Medien

Stefan Tigges (Hrsg.)
DramatischeTransformationen
Zu gegenwärtigen Schreib- und Aufführungsstrategien im deutschsprachigen Theater
Bielefeld: transcript 2008
Diese Sammlung von höchst unterschiedlichen Positionen zur deutschsprachigen Theaterpraxis der 1990er- bis 2000er-Jahre wurde durch die Einsicht motiviert, dass die jeweils zugrunde liegende Spielvorlage (materialisiert als Text) eine „gespenstische Schattenexistenz führt, „womit sich die taumelnden Texte zunehmend im Spielereignis verlieren. Da die Theaterwissenschaft „möglicherweise voreilig das an sich produktiv zu befragende Verhältnis von Text und Darstellung mit Blick auf den „dramaturgischen Grund- oder Restgehalt zugunsten eines postdramatischen und erfahrungsbezogenen Aufführungsgeschehens verabschiedet hat, setzen die Aufsätze in dieser Anthologie voll auf eine Art von Wiederentdeckung des Textes beziehungsweise der Sprache, freilich „ohne dabei in traditionelle längst überwundene Muster einer dogmatisch verstandenen Regelpoetik zu verfallen. So ließe sich auch das sogenannte Postdramatische Theater als Ergebnis einer vielschichtigen Transformation des dramatischen Schreibens für das Theater und der dort angesiedelten Realisation von Text und dessen Sinnpotenzialen verstehen. Neben theoretischen Texten, die sich einzelnen Phänomen sowie Autorinnen und Autoren widmen, werden „junge Schreibstrategien von Nachwuchsautoren und -autorinnen konkret in Textauszügen vorgestellt und dramaturgische sowie feuilletonistische Perspektiven erschlossen.
Theresia Birkenhauer
Theater/Theorie
Zwischen Szene und Sprache
Hrsg. von Barbara Hahn und Barbara Wahlster
Berlin: Vorwerk 8, 2008
Die im November 2006 viel zu früh verstorbene Theaterwissenschaftlerin und Dramaturgin Theresia Birkenhauer hat Zeit ihres Lebens über das Verhältnis von szenischem Sprechanlass und dortiger Sprachrealisation nachgedacht, ohne dabei ihr genuines Interesse für (dramatische) Theatertexte eventuellen postdramatischen Modeerscheinungen zu opfern. Dieser posthum zusammengestellte Band aus zuweilen etwas sperrig zu lesenden Aufsätzen liefert einen Einblick in ihr Denken, das stets um die Dimensionen und Schichtungen von Zeit in Text, Theorie und Theater kreist. Letzteres besteht allein im Präsens, wobei seine Gegenwärtigkeit jedoch nicht per se gegeben ist: „Sie ist nur möglich als ebenso spannungsreiche wie prekäre Beziehung zwischen dem Ausdrucksbegehren einer zeitgenössischen ästhetischen Praxis und dem Theater als dem Ort vergangener Gegenwarten.
Kai Bremer
Postskriptum Peter Szondi
Theorie des Dramas seit 1956
Bielefeld: transcript 2017
Der Gießener Germanist (und langjährige Autor von Theater heute und nachtkritik) Kai Bremer unternimmt einen sehr gut lesbaren Versuch der Fortschreibung der Theorien Peter Szondis, indem er dessen Theorie des modernen Dramas aus dem Jahr 1956 neu interpretiert und die Entwicklungen im Bereich der dramatischen Literatur in den letzten Jahrzehnten in dessen Systematik einbaut. Wo Szondi einst als Philologe rein hermeneutisch argumentierte, integriert Bremer poststrukturalistische Theorien und kulturwissenschaftliche Methoden in seine Schilderungen, die den 1956 erschienenen Text Der Lohndrücker von Heiner Müller zum Ausgangspunkt haben. Dabei steht die Aussage Müllers, dass die Literatur dem Theater Widerstand zu leisten habe, als Marker für die inspirierenden Schilderungen des Spannungsverhältnisses zwischen literarischen Texten und deren szenischen/performativen Umsetzungen.
Artur Pelka, Stefan Tigges (Hrsg.)
Das Drama nach dem Drama
Verwandlungen dramatischer Formen in Deutschland seit 1945
Bielefeld: transcript 2011
Noch deutlicher historisch angelegt ist die Anthologie Das Drama nach dem Drama, sie bietet jedoch einen wesentlich vielstimmiger angelegten Überblick. Der Band legt seinen Schwerpunkt auf die Frage, welche Folgen der Faschismus für die deutsche Dramatik hatte und wie...
Schultheater
Sie sind bereits Abonnent?

Jetzt anmelden und sofort lesen

Weiterlesen im Heft

Ausgabe kaufen

Schultheater abonnieren und digital lesen!
  • Exklusiver Online-Zugriff auf Ihre digitalen Ausgaben
  • Print-Ausgabe der abonnierten Zeitschrift bequem nach Hause
  • Zusatzvorteile für Abonnenten im Online-Shop genießen

Zeitschrift abonnieren

Fakten zum Artikel
aus: Schultheater Nr. 37 / 2019

Gegenwart in Stücken

Premium-Beitrag der Zeitschrift Schultheater Theorie