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Frauen in Sprache und Literatur

Der Deutschunterricht Nr. 3/1986

Erscheinungsdatum:
März 1986
Schulstufe / Tätigkeitsbereich:
Sekundarstufe
Schulfach / Lernbereich:
Deutsch
Bestellnr.:
520009
Medienart:
Zeitschrift
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Abstract

Autor: Enders-Dragaesser, Uta; Fuchs, Claudia; Schmidt, Petra
Titel: Weiblichkeit und Maennlichkeit in den Interaktionen des Unterrichts.
Quelle: In: Der Deutschunterricht,(1986) 3, S. 7–15

Abstract: Der Beitrag referiert Arbeiten der Interaktionsforschung, in deren Mittelpunkt die Auswirkungen von geschlechtsspezifischen Verhaltensweisen in der Schule stehen. These ist, dass schulische Interaktionen gepraegt sind von einem bislang noch kaum reflektierten Geschlechtsrollenverhalten, das gerade wegen seiner Nichtbeachtung so etwas wie einen heimlichen Lehrplan in geschlechtsspezifischer Erziehung begruendet. Die angefuehrten Untersuchungen von Frazier/ Sadker (USA) sowie der Rekurs auf britische Erfahrungen belegen, dass die schulischen Interaktionsformen zur Festlegung und Stereotypisierung der Erwartungen und Wahrnehmungen beider Geschlechter fuehren, insbesondere aber die Maedchen massiv benachteiligen. Andererseits wird aber auch auf die Moeglichkeiten verwiesen, das Rollenverhalten zum Thema des Unterrichts zu machen und so seiner automatischen Uebernahme entgegenzuwirken. Erfahrungsberichte deutscher Lehrerinnen bestaetigen diese These.

Schlagwörter: Schüler, Unterrichtsforschung, Forschung, Interaktion, Geschlechterrolle, Diskriminierung, Schule, Mädchen, Geschlechtsspezifische Sozialisation, Heimlicher Lehrplan, Rollenverhalten, Sachinformation


Autor: Kotthoff, Helga
Titel: Scherzen und Lachen in Gespraechen von Frauen und Maennern.
Quelle: In: Der Deutschunterricht,(1986) 3, S. 16–28

Abstract: Der Beitrag beschaeftigt sich mit geschlechtsspezifischen Eigentuemlichkeiten in scherzhaften Gespraechssituationen. An drei Gespraechsskizzen wird die Funktion von Witz und Spass zwischen Mann und Frau sowie von Frauen untereinander analysiert. Vorgefuehrt werden folgende Varianten: Der Scherz des Mannes in der sozial hoeheren Position ueber eine Frau in der sozial schwaecheren Position dient der Demonstration von Macht. Das zweite Beispiel – eine Gespraechssituation zwischen weiblichen und maennlichen Studenten – zeigt, dass witzige Aeusserungen der Studenten von allen Gespraechspartnern honoriert werden, waehrend die der Studentinnen Beifall nur von ihren Geschlechtsgenossinen finden. Im letzten Beispiel – eine Frau berichtet anderen Frauen auf lustige Weise von ihren Missgeschicken – wird deutlich, dass Frauen untereinander keine Neigung zur Hierarchisierung zeigen und Schwaechen offen darstellen koennen. Die aus der Analyse dieser Beispiele gewonnenen Aussagen werden sodann mit wissenschaftlicher Literatur konfrontiert, die zu dem gleichen Befund kommt, dass Frauen solidarischer sind als Maenner und kein Beduerfnis haben, den Gespraechspartner auszugrenzen und sich ueber ihn auf seine Kosten lustig zu machen.

Schlagwörter: Analyse, Kommunikationsforschung, Geschlechterrolle, Gespräch, Komik, Geschlechtsspezifische Sozialisation, Linguistik, Deutschunterricht, Ethologie, Sachinformation, Frau


Autor: Pusch, Luise F.
Titel: Laiinnen, Linguistinnen, Literatinnen – die drei L der internationalen feministischen Sprachkritik.
Quelle: In: Der Deutschunterricht,(1986) 3, S. 29–35

Abstract: Der Beitrag stellt unterschiedliche Richtungen der feministischen Sprachkritik vor, wie sie von nichtfachwissenschaftlicher Seite sowie von Schriftstellerinnen und ausgebildeten Linguistinnen formuliert wird. Herausgestellt wird, dass die laienhafte feministische Kritik sich vor allem an der Dominanz der maskulinen Formen in der Sprache stoesst, waehrend die literarische und linguistische Kritik ihr Augenmerk auf Diskursformen richtet, in denen Weibliches unterschwellig abgewertet wird. Erwaehnt werden ferner solche Positionen, die die Sprache insgesamt als patriarchalische Schoepfung ablehnen. Die Diskussion der verschiedenen Stellungnahmen macht jedoch deutlich, dass die rein formale und uebertrieben radikale Sprachkritik in eine Sackgasse fuehrt.

