Schulqualität steigern

Was können die Schulleitungen tun?

Wollen sie die Unterrichtsqualität und die Schulqualität in ihrem Hause steigern, ist es wichtig, dass Schulleiterinnen und Schulleiter einerseits stärker als bisher als Fachleute für Unterricht in Erscheinung treten. Andererseits sollten sie unterrichtsbezogene Kooperation fördern. Das wirkt nicht nur auf die Qualität des Unterrichts und des Schullebens, sondern beteiligt im Sinne einer „distributed leadership“ auch Lehrkräfte.

Referenzrahmen Schulqualität - Was kann die Schule tun?
Unterrichtsbezogene Kooperation ist ein Element von guter Schulqualität. ©fizkes - stock.adobe.com

Schulleitungen als Fachleute des Unterrichts

Wollen sie die Schulqualität in ihrem Hause steigern, müssen Schulleiterinnen und Schulleiter sehr stark als Fachleute für Unterricht in Erscheinung treten. Zum Beispiel durch den von der Schulleiterin Johanna Schwarz angeregten „Classroom walkthrough“ und durch das Verankern von wissenschaftlich fundierten Kriterien für die Unterrichtsbeobachtung im Kollegium. Kollegien, Jahrgangsteams und Fachschaften sind damit aufgefordert, hier eine gemeinsame Sprache zu sprechen, gemeinsam zu überlegen, wie sich die Kriterien im Unterricht zeigen und wie die Lernprozesse entsprechend gesteuert werden können. Und nicht zuletzt wird es darum gehen, zu überprüfen, inwieweit sich all das auf die Leistungen der Schülerinnen und Schüler auswirkt.

Dafür stehen die Vergleichsarbeiten zur Verfügung oder der Blick auf die in den Prüfungen erzielten Durchschnittsnoten in den jeweiligen Fächern. Hinzu kommt das von John Hattie im Anschluss an seine Studie geforderte Feedback der Lehrkräfte an die einzelnen Lernenden im Sinne eines „feed forward“. Hier sind wir in Deutschland noch Entwicklungsland. Ein Blick auf die bereits bestehenden Instrumente der Qualitätssicherung zeigt aber, dass Schulen – und damit den Schulleiterinnen und Schulleitern – bereits eine Bandbreite an Verfahren zur Steigerung ihrer Wirksamkeit zur Verfügung steht. Bereits 2015 hat Sabine Müller von der Qualitäts- und Unterstützungsagentur am Landesinstitut für Schule in NRW diese in einem Aufsatz zur externen Evaluation zusammengestellt, der auf dem Refenzrahmen Schulqualität beruht. Es geht „nur“ darum, sie zu nutzen – und sie auf den Unterricht zu fokussieren!  Zum Aufsatz

Zeitschrift
Schule leiten Nr. 19/2020 Schulqualität – Was heißt eigentlich gut?

Für Schulleitungen ist es hilfreich, wenn sie darstellen, welche Kriterien guter Schule in ihrer Schulgemeinschaft umgesetzt wurden. Dieses Heft liefert die Argumente dazu und hilft, den Spielraum für Entwicklung zu erweitern.

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Unterrichtsbezogene Kooperation fördern

Der Management-Pionier Fredmund Malik formulierte einmal lapidar und gleichzeitig zutreffend: „Die Schulleitung muss für Ziele sorgen, organisieren, entscheiden, kontrollieren, messen und beurteilen und die Selbstentwicklung von Menschen fördern.“ In unserem Zusammenhang bedeutet dies z. B. für Schulleiterinnen und Schulleiter, Unterstützung zu organisieren für die professionelle Auseinandersetzung mit erhobenen Daten. Um für die Lernenden wirksam zu sein, ist empfehlenswert, diese Auseinandersetzung in Gruppen durchzuführen, d. h., dass die oben genannten Fachgruppen und Lehrerteams auch hier gefordert sind. Mit einer solchen Förderung der unterrichtsbezogenen Kooperation teilt die Schulleitung gleichzeitig ihre Führungskraft, teilt auch die Verantwortung und handelt im Sinne einer „distributed leadership“. Sie nimmt die Lehrkräfte in ihrer Professionalität mit ins Boot – mit dem Ziel, die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler zu fördern und ihre Lernleistungen zu verbessern.

Rferenzrahmen Schulqualität
Abb.: Vorgaben für die Schulqualität

Mittelfristig werden wir jedoch nicht um eine Evaluierung von personenbezogenen Leistungen herumkommen, denn gute Lehrkräfte werden bei einem pauschalen Durchschnittswert für die Schule nicht ausreichend genug gewürdigt, dagegen können sich weniger wirksame Lehrkräfte hinter den Ergebnissen der Schule „verstecken“. Nach der Evaluation kommt dann der eigentlich bedeutsame Schritt: Zielfestlegung oder Zielanpassung sowie Maßnahmenplanung auf der Ebene der Schule, was auch Beratung, Fortbildung und Unterstützung auf der individuellen Ebene der Lehrerinnen und Lehrer beinhaltet.

Zur Autorin
Frauke Peters war Schulleiterin und ist Mitherausgeberin von Schule leiten.
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