Sven Asmus-Reinsberger

Bezahlen statt blockieren

Sven Asmus-Reinsberger

Für den freien Einsatz von Theatertexten in der Schule!

Wie soll das Schultheater darauf reagieren: Da ist einerseits der Anspruch, auch mit Schultheateraufführungen am aktuellen Diskurs in der Dramatik teilzunehmen, andererseits aber das Problem mit hohen urheberrechtlichen Schranken. Dazu hat der Autor, inspiriert durch die Demonstrationen zur EU-Urheberrechtsreform, folgende Fantasie:

Sie gehen auf die Straße, um den freien Umgang mit Texten im Schultheater zu retten. Denn dieser kann ohne eine Umsetzung der geplanten Reform des Urheberrechts nicht existieren, warnen die Initiatoren von „Rettet den freien Einsatz von Texten der Gegenwartsdramatik in Schulen. Sie haben in ganz Europa zu Demonstrationen aufgerufen, die den freien Einsatz von Theatertexten bei Schultheaterproduktionen fordern. In niedersächsischen Städten haben tausende Menschen gegen Teile des geltenden Urheberrechts demonstriert, genauer in Oldenburg, Göttingen, Osnabrück und in der Landeshauptstadt Hannover. In Hamburg und rund 40 weiteren deutschen Städten demonstrierten weitere Menschen für eine Reform des Urheberrechts in der EU. Aufgerufen zu dem Protest haben unter anderem Bürgerrechtsorganisationen und die Piratenpartei. Sie sehen das Recht auf Bildung und die Demokratie in Gefahr: Die Befürworter der geplanten Urheberrechtsreform in Europa wollen mit Demonstrationen in rund 20 Ländern den Stopp der Richtlinie verhindern. Die Gemüter erregt besonders, dass das Interesse weniger Verlage über das Recht auf Bildung gestellt wird. „Das aktuelle Urheberrecht ist der Sargnagel für kulturelle Bildung in Schulen, wird der neue Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, zitiert. Kultur-Themen sind für die meisten CDU-Politiker keine Herzensangelegenheiten. Aber seit der Hashtag #NieMehrCDU auf Twitter zeitweise zum beliebtesten Stichwort aufgestiegen ist und junge Theateraktivisten vor der Berliner Parteizentrale demonstriert haben, hat die Unionsspitze fieberhaft nach einem Kompromiss gesucht, der nun mit einem Vorschlag des Generalsekretärs gerade noch rechtzeitig vor dem Deutschlandtag der JU in greifbarer Nähe scheint: Demnach soll „unterhalb einer prozentualen Grenze die Nutzung von Textelementen in Schultheateraufführungen von Lizenzgebühren frei sein. „Oberhalb einer Grenze sollen die Verlage beziehungsweise Urheber für urheberrechtlich geschützte Werke eine Pauschalsumme vom Bundesbildungsministerium erhalten. Damit müssten dann Schulen lediglich Titel und Umfang der genutzten Textvorlagen in einer speziell dafür eingerichteten Datenbank anmelden der Rest würde automatisch von der entsprechenden Abteilung des Bildungsministeriums geregelt. „Bezahlen statt blockieren heiße die Devise es könne ja nicht sein, dass jede einzelne Lehrkraft sich in einem Dschungel von urheberrechtlichen Feinheiten und Bezahlsystemen zurechtfinden müsse. Letztlich führe das doch nur dazu, dass Texte der Gegenwartsdramatik entweder illegal ohne Bezahlung oder viel häufiger gar nicht in Schultheaterproduktionen eingesetzt würden und den Schülerinnen und Schülern somit das Recht auf kulturelle Teilhabe verweigert werde, so der Generalsekretär der CDU. Die SPD kritisierte, sie habe eine solche Regelung bereits im Sommer im Europäischen Parlament vorgeschlagen. Bartol sagte, auch Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) habe sich dafür eingesetzt, Union und EU-Parlament hätten jedoch abgelehnt. „Auch deshalb ist der Vorschlag von Ziemiak jetzt unglaubwürdig oder kommt zumindest reichlich spät, sagte der SPD-Fraktionsvize. Die Initiatoren von „Rettet den freien Einsatz von Texten der Gegenwartsdramatik in Schulen zeigten sich offen für den Kompromissvorschlag, wollen jedoch so lange weiter demonstrieren, bis der entsprechende Vorschlag als Gesetz im Bundestag verabschiedet wird.
Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um eine Art Tagtraum, inspiriert von und collagiert aus aktuellen Meldungen zur...
Schultheater
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Fakten zum Artikel
aus: Schultheater Nr. 37 / 2019

Gegenwart in Stücken

Premium-Beitrag der Zeitschrift Schultheater Theorie