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Fremdes verstehen

Der Deutschunterricht Nr. 4/1989

Erscheinungsdatum:
April 1989
Schulstufe / Tätigkeitsbereich:
Sekundarstufe
Schulfach / Lernbereich:
Deutsch
Bestellnr.:
520028
Medienart:
Zeitschrift
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Abstract

Autor: Grzesik, Juergen
Titel: Geistige Operationen beim Fremdverstehen im Literaturunterricht.
Quelle: In: Der Deutschunterricht,(1989) 4, S. 7–18

Abstract: Wie koennen Schueler fiktive Personen wie z. B. den Prinzen von Homburg verstehen? Die historische Schule des 19. Jh. geht davon aus, dass Verstehen Resultat einer infiniten Kette von Vergleichsoperationen ist. Bereits bei Schleiermacher findet sich der Ansatz zu einer konstruktivistischen Theorie des Fremdverstehens, die davon ausgeht, dass das Andersartige als Sinnzusammenhang erschlossen werden muss. Das geschieht in einem komplizierten Prozess der Konstruktion von Sinn unter der operativen Verwendung von Weltwissen. Was jedoch an operativen Faehigkeiten aktualisiert wird, haengt von der Absicht ab. Jemand, der ein Vorurteil bestaetigen will, stellt andere Sinnzusammenhaenge her als derjenige, der es ueberpruefen will. Doch die Kombination von Operationen fuer eine bestimmte Absicht ist erlernbar. Im Literaturunterricht geht es zunaechst darum, Sinnzusammenhaenge zwischen dem Handeln der dargestellten Personen herzustellen. Weiter koennen nicht dargestellte Zusammenhaenge erschlossen werden. Ausserdem kann man sich die Perspektive der handelnden Personen oder des Autors zu eigen machen. Emotionen und Vorurteile muessen bewusst gemacht werden, denn die emotionale Komponente des Verstehens wird haeufig ausschlaggebend, sie laesst sich nicht ausschalten, allenfalls beeinflussen.

Schlagwörter: Verstehen, Literaturwissenschaft, Deutsch, Hermeneutik, Text, Fremdverstehen, Dilthey, Wilhelm, Schleiermacher, Friedrich Ernst Daniel, Textverständnis, Kognitionspsychologie, Sachinformation


Autor: Spinner, Kaspar H.
Titel: Fremdverstehen und historisches Verstehen als Ergebnis kognitiver Entwicklung.
Quelle: In: Der Deutschunterricht,(1989) 4, S. 19–23

Abstract: Haeufig hoert man die Klage, Schueler koennten nicht mehr historisch denken, ihnen fehle es an geschichtlichem Wissen. Nun ist die Kenntnis von Fakten zwar wichtig, aber noch keine Garantie fuer historisches Verstehen. Vielmehr ist der Literaturunterricht so zu gestalten, dass durch die Uebernahme fremder Perspektiven in der Fiktion eine Annaeherung an das historische Andere erreichbar ist. Die Erweiterung der Perspektive beginnt mit der einfachen Erkenntnis, dass frueher vieles anders war, nicht nur die aeusseren Umstaende, auch die Denk- und Erlebnisweisen. Auf hoechstem Niveau sollten die Perspektiven mehrerer Personen nicht nur gleichzeitig praesent sein, sondern in gesellschaftliche und historische Zusammenhaenge eingeordnet werden.

