Melanie Lachmund

Was traue ich mir zu auf dem Minitrampolin?

© Hendrik Kranenberg

Melanie Lachmund

Beim Springen und Fliegen Grenzen erfahren, individuell verschieben und reflektieren

Das hier beschriebene Unterrichtsvorhaben findet in einer Realschule mit 23 Mädchen aus zwei Klassen der neunten Klassenstufe statt (K1).
K1 | Die Einheit im Überblick
K1 | Die Einheit im Überblick
1. Doppelstunde: Gewöhnung an das Minitrampolin, erste Partnerübungen
2. Doppelstunde: Wie fühlt sich Fliegen an? Sprung mit zwei Trampolinen
3. Doppelstunde: Was traue ich mir zu? Rolle auf dem Mattenberg
4. Doppelstunde: Präsentation eigener Sprungideen
Die Realschule verfügt über eine Dreifachturnhalle mit einer Standardgeräteausstattung. Es sind drei Minitrampoline vorhanden, auf die in den Unterrichtsstunden zurückgegriffen wird.
In der Einheit zum Gerätturnen sollen die Schülerinnen ihre aus früheren Jahrgangsstufen erworbenen motorischen Fertigkeiten zum Springen und Fliegen auffrischen und eigene Grenzen reflektieren lernen. Die Einführung in das Minitrampolin-Springen in der ersten Stunde findet eher lehrerzentriert statt, damit die Schülerinnen eine Grundsicherheit haben und eine Vorstellung davon bekommen, worauf sie beim Springen und Fliegen achten müssen.
In den folgenden Stunden bekommen die Schülerinnen dann vermehrt die Möglichkeit, zu experimentieren und sich selbst Herausforderungen vor dem Hintergrund ihres individuellen Könnens und Wagens zu stellen. Ungewohnte Aufgabenstellungen an und mit dem Minitrampolin sollen die Mädchen dazu animieren, mit dem Ungewissen umzugehen und zu entscheiden, ob sie Neues wagen möchten. Sie können dabei selbst wählen, wie weit sie gehen möchten und haben die Freiheit, bewusst „Nein zu sagen, wenn sie sich etwas nicht mehr zutrauen.
Gewöhnung an das Minitrampolin und erste Partnerübungen
Auch wenn alle Mädchen bereits Erfahrung mit dem Minitrampolin aus früheren Jahrgangsstufen haben, sind zu Beginn der Trampolineinheit entsprechende Sicherheitshinweise und eine kurze Wiederholung der Sicherheitsstellung notwendig. Gemeinsam bauen wir die Trampoline und Zusatzgeräte auf (K2) und legen ein Seil, einen Ball und eine Teppichfliese bereit.
Zur Gewöhnung an das Trampolin sollen die Schülerinnen
  • fünfmal im Trampolin federn, die Flughöhe mit jedem Sprung steigern und dann beidbeinig auf der Niedersprungmatte landen (K2a; als Sicherheitsstellung steht eine Schülerin daneben und bietet der Springenden eine Hand an).
  • auf der Langbank anlaufen, kräftig aus dem Trampolin abspringen und beidbeinig auf der Niedersprungmatte landen (K2b).
  • von einem hohen Kasten ins Trampolin springen und beidbeinig auf der Niedersprungmatte landen (K2c).
Während die Schülerinnen die Übungen a und b wenig motiviert ausführen („langweilig, „können wir doch schon), stellt der Sprung vom hohen Kasten ins Trampolin zu Beginn bei einigen eine Herausforderung dar. Hier ist eine gute Körperspannung zum Zeitpunkt des Absprungs gefragt. Die zweiten und dritten Sprünge gelingen meist schon sehr gut die teilweise sehr hohen Sprünge lösen Freude über die Flugerfahrung aus („Cool, ich habe es geschafft. Hast du das gesehen?). Die Schülerinnen genießen die verlängerte Flugphase.
Beim Springen wiederholen wir bekannte Grundsprünge wie Strecksprung, Strecksprung mit halber Drehung, Hocksprung, Grätschsprung und Grätschwinkelsprung.
Flugphase und Sprunghöhe variieren
Nach der Äußerung einer Schülerin („Puh, ist das anstrengend, so schnell anzulaufen und so kräftig abzuspringen. Aber Spaß macht es trotzdem, so lange zu fliegen!) thematisieren wir die Flugphase („Wie fühlt sich das Fliegen an, was ist daran toll und was gefällt euch dabei weniger?). Eine lange Flugphase zu haben, macht den Mädchen viel Freude, ist aber nicht für alle leicht zu erreichen. Sie erkennen, dass ein schneller Anlauf sowie ein dynamisches Einspringen nötig sind. Einige Mädchen merken an, dass die beidbeinige Landung umso schwieriger wird, je länger man in der Luft ist.
Nun sollen...

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Fakten zum Artikel
aus: Sportpädagogik Nr. 5 / 2020

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