Gebhard Hruby

Kunstgenuss frei (Park-)Haus

Gebhard Hruby

Kreative Schüler und Schülerinnen als Botschafter ihrer Schulen

Ein Parkhaus ist normalerweise kein Ort, an dem man länger als nötig verweilen möchte. Und nur wenige kämen auf die Idee, ein Parkhaus als Attraktion anzusehen, die man wie ein Museum gezielt ansteuert. Man stellt hier bloß sein Auto ab und ist gedanklich schon dort, wohin man eigentlich möchte, und bei der Sache, um die es einem eigentlich geht.
Wenn man zwischen der Blechwüste aus parkenden Autos aber plötzlich unverhofft auf Kunst stößt, sieht es schon anders aus. Das Parkhaus, sonst ein trister Funktionsbau, kann dann zu einem Ort mit Wohlfühlcharakter werden, der überrascht, zum Nachdenken anregt und zum Entdecken einlädt. Genau das ist auch das Ziel des Wettbewerbs „SchülerKunst im Parkhaus, den die Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg (PBW) seit fast 20 Jahren regelmäßig veranstaltet.
Eine Idee wird umgesetzt
Die Idee, kahle Parkhauswände in kunterbunte Gesamtkunstwerke zu verwandeln, entstand 1998 im Zuge der Sanierung der Stuttgarter Hofdienergarage. Nach der Modernisierung entsprach das Parkhaus in der Stuttgarter Innenstadt zwar bautechnisch den Anforderungen, optisch versprühte es aber trotz strahlend weißer Wände noch immer den klassischen Charme eines Zweckbaus.
Um Abhilfe zu schaffen, schrieb die PBW den Kreativwettbewerb „SchülerKunst im Parkhaus für Realschulen und gymnasiale Mittel- und Oberstufen aus. In den ersten drei Wettbewerben rückten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausschließlich den farblosen Betonflächen in der Hofdienergarage zu Leibe. Später wurden auch die anderen PBW-Garagen in Stuttgart mit viel Fantasie, künstlerischem Know-How und kreativen Ideen umgestaltet.
Und das Ergebnis kann sich bis heute sehen lassen. Über 100 lebensgroße Silhouetten und Wandbilder im XXL-Format laden allein in der Hofdienergarage zum Verweilen ein. Mehr als 350 Bilderwände, Skulpturen, kunstvoll in Szene gesetzte Säulen und Lichtinstallationen machen die PBW-Garagen in Stuttgart, Karlsruhe und Bad Wildbad zu Hinguckern. Doch nicht nur die ausgestellten Arbeiten, sondern gleich der ganze Wettbewerb sind preisgekrönt: Die SchülerKunst-Garagen wurden im Juli 2008 von der Initiative Deutschland Land der Ideen als „Ausgewählter Ort ausgezeichnet.
Wie Schulen beteiligt werden
Zwar ist der Wettbewerb nicht zuletzt aus Platzgründen 2012 von Stuttgart nach Karlsruhe umgezogen, der Ablauf ist jedoch unverändert: Zu Beginn des Schuljahres erhalten interessierte Schulen die Wettbewerbsunterlagen. Vorrangig werden die Schulen eingeladen, die in der Vergangenheit bereits am Wettbewerb teilgenommen haben und im Einzugsbereich der jeweiligen SchülerKunst-Garage liegen. Grundsätzlich können aber alle Realschulen und Gymnasien ab Klasse 5 die Unterlagen anfordern und Entwürfe einreichen. Die Siegerentwürfe werden von einer Jury ausgewählt und in einer Preisverleihung zum Jahresbeginn feierlich gekürt. Die ausgewählten Werke werden dann bis zum Sommer realisiert und die neu entstandene SchülerKunst-Galerie in der Garage mit einer Vernissage eröffnet.
Gewinner sind dabei nicht nur die Parker, die ihr Fahrzeug im außergewöhnlichen Ambiente zwischen Lichtkunst und Malerei abstellen können, sondern auch die Schülerinnen und Schüler selbst und damit ihre Schulen. Wo sonst bekommt man die Möglichkeit, sein kreatives Potenzial in der Öffentlichkeit auszuleben und sein eigenes Werk im Rahmen einer Dauerausstellung zu präsentieren, die rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr geöffnet ist. Und auf die Schulen, die die jungen Kreativen entsenden, fällt dabei ebenfalls ein positives Licht.
Weitere Informationen erhalten Sie unter: http://www.xn--schlerkunst-vhb.de/
Leere Wände gibt es überall
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Schulen können sich über Kunstprojekte der Schülerinnen und Schüler der Öffentlichkeit sehr kreativ präsentieren. Dabei muss man nicht warten, bis die Parkraumgesellschaft einen...

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 7 / 2017

Öffentlichkeitsarbeit – Trommeln in eigener Sache

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