Saskia Wittmer-Gerber

Von der Infoveranstaltung zur Prozessbegleitung

Für Schülerinnen und Schüler ist es hilfreich, sich einen eigenen „Fahrplan“ für die Berufsorientierung zusammenzustellen.
Für Schülerinnen und Schüler ist es hilfreich, sich einen eigenen „Fahrplan“ für die Berufsorientierung zusammenzustellen., © sdw/Rolf Schulten

Saskia Wittmer-Gerber

Erkenntnisse aus einem bundesweiten Vorhaben

Wie kann die Berufsorientierung in der Sekundarstufe II wirksam umgesetzt werden? Die Bundesagentur für Arbeit und die Stiftung der Deutschen Wirtschaft bieten hierzu umfangreiche Unterrichtsmaterialien als Unterstützung an. Wie diese wirken und welche Erfahrungen und Tipps aus dem bundesweiten Einsatz abgeleitet werden können, wird hier vorgestellt.

In einem Lehrkräfte-Workshop kurz vor der Mittagspause: Gerade wurde das umfangreiche Handbuch „Berufliche Orientierung wirksam begleiten vorgestellt. Darin enthalten sind praxiserprobte Unterrichtseinheiten für die gymnasiale Oberstufe, sortiert in die Bereiche „Selbsterkundung, „Entdecken der Berufs- und Studienwelt und „Entscheidungen treffen. Besonders die lebendige Einführung in das Modul „Zukunftswünsche wahrnehmen kam bei den Lehrkräften gut an. Auf dem Fußboden der Aula liegt der Weg der Schüler/-innen in ihre „supertolle Zukunft. Die aus der systemischen Beratung stammende und auf die Arbeit mit Jugendlichen angepasste Methode führte zu munteren Diskussionen, wie sich auch persönliche Themen im Klassenkontext umsetzen lassen. Damit ist der erste Schritt geschafft: Die Lehrkräfte ahnen, dass sie mit dem Handbuch eine wertvolle Unterstützung für die Begleitung von BO-Prozessen in den Händen halten.
Das Angebot
Entstanden ist das Material im Vorhaben „Berufliche Orientierung wirksam begleiten, das von der Bundesagentur für Arbeit getragen und seit 2017 in deren Auftrag durch die Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) gGmbH operativ umgesetzt wird. Kooperationspartner für die Erstellung und Einführung der jeweils landesspezifisch angepassten Unterrichtseinheiten sind in den beteiligten 14 Bundesländern die Regionaldirektionen der Bundesagentur für Arbeit und die jeweiligen Kultusbehörden.
Ausgangspunkt hierfür waren die umfangreichen Erfahrungen der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) mit ihrem Förderprogramm Studienkompass. In einem von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) finanzierten Projekt wurden diese in Unterrichtseinheiten für das bayerische Projektseminar zur Studien- und Berufsorientierung (P-Seminar) übertragen und umfangreich erprobt. 2015 erhielten alle bayerischen Gymnasien das von der vbw, der sdw und dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus gemeinsam herausgegebene Handbuch „Studien- und Berufswahl begleiten.
Die Zentrale der Bundesagentur für Arbeit hat diese Materialien aufgegriffen und nach eingehender Prüfung gemeinsam mit der sdw das aktuelle Vorhaben zur bundesweiten Verbreitung der Materialien aufgelegt. Im Fokus steht dabei die Sekundarstufe II,da es hier, im Vergleich zur Sekundarstufe I, erfahrungsgemäß weniger fest verankerte BO-Angebote gibt. Angesichts des kaum überschaubaren Angebots von Studiengängen und Ausbildungsmöglichkeiten auf der einen und der stetig wachsenden Zahl von Schülerinnen und Schülern, die ein Abitur anstreben, auf der anderen Seite, besteht jedoch auch hier ein hoher Bedarf an orientierenden Angeboten.
Die Unterrichtseinheiten stehen nun in insgesamt 15 bundeslandspezifischen Varianten den Schulen zur Anwendung durch Lehrkräfte und Berufsberaterinnen und -berater zur Verfügung. Welche der ursprünglich 50 Unterrichtseinheiten aufgenommen und wie diese in das Landeskonzept eingepasst wurden, hat eine Redaktionsgruppe des jeweiligen Bundeslandes mit Blick auf die schulischen Rahmenbedingungen und bereits vorhandene Materialien entschieden.
Mit dem als Baukasten konzipierten Handbuch lassen sich alle wesentlichen Phasen des BO-Prozesses begleiten. Hierzu gehört das Kennenlernen der eigenen Interessen und Stärken ebenso wie das Entdecken der vielfältigen Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten. Die Schülerinnen und Schüler werden dabei nach und nach angeleitet, persönlich relevante Optionen einzugrenzen und zu bewerten.
Die Unterrichtseinheiten richten sich dabei vor allem an...

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Fakten zum Artikel
aus: Lernende Schule Nr. 90 / 2020

Berufsorientierung

Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 1-13