Schlagwörter: Geschichtsunterricht, Verstehen, Deutsch, Geschichte , Text, Fachdidaktik, Perspektive, Fremdverstehen, Unterrichtsmaterial, Literaturunterricht, Textverständnis, Kognitive Entwicklung


Autor: Hurrelmann, Bettina
Titel: Jona zum Beispiel. Zur Didaktik d. Eigenen u. d. Fremden im Deutschunterricht e. 5. Jg.
Quelle: In: Der Deutschunterricht,(1989) 4, S. 24–42

Abstract: Die Jona-Erzaehlung aus dem Alten Testament ist kein historischer Bericht, seine literarische Gestalt berechtigt die Behandlung im Deutschunterricht. In der ersten Doppelstunde wird den Schuelern die Geschichte vorgelesen. Befremdlich fuer die Kinder ist die Unwahrscheinlichkeit des Geschehens, sie suchen nach Erklaerungen. Doch insgesamt scheint der Text den Schuelern weniger fremd als dem Lehrer. In der zweiten Doppelstunde berichten die Kinder ueber die Vorstellungen, die die Erzaehlung in ihnen ausloest. Wichtig fuer die meisten ist die Verschlingungsszene, Interesse besteht auch fuer die psychische Situation Jonas. Schliesslich waehlen die Schueler aus einem Jona- Bilderbuch eine Szene und schreiben dazu einen Text. Die Illustrationen sollen neben der kognitven eine sinnlich- emotionale Reaktion ermoeglichen. UNTERRICHTSGEGENSTAND: Die Jona-Erzaehlung aus dem Alten Testament.

Schlagwörter: Altes Testament, Verstehen, Unterrichtsplanung, Schuljahr 05, Parabel , Deutsch, Erzählung, Text, Kreatives Schreiben, Fremdverstehen, Förderstufe, Unterrichtsmaterial, Literaturunterricht, Textverständnis, Sekundarstufe I, Jona


Autor: Willenberg, Heiner; Froebel, Rainer
Titel: Interesse und individuelles Verstehen von Fremdem. Lisa Tetzners Die Kinder aus Nr. 67.
Quelle: In: Der Deutschunterricht,(1989) 4, S. 43–52

Abstract: Das Jugendbuch Die Kinder aus Nr. 67 von Lisa Tetzner handelt von zwei Jungen, die in den 30er Jahren im Berliner Hinterhofmilieu leben. Die Themen sind: Freundschaft, Vater-Kind-Beziehung, Armut, Arbeitslosigkeit, nationalsozialistische Ideologie. Der Film zum Buch legt mehr Gewicht auf die Schilderung des Milieus und die Bedrohung durch den Nationalsozialismus, waehrend das Buch genauer die Reflexionen des fiktiven Ichs ausgestaltet. In zwei vergleichbaren Klassen wurde ein unterschiedlicher Zugang zur Erfahrungswelt von Kindern aus den Jahren 1930–32 gesucht. Die Buchklasse begann mit der Lektuere, ein Vergleich mit Filmszenen stand am Schluss. Der Filmklasse wurde der erste Teil des Films kommentarlos vorgefuehrt. Es zeigte sich, dass der Film sehr schnell allgemeine politische Ueberlegungen provoziert, waehrend das Buch mehr an die persoenlichen Gruende faschistischen Verhaltens heranfuehrt. Somit scheint eher ueber Texte, die ins Selbst eindringen, ein Verstehen fremder Menschen erreichbar. Allerdings genuegt es nicht, emotionale Betroffenheit herzustellen. Die Umformung der Betroffenheit in Sachkenntnis und begruendetes Urteilen ist ein wichtiger Prozess, der sich individuell ganz unterschiedlich vollzieht. UNTERRICHTSGEGENSTAND: Lisa Tetzner: Die Kinder aus Nr. 67.

Schlagwörter: Tetzner, Lisa, Verstehen, Arbeitslosigkeit, Unterrichtsplanung, Jugendbuch, Deutsch, Vater-Kind-Beziehung, Text, Berlin, Nationalsozialismus, Armut, Fremdverstehen, Freundschaft, Unterrichtsmaterial, Literaturunterricht, Literaturverfilmung, Textverständnis, Sekundarstufe I


Autor: Rupp, Gerhard
Titel: Nichts mehr wahrnehmen, nicht erkennen in zeitlosem Nebel. Schueler reagieren auf d. Schulkritik d. Schueler Gerber (1929) von Friedrich Torberg.
Quelle: In: Der Deutschunterricht,(1989) 4, S. 53–67

