Aïcha Diallo und Danja Erni

Ein Raum für die Beschäftigung mit den eigenen Bildern im Kopf

Mit einer forschenden Haltung und verschiedenen Methoden wird im kontinuierlichen Austausch die eigene Praxis und die der anderen reflektiert.
Mit einer forschenden Haltung und verschiedenen Methoden wird im kontinuierlichen Austausch die eigene Praxis und die der anderen reflektiert. , Foto: KontextSchule Berlin

Aïcha Diallo und Danja Erni

Diskriminierungskritische Bildungsarbeit die KontextSchule in Berlin

Seit Sommer 2016 leiten die Autor*innen die KontextSchule (KS), eine Tandem- und Teamfortbildung für Berliner Lehrer*innen und Künstler*innen. Schule als zentraler Ort des Lernens und Wissensaustauschs wird hier aus der Sicht interner und externer Akteur*innen mit Mitteln der Kunst, Pädagogik und Wissenschaft befragt. Ein zentrales Ziel ist die Entwicklung diskriminierungskritischer Perspektiven auf den Kontext Schule und darüber hinaus. Die beiden KS-Leiter*innen verwenden hier das Format Questions & Answers zur gegenseitigen Befragung und beschäftigen sich dabei mit Lernprozessen in ihrer bisherigen Zusammenarbeit, mit Erfahrungen von Teilnehmer*innen, mit Widersprüchen und Perspektivwechseln.

Einstieg über Bilder im Kopf
Danja Erni (DE): Im Austausch mit den an der Fortbildung teilnehmenden Kolleg*innen haben wir festgestellt, dass die Auseinandersetzung mit den Bildern im Kopf1 ein wichtiger Ausgangspunkt für die Ausprägung einer selbstreflexiven Haltung im Umgang mit Diskriminierung ist. Aïcha, wenn du an die KS (s. Kasten „Die KontextSchule) denkst, welches Bild fällt dir dazu ein?
Die KontextSchule
Die KontextSchule
Die KontextSchule ist eine Tandemfortbildung für Berliner Lehrkräfte und Künstler*innen im Auftrag der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft. Es gibt sie seit 2009. Je zwölf Berliner Lehrer*innen und Künstler*innen schaffen sich gemeinsam mit dem Team der KontextSchule zwei Jahre lang einen Denk- und Aktionsraum, in dem die Schule zum Kontext gemacht wird und unterschiedliche Kontexte Schule machen. Die Fortbildung versteht sich als kollektiver Lernprozess: Unterschiedliche Selbstverständnisse, ästhetische Vorstellungen und Haltungen treten in Spannung zueinander und lassen kleine künstlerisch-edukative Vorhaben entstehen, welche die Künstler*innen und Lehrer*innen in Tandems oder Teams an und mit Schulen durchführen und dokumentieren. Ihre Erfahrungen reflektieren und präsentieren die Mitwirkenden im Rahmen ihrer Dokumentation und einer öffentlichen Präsentation. 2014 wurde Danja Erni damit beauftragt, die Fortbildung zu rekonzipieren. Wesentliche Neuerungen waren die verstärkte Verknüpfung theorie- und praxisgestützter Zugänge und die Arbeit mit machtkritischen Ansätzen.
Aïcha Diallo (AD): Spontan Striche, die auftauchen und wieder verschwinden. Es sind animierte Formen, die sich im Laufe der Zeit in neue verwandeln: ein Kreis, ein Quadrat oder etwas ganz anderes. Die sich dann wieder auflösen und neue Stellen besetzen. Ich sehe die KS als Bildfläche, genauer als Plattform, wo Verbindungen entstehen. Dadurch können verschiedene Perspektiven Platz bekommen und ausgehandelt werden. Und diese Striche, diese Perspektiven können sich immer wieder verändern. Es geht dabei mehr um einen Lernprozess, der den Austausch und die Erfahrungen der Mitwirkenden aktiv einbezieht, als um ein feststehendes Produkt.
DE: Hat es etwa Virales? Gibt es so etwas wie eine Inkubationszeit bei der KS?
AD: Ja, das stimmt.
DE: Etwas passiert und überträgt sich weiter. Es könnte eine Ansteckung sein.
AD: Genau. Das ist auch meine Vision, dass die Plattform, die die KS schafft, eine virale Auswirkung hat auf die Innen- und Außenwelt. Jetzt habe ich wirklich ein Bild vor meinem inneren Auge. Und durch das, was du eben gesagt hast, kommen Farben hinzu. Mein ursprüngliches Bild war eher schwarzweiß und sehr nüchtern. Jetzt wird diese bildhafte Analogie lebendiger. Das beschreibt vielleicht unsere Zusammenarbeit. Durch den Austausch miteinander entstehen neue Impulse.
Wie hat sich die KS entwickelt und verändert?
AD: Ich spreche aus meiner Erfahrung von einem Jahr als Ko-Leitung. Du hast die KS 2014 neu konzipiert und den ersten zweijährigen Durchgang 2014 bis 2016 geleitet vorher wurde die Fortbildung ja im Jahresturnus...
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Fakten zum Artikel
aus: Schultheater Nr. 38 / 2019

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Premium-Beitrag der Zeitschrift Schultheater Methode & Didaktik
  • Thema: Pädagogik
  • Autor/in: Aicha Diallo, Danja Erni