theater:digital

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Schultheater | Ausgabe Nr. 41/2020

Gerade angesichts der aktuellen Experimentierfreude von Theatern mit digital-medialen Formaten zeigt sich: Digitalisierung des Theaters meint nicht nur den Einsatz digitaler Technik in Produktionen. Genauso, wie die Digitalisierung von Schule eben nicht nur die Ausstattung von Schule mit digitaler Infrastruktur bedeutet. Vielmehr wird das Digitale als ein theatral zu verhandelndes Phänomen bedeutsam, das unser alltägliches Leben tief greifend verändert.

Das war bereits vor Corona so und spiegelt sich in diesem Themenheft. theater:digital nimmt dabei die beiden Ebenen des Zusammenhangs von Theater und Digitalität in den Blick: die technische und die kulturelle. Wie sich aber die gegenwärtig zwangsläufig neue Quantität und Qualität von Digitalität auswirken wird und was dies für das (Schul-)Theater bedeutet, wird erst in der weiteren Zukunft zu erfassen und zu hinterfragen sein.

Nehmen Sie sich die Zeit und den Raum, sich mit neuen Inhalten und Techniken zu beschäftigen. theater:digital bietet dafür Anregungen und Hilfen aus der Praxis. Wer Tipps für eine bezahlbare Bühnentechnik braucht, wird ebenso fündig werden wie die oder der an innovativen Inszenierungen oder theoretischer Einordnung Interessierte.

Inhaltsverzeichnis
Foto: © xFranciscoxMoralesx EYE_2848
Verwobenheit mit dem Digitalen auch im Tanz: Der taiwanesische Choreograf Huang Yi tanzt mit einer Tänzerin und dem Industrieroboter Kuka. Die auf den Tanz programmierten Bewegungen des Roboters werden durch einen Laserstrahl verlängert. Es entsteht eine beeindruckende Intimität.
Wie Digitalisierung all unsere Lebensbereiche verändert Digital Nature
Premium-Beitrag der Zeitschrift Schultheater Theorie Schuljahr 3-13

Vor nicht allzu langer Zeit konnten Unterscheidungen von "on- versus offline", "Cyberspace versus Meatspace" oder gar "reale" Welt versus "virtuelle" Welt sinnvoll erscheinen. Doch heute sind sie derart obsolet, dass selbst der Verweis auf diese einen historischen Charakter hat. "Offline sein" wäre ein Zustand, der mit sehr viel Mühe und Aufwand - also künstlich hergestellt werden müsste. Das digitalisierte Leben hingegen ist eben nicht (mehr) künstlich, es ist uns zur "dritten Natur" geworden.

Foto: © Birgit Hubfeld
„Die Parallelwelt“ von Alexander Kerlin, Eva Verena Müller und Kay Voges: Die Aufführung hat zeitgleich im Berliner Ensemble (rechts oben, links unten) und im Schauspiel Dortmund (links oben, rechts unten) stattgefunden.
Alexander Kerlin antwortet auf Fragen von André Studt "Schauspieler wollen spielen!"
Premium-Beitrag der Zeitschrift Schultheater Methode & Didaktik Schuljahr 3-13

Auch während der Corona-Krise suchen Theaterschaffende Wege zum Publikum. Aber: "Alle freuen sich darauf, wieder gemeinsam im selben Raum zu sein...", so Alexander Kerlin, einer der Begründer der Dortmunder Akademie für Theater und Digitalität. André Studt sprach mit dem Dramaturgen über die aktuelle Situation und seine Erfahrungen mit digitalem Theater.

Foto: Christof Heinz
Die ganzkörperliche Umsetzung häufig verwendeter Emojis kann die absurde Wirkung der verbalisierten Chatverläufe unterstützen.
Performative Verhandlungen von Digitalität im Theaterspiel Es ist mir auf den Leib geschrieben
Premium-Beitrag der Zeitschrift Schultheater Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 7-13

Digitalität ist ein Produkt menschlicher Kultur. Und - so konstatiert der Rat für Kulturelle Bildung - "als solches berührt sie die Lebensweisen und die Wahrnehmungs- und Gestaltungsformen, die die menschliche Praxis bestimmen, fundamental". Werden digitale Phänomene zum Inhalt und zur Form theatraler Auseinandersetzung, werden ihre sinnlichen Strukturen sichtbar.

Foto: Thomas Erdmann
Das Bühnengeschehen wird aus anderer Perspektive gefilmt und vervielfacht in die Szene projiziert. Einzelne Projektionen erscheinen dabei irritierend, ähnlich einem V-Effekt.
Versuche, das Digitale im Schultheater zu verhandeln Das Ich im Theater einer zersplitternden Welt
Premium-Beitrag der Zeitschrift Schultheater Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 9-13

Die Digitalisierung verändert unsere Welt dauerhaft. Entsprechend sollten wir uns auch mit dem Digitalen im Schultheater befassen. Digital first kann dabei nicht die Prämisse sein. Dennoch gibt es facettenreiche Möglichkeiten, Fragen nach der digitalen Veränderung unserer Gesellschaft mit Schülerinnen und Schülern für das Schultheater zu erarbeiten.

Foto: © imago images / ITAR-TASS
Conchita Wurst bei ihrem Sieg des European Song Contests 2014 in Kopenhagen: Sinnbild einer Kultur der Digitalität?
Warum der Roboter kein gutes Bild für das Digitale ist Und Paro lächelt
Premium-Beitrag der Zeitschrift Schultheater Theorie Schuljahr 7-13

Landen Aliens im Kino, geht es selten um die Wahrscheinlichkeit von extraterrestrischem Leben. Gleiches gilt für Zombies. Zwar sind Zombies nicht so leicht greifbar wie Aliens - ihr Fleisch ist weich, und sie zerfallen leicht, wenn man sie zu fest packt -, aber es ist klar, dass es bei Zombiefilmen nicht um epidemiologische Fragen geht. Genau das aber scheint bei Robotern irgendwie anders zu sein.