Medien

Jochen Kühling, Mark Terkessidis
Heimatlieder aus Deutschland
Berlin: Run Untitled 2013
Folklore ist wieder in. Auch nach Deutschland „eingewanderter Folk erfreut sich nach einer langen Zeit des Schattendaseins nicht nur wieder größerer Beliebtheit, sondern auch einer aktiven Belebung durch Neubearbeitungen in der elektronischen Musik-Szene.
Das Projekt „Heimatlieder aus Deutschland begann 2011 mit der Idee von Mark Terkessidis und Jochen Kühling, für eine Sammlung von Liedern, die durch Arbeitsmigration nach Deutschland (BRD und DDR) gelangten und in den Communities gesungen wurden. Darüber hinaus ging es darum, über „verschlungene Pfade der Migration, über Vorstellungen von Heimat, über unbekannte Musiken und die mit ihnen transportierten Erfahrungen zu lernen: „Der gemeinsame Gesang diente dazu, den durch die Migration erfahrenen Bruch in der Kontinuität von Kultur und Erinnerung zu kitten und sich neu zu verorten. Und im gesungenen ‚imaginären Heimatland sind die Nachkommen aufgewachsen. Neben einem gewaltigen Archiv und unzähligen Konzerten sind im Laufe der Zeit fünf sehr unterschiedlich ausgerichtete Platten (CD und Vinyl) entstanden: Während „Heimatlieder aus Deutschland (Vol. 1 und 2) in Studio-Aufnahmen eher „originale tradierte, aber auch moderne Lieder dokumentieren, sind „New German Ethnic Music und „Vogelmixe Remix-Bearbeitungen von DJs und Musiker*innen wie Natalie Beridze, Mark Ernestus, Gudrun Gut, Murat Tepeli, Eric D. Clark, Thomas Mahmoud, Can Oral (Khan), Guido Möbius, Symbiz Sound, Yvonne Cornelius (Niobe), Ulrich Schnauss, Margaret Dygas und Matias Aguayo.
Während das gesamte Projekt über den Weg der Musik ein Stück deutscher Geschichte schreibt, bringt das Hören und Tanzen zur Musik, ob live oder vom Band, einfach Spaß, den Theater an der Schule unbedingt haben sollte.
Jochen Oltmer, Nikolaus Barbian, mit zahlreichen Illustrationen von Christine Rösch
Ein Blick in die deutsche Geschichte
Vom Ein- und Auswandern
Berlin: Verlagshaus Jacoby & Stuart 2016
Dieses etwas andere Geschichtsbuch für Kinder und Jugendliche hat sich zum Ziel gesetzt, den aktuellen Mythen und Stammtischreden über Migration und Heimat in Deutschland mit einem konkreten Blick in die Deutsche Geschichte seit der Reichsgründung 1871 zu begegnen. In gut verständlicher Sprache und mit vielen Bildern werden Begriffe, historische Fakten und globale Zusammenhänge erläutert, die auch für Erwachsene neue und interessante Aspekte mit sich bringen. Die Grafiken von Christine Rösch wie auch zahlreiche Erlebnisse und Zitate von Zeitzeugen laden nicht nur zum längeren Stöbern und Verweilen ein, sondern bieten für Theater gute Ausgangspunkte, um Geschichte konkret erfahrbar werden zu lassen.
Eine gute Ergänzung bietet darüber hinaus ein (virtueller) Rundgang durch das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven, das im ersten Teil Migration aus Deutschland in die USA auf differenzierte und anschauliche Weise erlebbar macht, während sich der zweite Ausstellungsteil der Konsum- und Schaufenster-Welt der 70er-Jahre widmet. Spätestens hier werden die belebenden Einflüsse von Einwanderung, sei es durch Pizza oder Jeans, für die deutsche Gesellschaft erkennbar.
Jochen Roller
Trachtenbummler ein folkloregrafisches Projekt
Premiere: 27.8.2013 Tanz im August / Sophiensaele, Berlin
Der Tanz- und Performancekünstler Jochen Roller begibt sich mit seinem Projekt auf eine choreografische Spurensuche nach deutscher Identität. Dabei mixt er Praxen und Konnotationen zu Heimat, indem er „traditionelle Tanzkultur aus globalen Randzonen zeitgenössisch aufbereitet und in Kombination mit deutscher Trachtenfolklore re-arrangiert. Auf diese Weise verändert sich der Blick auf das Populärkulturelle, denn das Exotische ist plötzlich überall und die kommerzielle Vermarktung des „Authentischen wird hier aufgebrochen. Ein Blick in das Video unter http://www.jochenroller.de/trachtenbummler/ zeigt nicht nur die...
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Fakten zum Artikel
aus: Schultheater Nr. 38 / 2019

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