Per Video Schläge verfeinern

Bewegungslehre im Volleyball

Bewegungslehre per Video-Tutorial: Schläge werden digital in einzelne Sequenzen zerlegt, um die Bewegungen so zu verbessern. Wie genau sich Spieltechniken und -fertigkeiten am Beispiel Volleyball mit Video-Tutorials verfeinern lassen, erfahren Sie hier.

Mädchen beim Volleyballspiel
Mitmischen statt zuschauen? Per Video lässt sich die Schlagtechnik verbessern. ©TaniaVdB - pixabay

Die Bewegungslehre bietet Möglichkeiten, die Bewegungsabläufe im Sport zu analysieren. In diesem Unterrichtsvorhaben werden Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II die Feinheiten des Volleyball-Angriffsschlag per Video-Tutorial nahegebracht.

Spielen durch Spielen erlernen scheint ein unumstößlicher Grundsatz für die Vermittlung von Sportspielen im modernen Schulsportunterricht zu sein. Allerdings gibt es bei dieser Methode wenige Möglichkeiten, den Schülerinnen und Schülern im Zuge der Bewegungslehre Spieltechniken und -fertigkeiten in ihren Einzelbewegungen nahezubringen. Vor allem bei technisch komplexen Grundanforderungen lassen sich Momente feststellen, in denen von den Lernenden eine Übung konkreter Spielfertigkeiten zur Weiterentwicklung des Zielspiels eingefordert wird. Hier kann die Digitalisierung des Sportunterrichts eine Chance bieten, das Erlernen und Üben von motorischen Fertigkeiten für das jeweilige Zielspiel individualisiert, schülerorientiert und nicht zuletzt auch motivierend zu gestalten.

Bewegungslehre mit der Moodle-Box

Das vorliegende Unterrichtsbeispiel eröffnet daran anknüpfend einen Weg, bei dem auf eine alltägliche „digitale“ Praxis der Lernenden zurückgegriffen wird, um die Technik des Angriffsschlags im Volleyball weiterzuentwickeln – mithilfe von Video-Tutorials.

Diese sind mittlerweile über diverse Plattformen wie YouTube fester Bestandteil der praktischen Lebens- und Lernwelt der Lernenden. In der sportdidaktischen Literatur wurde diese Praxis bisher nur vereinzelt berücksichtigt, was sicher auch darauf zurückzuführen ist, dass Lehrkräfte unsicher bei der technischen Realisation sind, die im Beispiel mithilfe einer sogenannten „Moodle-Box“ gelingt. Mit „Moodle“ lassen sich digitale Lernarrangements beispielsweise über das Hochladen von Videos von den Lehrenden gestalten, die den Lernenden dann über mobile Endgeräte wie Tablets oder Smartphones zugänglich gemacht werden. Die Lernarrangements sind auf einer SD-Karte lokal in der „Moodle-Box“ gespeichert. Dadurch lassen sie sich auch ohne Internetverbindung nutzen, um Bewegungslehre bzw. bestimmte Bewegungsabläufe zugänglich zu machen.

sportpädagogik Nr. 3/4 2020 Sportspielvermittlung In diesem Schwerpunktheft "Sportspielvermittlung" zeigen die Autorinnen und Autoren auf, wie verschiedene Konzepte wie Teaching Games for Understanding, genetisches Lernen, die Heidelberger Ballschule oder das Taktik-Spielmodell eingesetzt werden können, um Spiele wie Basketball, Beachvolleyball oder auch Badminton zu vermitteln und die Spielfertigkeiten zu verbessern.

37,00 EUR Preise jeweils zzgl. Versandkosten

Produkt ansehen

Bewegungslehre: Ablauf des Unterrichtsevorhabens

Die Lernenden bekommen hierbei mithilfe von mobilen Endgeräten Übungen zugewiesen, die ihrem Lernstand entsprechen und führen diese anhand von Video-Tutorials selbstständig aus. Den Lernpfad bekommen sie über die „Moodle-Box“ zur Verfügung gestellt, die durch ein geräteeigenes Funksignal den Zugang zu einer durch die Lehrkraft bespiel- und gestaltbaren Lernplattform ermöglicht. Die Technik bietet hierbei den Vorteil, dass auch bei einer schwierigen technischen Infrastruktur bzw. fehlender Internetabdeckung digitale Inhalte im Sportunterricht genutzt werden können.

Der virtuelle Angriffsschlag

  • Da sich bei der gemeinsamen Spielreflexion Defizite in der Umsetzung des Angriffsschlags zeigten, wurde der Fokus auf diesen technikorientierten Aspekt gelegt.
  • Im Zuge von zwei Doppelstunden wird zunächst der Angriffsschlag im Stand als Vorstufe des Angriffsschlags im Sprung (Schmetterschlag) verfeinert.
  • Dabei bildet den Kern der Doppelstunden jeweils die Partnerarbeitsphase, bei der die Lernenden sich mit der Bewegungslehre auseinandersetzen, das heißt, sie verdeutlichen sich die Zieltechnik mit einer verlangsamten und mit Beobachtungsschwerpunkten versehenen Videosequenz.
  • Danach gleich sie mit Partner oder Partnerin „Soll“ und „Ist“ ab.

Üben und verbessern

Die Ergebnisse übertragen sie in Moodle, wo ein individualisierter Lernpfad mit Video-Tutorials erstellt, die passende Übungen enthalten. Die Übungsphasen führen die Schülerinnen und Schüler partnergeleitet durch. Danach erfolgt eine erneute Einschätzung und Erstellung passender Übungen. Erfahrungsgemäß lassen sich in einer Doppelstunde zwei Übungsschleifen durchlaufen. Zum Abschluss der jeweiligen Stunde gibt es ein Spiel in der Form „3 gegen 3“, um die erlernten Techniken anzuwenden.

Fazit: Bewegungslehre per Video-Tutorial

Insgesamt lässt sich zeigen, dass digitalisierte Lernwege eine Möglichkeit bieten, einen Beitrag zur motorischen Entwicklung der Lernenden im Sportunterricht zu leisten. Gerade der Einsatz beim Erlernen von Fertigkeiten im Bereich der Bewegungslehre, der Beweungs- und Wahrnehmungskompetenz scheint gewinnbringend.

Den gesamten Artikel "Technik durch Tutorials" finden Sie in

Sportpädagogik 3+4/20

Fakten zum Artikel
Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 11-13