Abstract: Der Roman Der Schueler Gerber (1929) schildert aus der Perspektive der Hauptfigur das letzte Jahr vor der Reifepruefung in einer Provinzstadt Oesterreichs. Die Haerte des Schul- und Gesellschaftssystems treibt Kurt Gerber in den Selbstmord. Die Schueler koennen sich leicht mit Kurt identifizieren, sollten dabei jedoch nicht stehenbleiben, sondern die Gesellschaftskritik des Romans erkennen und in einer reflexiven Bearbeitung Alternativen entwerfen. Nach der Textrezeption, dem Schreiben von Rezensionen und der textanalytischen Interpretation von Kernstellen wird die Texterschliessung abgeloest durch das Schreiben fiktiver Briefe an Figuren des Romans. Schliesslich ist ein alternativer Schluss zu verfassen. Das Unterrichtsvorhaben laesst an einem Beispiel deutlich werden, wie sich die Orientierung am Textverstehen der Schueler in bestimmten Typen von Arbeitsaufgaben niederschlaegt, die nicht nur das literarische Urteil schulen, sondern auch zum Schreiben anregen. UNTERRICHTSGEGENSTAND: Friedrich Torberg: Der Schueler Gerber (1929).

Schlagwörter: Gesellschaftskritik, Problem, Roman, Unterrichtsplanung, Schuljahr 11, Deutsch, Textinterpretation, Deutschland-BRD, Schule, Sekundarstufe II, Kritik, Unterrichtsmaterial, Literaturunterricht, Jugendlicher, Kreativität, Torberg, Friedrich


Autor: Hoelsken, Hans-Georg
Titel: Kognitive Zuege und Zugkombinationen bei der Verarbeitung fremder Erfahrungen. Beobachtungen zu Prozessen d. Textverstehens im Unterricht – Botho Strauss: Die Widmung.
Quelle: In: Der Deutschunterricht,(1989) 4, S. 68–84

Abstract: Ein Auszug aus der Erzaehlung Die Widmung von Botho Strauss berichtet ueber die selbstgewaehlte Isolation eines Mannes, der nur noch im Schreiben Halt findet. In dem Zustandsbericht wird das Zusammenhanglose zum Gestaltungsprinzip. Kausalitaet und Chronologie gelten nicht mehr, herkoemmliche Deutungsmuster versagen, der Text ist den Schuelern fremd. Deshalb wird er ihnen abschnittweise – den Momentberichten und Gedankensplittern folgend – vorgelesen. Nach jedem Abschnitt artikulieren die Schueler ihr Textverstaendnis neu. Durch die allmaehliche Ausweitung von Textinformationen in kognitiven und emotionalen Schichten ergeben sich aus dem scheinbar Zusammenhanglosen groessere Sinnzusammenhaenge. Ausgehend von der Begrifflichkeit der Kognitionspsychologie ist in einer genauen Diskursanalyse die Textverarbeitung durch die Schueler als Konstruktion eines Sinnmodells beschrieben. UNTERRICHTSGEGENSTAND: Botho Strauss: Die Widmung.

Schlagwörter: Verstehen, Strauss, Botho, Unterrichtsplanung, Schuljahr 12, Schuljahr 13, Deutsch, Textinterpretation, Erzählung, Deutschland-BRD, Gegenwartsliteratur, Sekundarstufe II, Fremdverstehen, Unterrichtsmaterial, Literaturunterricht, Isolation, Kognitionspsychologie


Autor: Scherner, Maximilian
Titel: Kognitionswissenschaftliche Beschreibung des Umgangs mit Texten – eine neue Moeglichkeit zur Fundierung der Deutschdidaktik?
Quelle: In: Der Deutschunterricht,(1989) 4, S. 85–95

Schlagwörter: Verstehen, Literaturwissenschaft, Deutsch, Textinterpretation, Text, Kognitionswissenschaft, Deutschunterricht, Textverständnis, Sachinformation


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