Schlagwörter: Literatur, Soziolinguistik, Sprachgebrauch, Sprachkritik, Linguistik, Deutschunterricht, Frauenbewegung, Sachinformation


Autor: Roebling, Irmgard
Titel: Weibliches Schreiben im 19. Jahrhundert.
Quelle: In: Der Deutschunterricht,(1986) 3, S. 37–56

Abstract: Die Gedichte Annette von Droste-Huelshoffs und ihre Naturmetaphorik werden in dem Beitrag als Ausdrucksform weiblichen Schreibens untersucht. Vor dem Hintergrund der sozialen Rolle, die Frauen im 19. Jh. zugedacht war und einem biographischen Abriss der Dichterin wird in drei Abschnitten die Bedeutung ihrer Naturbilder erlaeutert. Als Textbeispiele dienen u. a. Der Heidemann, Der Weiher, Der Tod des Erzbischofs Engelbert von Koeln, Im Turme und Der kranke Aar. Deutlich wird in diesen Gedichten Annette von Droste- Huelshoffs Auseinandersetzung mit einer als uebermaechtig und bedrohlich empfundenen maennlich gepraegten Gesellschaft sowie der Versuch, sich ueber die die Frauen erdrueckenden Normen hinwegzusetzen. Typisch fuer die Dichterin ist jedoch, dass Erfahrungen von Schmerz und Zerrissenheit ueberwiegen. Unterrichtsgegenstand: Weibliches Schreiben im 19. Jahrhundert.

Schlagwörter: Literatur, Droste-Hülshoff, Annette von, Sekundarbereich, Interpretation, Handreichung, Metapher, Text, Natur, Unterrichtsmaterial, Deutschunterricht, Gedicht, 19. Jahrhundert, Soziale Rolle, Frau


Autor: Rigol, Rosemarie M.
Titel: Backfischbuecher – Spiegel buergerlicher Existenz im 19. Jahrhundert.
Quelle: In: Der Deutschunterricht,(1986) 3, S. 57–71

Abstract: Die Ratgeber- und Unterhaltungsliteratur des 19. Jh. wird in dem Beitrag vor dem Hintergrund der geschichtlichen und wirtschaftlichen Situation, die ihrerseits die Folie fuer die soziale Rolle der Frau abgibt, untersucht. Im Unterricht sollen diese Texte im Rahmen einer Einfuehrung in die Literatursoziologie im Vergleich mit heutigen Beispielen im Hinblick auf ihre ideologische Funktion diskutiert werden. Die zahlreichen Zitatstellen aus den sogenannten Backfischbuechern verweisen auf das immer gleiche Muster: Oberstes Ziel war die Erziehung der Maedchen zur Hausfrau und Mutter und die Ausbildung aller damit verbundenen moralischen und praktischen Tugenden. Deutlich wird weiterhin, dass an diesem Frauenbild um so verbissener festgehalten wurde, je labiler die wirtschaftliche Lage der Mittelschichten war. Mehr und mehr Frauen waren zur Berufstaetigkeit genoetigt, und daher galt es, die absehbare Emanzipation der Frau im Keim zu ersticken. Unterrichtsgegenstand: Backfischbuecher – Spiegel buergerlicher Existenz im 19. Jahrhundert.

Schlagwörter: Trivialliteratur, Sekundarbereich, Mädchenbuch, Handreichung, Einführung, Text, Literatursoziologie, Ideologie, Jugendliteratur, Unterrichtsmaterial, Deutschunterricht, Ideologiekritik, 19. Jahrhundert, Soziale Rolle, Frau


Autor: Boetcher-Joeres, Ruth-Ellen
Titel: Mensch oder Frau? Marie Luise Kaschnitz Orte als autobiograph. Beweise e. Frauenbewusstseins.
Quelle: In: Der Deutschunterricht,(1986) 3, S. 77–85

Schlagwörter: Literatur, Prosa, Deutsch, Deutschland-BRD, Gegenwartsliteratur, Kaschnitz, Marie Luise, Sachinformation, Frau, Autobiografie


Autor: Schmid-Bortenschlager, Sigrid
Titel: Ich glaube nicht an die Wirklichkeit, ich glaube nur an Wirklichkeiten.
Quelle: In: Der Deutschunterricht,(1986) 3, S. 87–102

Abstract: Nach einer Einfuehrung ueber den Stellenwert von Frauenliteratur werden in dem Beitrag Arbeiten von M. Schroeder, E. Jelinek, G. Leutenegger und Christa Wolf als vier Beispiele fuer weibliches Schreiben heute untersucht. Die Beispiele belegen die Faehigkeit der Frauen, jenseits von literarischen Moden und Zeitstroemungen der Literatur neue Bereiche zu erschliessen. Die Texte dokumentieren ausserdem – ausfuehrlich erlaeutert werden M. Schroeders Der Schlachter empfiehlt noch immer Herz, E. Jelineks Die Liebhaberinnen, G. Leuteneggers Komm ins Schiff und Christa Wolfs Kassandra -, dass Frauenliteratur nicht mehr der Rubrik weibliche Alternativliteratur zuzuordnen ist, die sich primaer an Frauen wendet, sondern sie in dem Sinn innovativ ist, als sie mit einem anderen Blick auf die Wirklichkeit zusaetzliche Erfahrungs- und Schreibmuster in die Literatur eingefuehrt hat.

Schlagwörter: Literatur, Jelinek, Elfriede, Deutschland-BRD, Wolf, Christa, Gegenwartsliteratur, Deutschunterricht, Schroeder, Margot, Leutenegger, Gertrud, Frauenbewegung, Sachinformation, Frau, Autobiografie


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