Katharina Herbert

Ansprechpartner in Krisen

Katharina Herbert

Jugendkoordination der polizeilichen Präventionsarbeit in Hessen

Prävention im Kinder- und Jugendbereich beabsichtigt wie Prävention allgemein einer unerwünschten Entwicklung oder einem negativen Ereignis zuvorkommen. Sie folgt der Logik, Risikofaktoren zu minimieren, Schutzfaktoren zu maximieren und die Resilienz von Kindern und Jugendlichen zu stärken. Wie gelingt eine solche Prävention?
Was sind geeignete Interventionen im Krisenfall? Ein funktionierendes und intaktes Netzwerk aller am Themengebiet beteiligten Institutionen, um mit der so vernetzten und gebündelten Fachexpertise zeitnah und gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten und Handlungssicherheit zu geben, ist die primäre Antwort auf diese Fragen.
Für Lehrkräfte treten häufig folgende Fragen auf:
  • An wen kann ich mich wenden, wenn ich in meiner Klasse oder auf Klassenfahrt bei einer Schülerin oder einem Schüler Drogen gefunden habe?
  • Ich habe einen Diebstahl aus dem Klassenraum festgestellt. Niemand aus der Lerngruppe möchte etwas dazu sagen. Wie verhalte ich mich?
  • Ich werde auf einen Klassenchat aufmerksam gemacht, in dem ein/e Schüler/in anderen Gewalt androht oder eine Äußerung in diese Richtung tätigt. Was kann ich tun?
Ansprechpartner bei all diesen Fragen ist die Jugendkoordination der Polizei Hessen. Diese sind in allen sieben Polizeipräsidien landesweit vertreten. Die Fachaufsicht obliegt der Landesjugendkoordination beim Hessischen Landeskriminalamt (HLKA).
Die Jugendkoordinator_innen sind Polizeibeamt_innen und unterliegen grundsätzlich dem Strafverfolgungszwang. Wenn sie von einer Straftat erfahren, müssen sie ein Ermittlungsverfahren einleiten. Wichtig ist aber das vorherige Beratungsgespräch aller Beteiligten. Denn die Arbeitsschwerpunkte der Jugendkoordination liegen in der Prävention, insbesondere der Gewaltprävention. Die Koordinator/innen verstehen sich als Vermittelnde zwischen Polizei und allen in der Jugendarbeit tätigen Einrichtungen. Darüber hinaus können sich auch Eltern und Erziehungsberechtigte zu Themen aus dem Kinder- und Jugendbereich an sie wenden. Sie unterstützen und begleiten Eltern sowie Lehrkräfte von auffälligen Kindern und Jugendlichen. Sie bieten Informationsabende für Eltern und Erziehungsberichtigte an. Sie vermitteln an zuständige Fachstellen zum Thema Jugendschutz, Alkohol, Drogen und Umgang mit Medien. Die Jugendkoordinator/innen arbeiten mit der Justiz, dem Jugendamt, verschiedenen Beratungsstellen und Hilfseinrichtungen zusammen. Sie schulen Multiplikatoren (Lehrpersonal, Schülerinnen und Schüler) im Rahmen von Schul- und Gesamtkonferenzen, pädagogischen Tagen und Projektwochen.
Die wichtigste Empfehlung zum Umgang mit Krisensituationen an Schulen lautet: ein schulinternes Netzwerk aufbauen in Hessen wird es als „Krisenteam bezeichnet. Bei Vorfällen berät sich das Krisenteam zunächst intern. Erst danach sollte die Polizei eingeschaltet werden. Das Staatliche Schulamt in Frankfurt am Main bietet Schulungen für Krisenteams an, zu denen die Jugendkoordination hinzukommt. Teilnehmende Lehrkräfte erhalten dabei den Leitfaden „Handeln in Krisensituationen. Dieser wurde durch das Hessische Kultusministerium, das Hessische Ministerium des Inneren und Sport sowie durch nachgeordnete Behörden erarbeitet.
Dieser Leitfaden gibt Handlungsempfehlungen und damit Sicherheit im Hinblick auf die Bewältigung schulischer Krisensituationen. Enthalten sind Informationen über polizeiliches Handeln, die Kooperation zwischen Schule und Polizei und die Vorbereitung auf mögliche Krisensituationen sowie auf akute Bewältigung.
Das am Leitfaden orientierte und durch den regelmäßigen Austausch gestärkte Netzwerk kann so gemeinsam Konflikte bewältigten und lösen.
Hier finden Sie alle Jugendkoordinationsstellen in Hessen:
Katharina Herbert ist die zentrale Jugendkoordinatorin der Abteilung Prävention im Polizeipräsidium Frankfurt am Main.

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 18 / 2019

Krisenmanagement – Kühler Kopf im Kollektiv

Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 1-13