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Juden in der deutschen Literatur

Der Deutschunterricht Nr. 3/1985

Erscheinungsdatum:
März 1985
Schulstufe / Tätigkeitsbereich:
Sekundarstufe
Schulfach / Lernbereich:
Deutsch
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Abstract

Autor: Gamm, Hans-Jochen
Titel: Zur Entstehung des Zionismus.
Quelle: In: Der Deutschunterricht,(1985) 3, S. 7–17

Abstract: Die gegenwaertige, in der Regel abwertende Verwendung des Begriffs Zionismus wird in dem Beitrag konfrontiert mit der Entstehung des Begriffs und den urspruenglichen Zielen der zionistischen Bewegung. Die ausfuehrliche Darstellung der historischen Zusammenhaenge macht deutlich, dass die politischen Vorstellungen der Zionisten, wie sie gegen Ende des 19. Jahrhunderts von Th. Herzl formuliert wurden, keineswegs mit der aktuellen Politik des Staates Israel zu identifzieren sind. Die wichtigsten Repraesentanten des Zionimus wie etwa Herzl und Buber strebten einen saekularen, demokratischen Staat an, der das friedliche und gleichberechtigte Zusammenleben von Juden und Arabern garantieren sollte. Politische Bedingungen, aber auch innerjuedische Widersprueche vereitelten die Verwirklichung der humanitaeren Ziele. Indes zeigt der historische Abriss, wie Begriffe ihres Inhalts beraubt und zu politischen Schablonen werden, die Vorurteile befestigen und eine adaequate politische Analyse verhindern.

Schlagwörter: Sozialkunde, Geschichtsunterricht, Israel, Zionismus, Geschichte , Politik, Begriff, Entstehung, Sachinformation, Judentum


Autor: Goldstuecken, Eduard
Titel: Ueber Kafkas Religion.
Quelle: In: Der Deutschunterricht,(1985) 3, S. 18–25

Abstract: In dem Beitrag geht es um Kafkas zwiespaeltige Auseinandersetzung mit der juedischen Tradition, von der er sich, soweit sie von der Elterngeneration verkoerpert wurde, zu befreien trachtete und an die er, um zu verschuetteten Urspruengen zurueckzufinden, anknuepfte. Deutlich wird Kafkas Spannung und innere Zerrissenheit. Trotz seiner Sympathie fuer das osteuropaeische Judentum und seinen wiederholten Annaeherungsversuchen an diese Form der Religiositaet dominieren bis zuletzt intellektuelle Vorbehalte gegenueber jedweder Religion.

Schlagwörter: Literaturgeschichte, Religion, Autor, Jahrhundertwende, Deutschunterricht, Kafka, Franz, 20. Jahrhundert, Sachinformation, Judentum


Autor: Witte, Bernd
Titel: Die Welt allseitiger und integraler Aktualitaet.
Quelle: In: Der Deutschunterricht,(1985) 3, S. 26–37

Abstract: In dem Beitrag geht es um die geistige Entwicklung Walter Benjamins, der von der juedischen Tradition herkommend juedische Philosophie mit marxistisch- materialistischen Ansaetzen zu versoehnen trachtet. Anhand von Benjamins Schriften, angefangen bei seinen Fruehschriften bis hin zu den letzten Essays, wird deutlich, wie Benjamins Verstaendnis der Literatur sowie seine Geschichtsphilosophie trotz der fortschreitenden Saekularisierung juedischer Motive bis zuletzt von eschatologischen Vorstellungen gepraegt ist. Sein Denken stellt sich mithin zwar als paradox dar, aber gerade wegen dieser Paradoxe auch als so vieldimensional, dass es trotz seiner Fremdheit noch immer Anlass fuer Auseinandersetzungen sein sollte.

Schlagwörter: Literatur, Essay, Marxismus, Literaturwissenschaft, Autor, Benjamin, Walter, Theorie, Eschatologie, Geisteswissenschaften, Kritik, Deutschunterricht, Geistige Entwicklung, 20. Jahrhundert, Geschichtsphilosophie, Sachinformation, Judentum


Autor: Stengel-Marchand, Birgit
Titel: Das tragische Paradox der Assimilation: Der Fall Wassermann.
Quelle: In: Der Deutschunterricht,(1985) 3, S. 38–41

Abstract: Ausgehend von den Identitaetsschwierigkeiten Jakob Wassermanns, der sich als Deutscher und Jude begreifen wollte, zeichnet der Beitrag nach, wie diese Orientierungslosigkeit durch Ideologien kompensiert wird. J. Wassermann isolierte sich von beiden Bezugsgruppen und wandte sich dann von der realen gesellschaftlichen Entwicklung ab, um Halt bei ewigen Werten zu suchen. Mehr und mehr legt er sich eine elitaere Philosophie und Kunstauffassung zurecht, die nationalsozialistischem Denken gefaehrlich nahe kam. Die von ihm nicht gesehene und nicht begriffene gesellschaftliche Entwicklung hatte gleichwohl zur Folge, dass er als Jude zum Wegbereiter faschistischer Ideologie wurde.

