Martina Weyrauch

Wenn es anders kommt …

Martina Weyrauch

Verschiedene Perspektiven auf Krisen

Es gibt Situationen, auf die man sich gedanklich vorbereiten kann, deren Bewältigung aber in einem Zusammenspiel von sachlicher Kompetenz und emotionaler Betroffenheit erfolgt.
Kein Alltag ohne Katastrophen und Krisen
In diesem Heft haben wir deshalb versucht, das schulische Krisenmanagement genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei folgen wir unserem Konzept, dass sowohl Fachleute als auch Akteure aus der Schule selbst zu Wort kommen. Wir laden Sie ein, die unterschiedlichen Perspektiven einzunehmen und dabei den Fokus sowohl auf Prävention und Intervention zu legen, als auch auf unterschiedliche Wege, um aus Krisen herauszukommen.
Wir sprechen vom Krisenmanagement, wobei der Begriff Management uns suggeriert, dass man jede Situation bewältigen kann, wenn man nur weiß, wie man diese anzugehen hat. Dabei ist der kompetent klingende Terminus lediglich ein Synonym dafür, eine Aufgabe anzunehmen oder sich einer Sache anzunehmen, etwas zu regeln bzw. sich um etwas zu kümmern. Wir stellen deshalb in diesem Heft das Handeln ins Zentrum der Betrachtung. Welche fachlichen, persönlichen und vitalen Ressourcen mobilisieren wir in einer Krisensituation?
Wir starten mit einer begrifflichen Einordnung von Notfallsituationen, erläutern Strukturen schulischen Krisenmanagements und richten unseren Blick darauf, ob und wie man sich vorbereiten kann. Oder anders gewendet: Was muss eine Schulleitung tun, um Krisen möglichst zu verhindern oder in unvorhergesehenen und kritischen Situationen professionell als Leitungsperson und im Team zu handeln. Wir zeigen am Beispiel einer App, wie Digitalisierung dabei unterstützen kann.
Ruhig Blut und Vorausplanung
Wir lernen aus Erfahrungen anderer, wie man z.B. mit Suizid, Suizidversuchen von Kindern und Jugendlichen und der Trauer, die daraus folgt, umgeht und wir werden erkennen, dass es ganz unterschiedliche Möglichkeiten gibt, je nach Situation und Umfeld.
Niemand möchte von einer schwierigen Situation überrollt werden. Deshalb ist es eine gute Option, Gewaltprävention als fächerübergreifendes Thema in den Lehrplan zu integrieren.
Es bleibt die Frage Was tun, wenn es doch passiert? Autoren und Autorinnen berichten von persönlicher Betroffenheit, von Wegen aus Krisen heraus und geben Auskunft darüber, welche externen Partner für uns als SchulleiterInnen wichtig sind.
Bei der Suche nach Autoren und Autorinnen haben wir feststellen müssen, dass es durchaus schwierig ist, Menschen dazu zu bewegen, über Krisen und deren Bewältigung zu sprechen. Unsere Versuche, z.B. Schulleitungen zur Thematik Schulzusammenlegungen bzw. Schulschließungen zu interviewen, schlugen fehl. Der Umgang mit Notfällen bzw. Krisen fällt schwer und es bleibt auch im Nachhinein oft die Unsicherheit, ob wir denn sachlich richtig handeln, ob unser fachliches Wissen ausreicht.
Umso mehr danke ich als Herausgeberin dieser Ausgabe den Fachleuten und Schulleitungen, die uns ihre Expertise, ihre Sichtweisen und persönlichen Erfahrungen zur Verfügung gestellt haben.
Krisen als Chancen
Krisen sind Weichensteller, sie fordern heraus, führen uns manchmal an Grenzen und aus ihnen können neue Chancen erwachsen. Es kommt darauf an, in professionellen Teams zusammenzuarbeiten und Schulen so zu leiten, dass die Wahrscheinlichkeit von Krisensituationen sinkt.
Martina Weyrauch ist Rektorin der Staatlichen Regelschule „Am Lindenkreis Buttelstedt (Thüringen). Sie ist Mitherausgeberin der Zeitschrift Schule leiten und verantwortet diese Ausgabe.

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 18 / 2019

Krisenmanagement – Kühler Kopf im Kollektiv

Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 1-13