Diana Knodel, Philipp Knodel

Kompetenzen im digitalen Zeitalter

Diana Knodel, Philipp Knodel

Was Schülerinnen und Schüler jetzt lernen sollten

Politik, Wirtschaft, Kommunikation, Fortbewegung, Lernen die Digitalisierung verändert alle Bereiche unseres Lebens. Und mittendrin stehen die Schulen. Von ihnen wird erwartet, dass sie Schülerinnen und Schülern die notwendigen Kompetenzen für die digitale Zukunft vermitteln. Doch wie sieht die digitalisierte Zukunft aus? 65% aller heute eingeschulten Kinder werden einmal in Berufen arbeiten, die es heute noch gar nicht gibt. Fast die Hälfte aller Berufe sind von der zunehmenden Automatisierung betroffen (Frey & Osborne 2013). Auf Platz 1 der „bedrohten Berufe ist die Berufsgruppe der Verkäufer am Telefon („Telemarketer). Aber auch Buchhalter, Fahrerinnen oder Kreditanalysten gehören zu den Berufen, die es in Zukunft wahrscheinlich nicht mehr geben wird. Am wenigsten betroffen von Automatisierung sind die Erholungstherapeuten („Recreational Therapists), also Masseure, Fitnesstrainerinnen oder andere Berufsgruppen, die für Erholung und Entspannung verantwortlich sind.
Natürlich hat die Schule noch viel mehr Aufgaben, als auf die Arbeitswelt vorzubereiten. Sie soll junge Menschen zu verantwortungsbewussten, mündigen Bürgern erziehen und gesellschaftliche Grundwerte vermitteln. Aber genauso wenig, wie wir heute die Arbeitsplätze von morgen kennen, wissen wir heute, wie die Gesellschaft von morgen aussieht.
Was wir aber wissen: (Neue) Technologien werden zu grundlegenden Veränderungen führen. Eine dieser Technologien ist Künstliche Intelligenz, ein Bereich der Informatik, in dem es darum geht, Maschinen intelligent zu machen. Und zwar so intelligent, dass sie selbst gut informierte Entscheidungen treffen können (Nilsson 2009). Schon heute gibt es unterschiedliche Anwendungen und Szenarien:
  • In der Medizin unterstützt KI Diagnoseverfahren und Therapien, z.B. bei der Klassifikation von Tumoren oder der Erkennung von Mustern bei Schlaganfällen zur besseren Erstversorgung (The Guardian 2018).
  • Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickeln eine Anwendung, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz anhand von Sprachmustern Depression diagnostizieren kann. Im nächsten Schritt soll damit auch Früherkennung von Demenzerkrankungen möglich sein (MIT 2018).
  • Die indische Stadt Bangalore verwendet KI, um das Verkehrschaos zu regeln.
  • In den USA testet das Unternehmen Waymo einen Fahrdienst mit Robo-Taxis: selbstfahrende Autos bringen Personen von A nach B.
Es gibt aber auch diese Beispiele:
  • Die Firma PredPol entwickelt Algorithmen zur Verbrechensbekämpfung. Mit großen Datensätzen soll hervorgesagt werden, wo Verbrechen passieren. Ähnliche Software wird bereits in sehr vielen Ländern u.a. auch in Deutschland eingesetzt. Wie genau der Algorithmus aussieht, weiß man nicht. Und schon jetzt zeigt sich, dass PredPol „Racial Profiling fördert (BBC 2018).
  • In China wird ein System eingeführt, bei dem aus unzähligen Datenpunkten ein Social Score entsteht. Verhaltensweisen werden bewertet und sanktioniert: Die Bestellung gesunder Nahrung gibt Pluspunkte, zu viel Computerspielen oder Schwarzfahren gibt Minuspunkte. Das Ergebnis des Social Scores hat dann Einfluss auf die Kreditvergabe, medizinische Leistungen oder die Vergabe von Studienplätzen (ZEIT 2017).
  • Die Waffenindustrie forscht eifrig an KI-Anwendungen. Drohnen, Kampfroboter, Cyber Attacken Ideen für mögliche Einsatzszenarien gibt es (leider) zahlreiche. Es gibt auch Gespräche zwischen Regierungsvertretern über Regulierungen, wie etwa im Rahmen der UN-Konferenz 2018 in Genf (SZ 2018).
Auch wenn manche dieser Beispiele noch nach Science Fiction klingen: Künstliche Intelligenz ist kein Zukunftsthema, KI-Anwendungen sind bereits allgegenwärtig. In Zukunft wird Künstliche Intelligenz unseren Alltag noch stärker beeinflussen. Die Art und Weise, wie wir kommunizieren, lernen, arbeiten und uns fortbewegen überall wird KI eine Rolle spielen. Und...

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 17 / 2019

Digitalisierung – Nicht nur irgendwas mit Medien

Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 1-13