Alter – Generationen – Medikalisierung

Geschichte in Wiss. u. Unterr. Nr. 7+8/2001

Bestellnummer: 523199
Medienart: Zeitschrift
Erscheinungsdatum: Juni 2001
Schulstufe / Tätigkeitsbereich: Sekundarstufe
Schulfach / Lernbereich: Geschichte & Gesellschaft, Geschichte
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Aus dem Inhalt: Joachim Rohlfes: Alt sein in historischer Perspektive

Andreas Schulz: Individuum und Generation – Identitätsbildung im 19. und 20. Jahrhundert

Gerhard Schneider: Medikalisierung und Professionalisierung Die Verdrängung der "Quacksalber" aus dem Gesundheitswesen

Autor: Rohlfes, Joachim
Titel: Alt sein in historischer Perspektive.
Quelle: In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht,(2001) 7–8, S. 388–405

Abstract: In der Vormoderne nahm man das höhere Alter kaum als eine von den übrigen Altersstufen abgehobene Lebensphase wahr. Der Hauptgrund dafür lag wohl darin, dass die meisten Alten keinen Ruhestand erlebten, sondern bis zu ihrem Tod in die Arbeitswelt eingespannt blieben. Erst seitdem im ausgehenden 19. Jahrhundert alte Menschen als Rentner und Persionäre aus dem Berufsleben ausschieden, nahm das Altsein die uns heute vertraute Form an. Dieser Wandel spiegelt sich deutlich im Diskurs der Humanwissenschaften: auch sie entdeckten erst im 20. Jahrhundert den alten Menschen als einen wichtigen Forschungsgegenstand. (nach Orig.).

Schlagwörter: Anthropologie, Soziologie, Geschichte , Gerontologie, Geschichtswissenschaft, Alter Mensch, Humanwissenschaften


Autor: Schulz, Andreas
Titel: Individuum und Generation – Identitätsbildung im 19. und 20. Jahrhundert.
Quelle: In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht,(2001) 7–8, S. 406–414

Abstract: Generationen eignen sich nicht als universale Deutungskonzepte historischen Wandels. Als ein Vorgang der wertenden und ordnenden Erinnerung, der individuellen Welterklärung und Selbstdeutung sind sie jedoch ein Grundbestandteil der Memoirenliteratur und der kollektiven Identitätsbildung. Indem der Lebenslauf rückblickend einer Generation zugeordnet wird, erhält er historische Bedeutung. Ob real oder fiktiv – Generationserinnerungen reflektieren erlebte, erfahrene und erfundene Wirklichkeit. Sie sind damit für Geschichtsforschung und -unterricht von grundlegender Bedeutung. (Orig.).

Schlagwörter: Geschichtsunterricht, Geschichte , Begriff, Geschichtswissenschaft, Identität, Generation


Autor: Schneider, Gerhard
Titel: Medikalisierung und Professionalisierung. Die Verdrängung der Quacksalber aus dem Gesundheitswesen am Beispiel des Kurfürstentums Hannover um 1800.
Quelle: In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht,(2001) 7–8, S. 415–432

Abstract: Ein wesentliches Element des Medikalisierungsprozesses ist das Bestreben der Obrigkeit, ein klar abgegrenztes Korps von konzessionierten Heilberufen zu etablieren. Hierzu wurden der Ausbildungsgang in diesen Berufen reglementiert und die von den verschiedenen Therapeuten erlaubten Heilmassnahmen genau definiert. Auch die Zulassung der studierten Ärzte zur medizinischen Praxis und v.a. zum Physikat unterliegt nach 1815 einer genauen Fixierung bei gleichzeitiger Anhebung der wissenschaftlichen und praktischen Anforderungen. Gleichzeitig versucht die Obrigkeit, die Laientherapeuten aus dem Gesundheitswesen zu eliminieren, jedoch ohne vollständigen Erfolg. Verschiedene Fälle aus dem Kurfürstentum Hannover aus der Zeit um 1800 illustrieren diese Entwicklung. (nach Orig.).

Schlagwörter: Gesundheitswesen, Arzt, Geschichte , Beruf, Laie, Humanmedizin, Professionalisierung, Krankheit


Autor: Lässig, Simone; Pohl, Karl Heinrich
Titel: Verbürgerlichung als kulturelles Phänomen: eine jüdische Quelle.
Quelle: In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht,(2001) 7–8, S. 433–444

Abstract: Abgedruckt, in die historischen Zusammenhänge eingeordnet und interpretiert wird der Privatbrief eines jüdischen Schreibers des gehobenen Bürgertums aus dem Jahr 1822. Diese Quelle ist in besonderem Maße dafür geeignet, der Forderung nach einer wirklichen Verzahnung von allgemeiner deutscher Geschichte und deutsch-jüdischer Geschichte nachzugehen: Die jüdische Perspektive bietet in diesem Falle eine hervorragende Chance, allgemeine Mechanismen der kulturellen Verbürgerlichung im Alltag, der Ausformung eines neuen Habitus und eines neuen Welterlebens aufzuzeigen und zu begreifen. (S. 444).

Schlagwörter: Kultur, Brief, Geschichtsunterricht, Bürgertum, Quellenarbeit, Interpretation, Modernisierung, Jude, Sekundarstufe II, Alltagsgeschichte, Unterrichtsmaterial, 19. Jahrhundert, Säkularisierung


Autor: Rohlfes, Joachim
Titel: Geschichtsdidaktik – Geschichtsunterricht. Literaturbericht. Teil I (letzter Bericht in GWU 48, 1997, H. 1–4).
Quelle: In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht,(2001) 7–8, S. 445–468

Schlagwörter: Geschichtsunterricht, Literaturbericht, Fachdidaktik, Unterrichtsmaterial


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