Die Umgebung macht’s

Der ideale Probenraum

Für gelingende Theaterarbeit ist es wichtig, dass der Probenraum ein paar Kriterien erfüllt. Worauf ist zu achten?

Offene Tuer
Was sich hinter der Tür zum Probenraum verbirgt, spielt eine wichtige Rolle für den Theaterunterricht. Foto: © SpectralDesign / stock.adobe.com

E  in Raum zum Proben sollte dabei helfen, den Weg des fantastischen Erfindens, bedauerten Verwerfens und gemeinsamen Verabredens zu ermöglichen. Das Probieren stellt den fragilen Kern jeder Theater-Arbeit dar: Hier zeigt man sich als jemand anderes – und offenbart bisweilen sich selbst. Das kann Spaß machen, manchmal aber auch peinlich sein. Bei der Suche nach einem geeigneten Ort für die schulische Theaterarbeit sollte man daher einiges beachten und trotz aller Kompromisse folgendes Ideal vor Augen haben:

Schonraum

Es sollte eine Exklusivität des Raumes geben, die es ermöglicht, sich in Ruhe, von anderen ungestört und vom sichtbaren Alltag ausgeschlossen, probehalber und geschützt auf die Theaterarbeit einzulassen. Weil Tageslicht allerdings für andere Tätigkeiten, wie z. B. das Diskutieren von Spielvorlagen etc., durchaus die Stimmung befördert, realisiert sich eine Fokussierung am einfachsten durch eine mögliche Verdunkelung der Fenster.

Belüftung

Der Weg der Probe ist ab und zu steinig, anstrengend und verbraucht Sauerstoff. Belüftung in klar definierten Pausen ist daher wichtig, um frischen Wind hereinzulassen. Ein fensterloser Raum, der nicht belüftet werden kann, ist daher nicht ideal.

Zeitschrift
Schultheater Nr. 13/2013 Proben

In einer Probe kann man erleben, wie Lernprozesse ablaufen, auch wenn Lernfortschritte manchmal zwei Schritte zurückfallen, bevor sie fünf nach vorne treten.

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Ausreichend Platz

Jeder Spieler auf seinem Weg zum Theater benötigt Platz im Raum: Optimal sind etwa 3 qm pro Person (nach der Faustformel: Man legt sich auf den Boden und nimmt sich ins Quadrat). Zudem ermöglicht ein Raum mit genügend Platz die Aufteilung in Kleingruppen, die sich gegenseitig ihre Arbeitsergebnisse präsentieren können. Eine Beobachtung der anderen aus einem gewissen Abstand kann außerdem gut sein, wenn jemand dabei ist, sich in etwas Ungeheuerliches zu verwandeln.

Weicher Untergrund

Weil man sich manchmal auf den Boden legt, etwas oder sich fallen lässt oder tatsächlich einmal über mitgebrachte oder imaginierte Stöcke und Steine gehen will, ist ein widerstandsfähiger Untergrund – PVC oder Holzboden – am besten; für Aufwärmübungen am Boden kann man sehr gut mit dünnen Matten oder Decken arbeiten.

Lichttechnik

Die Licht-Technik sollte benutzerfreundlich an der möglichst hohen Raumdecke integriert sein: An einer umlaufenden Stange können wenige Scheinwerfer (einige PAR für ein flächiges Grundlicht) befestigt werden, die zum einen ein variables Arbeitslicht schaffen und – ergänzt durch wenige Scheinwerfer auf Stativen (Profil- und Stufenlinsenscheinwerfer für eine punktuelle Beleuchtung; um die Beleuchtungskörper differenziert einzusetzen, ist ein kleines Lichtpult optimal) – bereits szenische Räume andeuten können.

Tontechnik

Die Lautsprecher der Tonanlage befinden sich am besten in den Ecken, sodass auch akustische Raumerlebnisse möglich sind – entweder durch eine Stereoanlage oder einen Multimedia-Computer, der zudem auch Experimente mit Bildmaterial zulässt.

Fakten zum Artikel
Methode & Didaktik Schuljahr 3-13