Spikeball erschließen

Spikeball – das trendige Bewegungsspiel

Kennen Sie schon Spikeball? Die neue Trendsportart lässt sich draußen ebenso spielen wie in der Schulsporthalle. Wie Sie diese (noch) unbekannte Bewegungsspiel für die Schule erschließen, erfahren Sie hier.

Junge spielt Spikeball im Unterricht
Spikeball gehört zu den sehr variablen Bewegungsspielen, die sich fast überall umsetzen lassen. ©coachwood - stock.adobe.com

Das trendige Spikeball gehört zu den Bewegungsspielen mit hohem Aufforderungscharakter, hoher Bewegungszeit, einfachem Regelwerk – und so gelingt das „Pilotprojekt Spikeball“.

Bewegungsspiel Spikeball: die Spielidee

Das brauchen Sie für das Spiel:

  • Zwei Teams aus jeweils zwei Personen
  • Ein rundes Netz (s. Bild)
  • Einen Gummiball

Zwei Teams, bestehend aus zwei Personen, bewegen sich um ein rundes Netz, welches aussieht wie ein Kindertrampolin. Ein Gummiball, kleiner als ein Handball und größer als ein Tennisball, wird in das Netz „geschlagen“ und das gegnerische Team muss den Ball erreichen, bevor er auf dem Boden ist. Anschließend darf sich der Ball, wie beim Volleyball, zugespielt werden und muss beim dritten Ballkontakt des Teams wieder ins Netz geschlagen werden (und so weiter). Jedes Mal, wenn das gegnerische Team den Ball nicht erreicht und er den Boden berührt, erhält man einen Punkt. Spikeball ist folglich sowohl Rückschlag-, Fun- und Trendsportart als auch gleichzeitig ein 360 Grad-Spiel, da es kein klassisches Spielfeld gibt, sondern dieses Bewegungsspiel frei und dynamisch um das Netz herum gespielt wird.

Modifikationen: So haben alle Spaß an Bewegungsspielen wie Spikeball

Bewegungsspiele, speziell das vielen noch unbekannte Spikeball, lassen sich am besten vermitteln und machen am meisten Spaß, wenn die Schülerinnen und Schüler sie kognitiv durchdringen, sich sportmotorisch verbessern und während des Bewegungsspiels fair miteinander umgehen. Zudem sollte der Spielfluss möglichst lange aufrecht erhalten bleiben. Um dies zu gewährleisten, kann es notwendig sein, gewisse Regeln anzupassen und zum Beispiel den Zeitdruck des Rückschlagspielst zu vermindern, indem die Schülerinnen und Schüler den Ball zunächst werfen und fangen dürfen und erst später „gespiked“, also direkt weitergespielt wird. Auch die an sich vorgegebene Passanzahl von drei Kontakten innerhalb eines Teams lässt sich zunächst ignorieren. Dadurch verbessert sich der Spielfluss, der Ball bleibt länger im Spiel und es ergeben sich mehr Ballkontakte. Jüngeren Spielerinnen und Spielern hilft es oft, wenn sie dieses Bewegungsspiel zunächst mit-, nicht gegeneinander spielen.

Sport & Spiel Nr. 3/2019 Sport-Trends Ein Trendsport spiegelt die aktuelle Gesellschaft und deren Bedürfnisse wider. Vielleicht sind Trendsportarten deshalb so vielseitig: Skateboarding gilt als cool und dynamisch, wohingegen Yoga auf Ruhe und Fokussierung setzt. Dazwischen liegen jede Menge „Sport-Trend-Schattierungen“.

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Motivation über die Punktvergabe

Eine Möglichkeit, sowohl die Selbsteinschätzung als auch die eigene Verbesserung der Spielfertigkeit bei Bewegungsspielen wie Spikeball zu motivieren, liegt in der unterschiedlichen Punktevergabe. So erhält man einen Punkt, wenn man diesen durch einen Wurf erzielt, zwei Punkte, wenn man diesen durch „spiken“ mit mehreren eigenen Kontakten erzielt und drei Punkte, wenn man ihn „wettkampfgerecht“ (ohne Fangen, nur mit maximal drei Kontakten innerhalb des Paares und ohne Mehrfachkontakte einer Person) erzielt. Um „wettkampfgerechtes“ Spielen weiter zu motivieren, kann die Punktevergabe dementsprechend angepasst werden.

Grundsätze für Bewegungsspiele mit Spaß

Zusammengefasst gelten folgende Grundsätze für die Vermittlung Bewegungsspielen, in diesem Fall speziell bezogen auf Spikeball:

  • Spielfreude statt Leistungsdenken
  • vom Miteinander zum Gegeneinander
  • vom Werfen und Fangen zum Spiken
  • von beliebig vielen Kontakten zum wettkampfgerechten Spielen
  • Paare häufig und zufällig mischen, erst zum Abschluss „feste Teams“
  • Musik, Videos und unterschiedliche Spielorte erhöhen die Motivation
  • straffe Netze und aufgepumpte Bälle erleichtern das Spielen
  • Konflikte selbstständig und unkompliziert lösen – spielen, statt diskutieren

Mehr Informationen zum Bewegungsspiel Spikeball im Sportunterricht gibt es in den folgenden Heften:

Sportpädagogik 3+4/20

Sport & Spiel 75

Fakten zum Artikel
Unterricht (2-10 Std.) Schuljahr 7-13