Wie Berufsorientierung und Schulentwicklung zusammenhängen

Berufswahlkompetenz als Ziel

Berufsorientierung sollte als Schulentwicklungsaufgabe verstanden werden, die von allen Beteiligten zu tragen ist. Ihr Ergebnis sollte sein, Heranwachsende so auf den Übergang in nachschulische Bildungswege vorzubereiten, dass sie nicht nur eine Berufswahl treffen, sondern auch ihre berufliche Laufbahn lebenslang entwickeln können. Wie bei allen Schulentwicklungsaufgaben kommt der Schulleitung auch hier eine besondere Verantwortung zu. Was sie tun kann, erfahren Sie in einer Checkliste.

Berufsorientierung und Berusfwahlkompetenz als Teile der Schulentwicklung
Schulen brauchen ein Konzept für Berufsorientierung und Berusfwahlkompetenz © Katja Driesel-Lange, Svenja Ohlemann, Jerusha Klein

Schulleitung als Motor für Berufswahlkompetenz

Das Gelingen schulischer Entwicklungsprozesse und damit auch die erfolgreiche Unterstützung beruflicher Orientierungsprozesse setzt ein entschlossenes Handeln der Schulleitung voraus. Denn die Schulleitung ist der Motor von Veränderungsprozessen. Sie ist maßgeblich für die Etablierung einer Kultur verantwortlich, die Entwicklungsprozesse initiiert und aufrechterhält. Schulleitung lebt den Leitgedanken, dass Berufsorientierung eine gesamtschulische Aufgabe darstellt, und transportiert diesen weiter in die Schule und das schulische Koope­rationsnetzwerk. Von ihr muss die Vision zur Entwicklung einer qualitätsvollen Berufsorientierung an der eigenen Schule ebenso ausgehen wie das Anbahnen von Strategien und die Bereitstellung schuleigener Ressourcen und Klärung organisatorischer Rahmenbedingungen.

Berufsorientierung und Schulentwicklung

In der Zusammenschau der Forschung zur schulischen Berufsorientierung lässt sich herausarbeiten, dass die Konzeption und Gestaltung individualisierter, also bedarfsorientierter Unterstützung beruflicher Entwicklung von Heranwachsenden nicht ausschließlich auf der Ebene ihrer inhaltlichen Verankerung zu betrachten, also als alleinig unterrichtliche Aufgabe zu verstehen ist. Vielmehr setzt sie mit Blick auf notwendige Interventionen und Ressourcen das Zusammenspiel aller Schulentwicklungsebenen – Unterricht, Personal und Organisation – voraus. Schulische Berufsorientierung muss also als Teil der Schulentwicklung begriffen werden. Schulische Entwicklungsprozesse, die die Berufsorientierung neu ordnen, bedürfen entsprechend einer langfristigen Strategie, in der ausgehend von gemeinsam getragenen Anliegen und davon abgeleiteten Inhalten der Berufsorientierung, auch Personen und die Organisation entsprechend weiterentwickelt werden. Dieses Vorgehen bedarf nicht nur einer guten Planung, sondern auch einer beständigen Überprüfung. Dies gilt für den Prozess an sich, aber auch für dessen Ergebnisse. Für die Ebenen der Schulentwicklung sind jeweils spezifische Entwicklungsziele bestimmbar.

Zeitschrift
Lernende Schule Nr. 90/2020 Berufsorientierung

Schülerinnen und Schüler müssen sich eine nachschulische Bildungsperspektive erarbeiten und letztlich zu einer Berufswahl kommen. Diesen Entwicklungsprozess muss die schulische Berufsorientierung begleiten.

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Schuleigenes Berufsorientierungskonzept

Herzstück zur operativen Umsetzung von Berufsorientierung ist das schuleigene Konzept zur Berufsorientierung (BO-Konzept). Dieses ist entsprechend dem individuellen Schulprofil zu entwickeln, denn eine Übernahme bestehender Konzepte ist aufgrund der individuellen Bedingungen und Leitideen der Einzelschule nicht sinnvoll. Das BO-Konzept beschreibt weiterhin die aus der schulinternen Strategie zur Berufsorientierung resultierenden Ziele sowie die jeweiligen Verantwortlichkeiten und beinhaltet einen konkreten Zeitplan für die Durchführung von Maßnahmen. Die Vorgaben von Landesprogrammen und nationalen Strategien werden in das BO-Konzept eingebunden. Eine zentrale Maßgabe der Förderung beruflicher Orientierung, die auch bestimmend für das BO-Konzept sein sollte, ist die Fokussierung auf den individuellen Lernprozess der Schülerinnen und Schüler im Sinne eines reflexions-, dialog- und praxisbezogenen Lernens. Entsprechend ist die curriculare Abbildung dieser Lernprozesse Bestandteil des BO-Konzepts.

Rolle der Schulleitung bei der Berufsorientierung

Die Schulleitung bei der Entwicklung einer Vision für die schulinterne Berufsorientierung, aber auch in weiteren Bereichen der Schulentwicklung eine zentrale Rolle ein. Sie benennt schulintern die für berufliche Orientierung verantwortlichen Personen (BO-Team), stößt schulinterne Entwicklungsprozesse an bzw. nimmt diese auf und unterstützt die schulische Berufsorientierung durch die Planung und Zuteilung von Ressourcen. Sie hat auch die Personalverantwortung und übernimmt in der Regel den Erstkontakt mit externen Kooperationsparter/-innen.

Wie weit ist das Konzept der Berufsorientierung an Ihrer Schule?
Hier finden Sie eine Checkliste dazu

Hier finden Sie den gesamten Artikel:
Berufswahlkompetenz

Lesen Sie das Heft von Lernende Schule zur Berufsorientierung.

Die Autorinnen

Dr. Katja Driesel-Lange ist Gastprofessorin für Schulpädagogik an der TU Darmstadt.

Svenja Ohlemann leitet an der TU Berlin das Projekt „StepUp! Individuelle Berufswahlkompetenz stärken”.

Jerusha Klein ist wiss. Mitarbeiterin im Projekt „StepUp! Individuelle Berufswahlkompetenz stärken” an der TU Berlin.

Fakten zum Artikel
  • Thema: Schule & Leben
  • Autor/in: Katja Driesel-Lange, Svenja Ohlemann, Jerusha Klein/Redaktion
Zeitschrift
Lernende Schule Nr. 90/2020 Berufsorientierung

Schülerinnen und Schüler müssen sich eine nachschulische Bildungsperspektive erarbeiten und letztlich zu einer Berufswahl kommen.

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