Schlagwörter: Literaturgeschichte, Autor, Wassermann, Jakob, Nationalsozialismus, Deutschunterricht, Identität, Sachinformation, Judentum


Autor: Hollstein, Dorothea
Titel: Dreimal Jud Suess: Zeugnisse schmaehlichster Barbarei.
Quelle: In: Der Deutschunterricht,(1985) 3, S. 42–54

Abstract: Ausgehend von der Betrachtung des historischen Joseph Suess Oppenheimer werden Hauffs Novelle Jud Suess (1827) und Feuchtwangers Roman Jud Suess (1925) mit dem im Nationalsozialismus entstandenen Film Jud Suess von Veit Harlan verglichen. Deutlich wird, wie die historischen und literarischen Vorlagen verborgen und entstellt werden, damit ein Propaganda-Film entstehen konnte, der jede Sympathie mit Juden ausschloss.

Schlagwörter: Hauff, Wilhelm, Literatur, Roman, Vergleichsuntersuchung, Harlan, Veith, Novelle, Nationalsozialismus, Spielfilm, Deutschunterricht, Feuchtwanger, Lion, Sachinformation, Judentum


Autor: Witting, Gunther
Titel: Bericht von der hohen Warte.
Quelle: In: Der Deutschunterricht,(1985) 3, S. 55–64

Abstract: Die detaillierte Interpretation von Peter Weiss Mikro- Roman setzt bei drei Punkten an: bei der Erzaehlperspektive, bei der Rolle der Komik und bei der Bedeutung der Schattenszene. In kritischer Auseinandersetzung mit vorhergehenden Interpretationen werden deren Ergebnisse teils bestaetigt, teils modifiziert. Ausserdem werden biographische Details, etwa die grosse Bedeutung des Exils, und andere Schriften von P. Weiss herangezogen. Vor diesem Hintergrund stellt sich Der Schatten des Koerpers des Kutschers vor allem als ein immens artifizielles Sprachspiel dar, als ein Versuch, die im Exil verlorene Sprache wiederzugewinnen.

Schlagwörter: Literatur, Sprachspiel, Roman, Weiss, Peter, Exilliteratur, Autor, Textinterpretation, Nachkriegsgeschichte, Deutschunterricht, Sachinformation, Judentum


Autor: Keilson, Hans
Titel: Linker Antisemitismus?
Quelle: In: Der Deutschunterricht,(1985) 3, S. 69–86

Abstract: In dem Beitrag geht es um die Frage, inwieweit die seit dem Libanon-Krieg von 1982 besonders heftigen antizionistischen Ausfaelle von linker Seite antisemitische Einstellungen verraten. Dabei wird Kritik an der staatlichen Politik Israels keineswegs als Zeichen von Antisemitismus gewertet. Die ausfuehrliche Darstellung sowohl der Vorurteilsforschung als auch der historischen Erscheinungsformen von Antisemitismus macht jedoch deutlich, dass die Linke, trotz ihres humanitaer- aufklaererischen Anspruchs, keineswegs gegen antisemitische Affekte gefeit ist. Einzelne Aeusserungen und Schlagworte – wie etwa der Vergleich Begins mit Hitler oder das Versprechen einer Ehrenrettung der deutschen Geschichte durch die bedingungslose Solidaritaet mit den Palaestinensern – verweisen erneut auf den Mechanismus der Projektion, der allen Vorurteilen zugrunde liegt. Besonders fatal wirkt auch der leichtfertige Umgang mit Begriffen, die stereotyp zur Diffamierung eingesetzt werden und die dadurch antijuedische Ressentiments auch bei anderen wecken koennen.

Schlagwörter: Vorurteil, Sprachgebrauch, Projektion , Antisemitismus, Kriterium, Neue Linke, Kritik, Ideologie, Deutschunterricht, Ideologiekritik, Psychologie, Sachinformation


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