruppe Experten (zwei bis drei) und „Ahnungslose“ (andere Technik bearbeitet, Hausaufgaben nicht gemacht) befinden. Dann üben die Gruppen je 25 Minuten an den ihnen zugeteilten Stationen und bilden sich gegenseitig zu Expertinnen und Experten aus.

Durch diese Gegenseitige Unterstützung erhalten sie die Wertschätzung der anderen und es entsteht ein Raum, um neue Bewegungshandlungen mit Freude zu lernen.

Von einfach zu komplex

In den folgenden Doppelstunden üben die Lernenden klassisch und unter Bewegungsanleitung der Lehrkraft ausgewählte Bewegungen isoliert (auch deshalb, weil dies explizit eingefordert wurde). Die Bewegungen werden auf ihre Merkmale bzw. Teilbewegungen heruntergebrochen. So geht es vom vereinfachten Üben hin zur komplexen Technik, um Erfolgserlebnisse für alle zu generieren. Abgeschlossen wird das Unterrichtsvorhaben mit einer Präsentation des von den Schülerinnen und Schüler Bewegungsablaufs oder mit einer Verfolgungsjagd durch den Parcours.

Mehr zu diesem Le-Parkour-Projekt, inkl. Stationskarten gibt es in der Ausgabe:
sportpädagogik Nr. 6/2018: Training


Wie Sie Bewegungsarten wie Le Parkours auch in anderen Kontexten des Sportunterrichts behandeln können, erfahren Sie in den folgenden Artikeln, die über unser Angebot Friedrich+ abrufbar sind:

Fakten zum Artikel
Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 11

Wie Sie Bewegungsarten wie Le Parkours auch in anderen Kontexten des Sportunterrichts behandeln können, erfahren Sie in den folgenden Artikeln:

Schülerinnen und Schüler vermitteln sich im Gruppenpuzzle gegenseitig Le Parkour-Techniken

Freerunning: Vielfältige Bewegungsformen zum Überwinden eines Hindernisparcours

Ein Sporttag in der Trampolinhalle

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