Matthias Labs

Berufswahlfahrplan am Gymnasium

Abb.1: Der Berufswahlfahrplan hängt als Leitfaden an zentraler Stelle im Gymnasium an der Schweizer Allee aus.
Abb.1: Der Berufswahlfahrplan hängt als Leitfaden an zentraler Stelle im Gymnasium an der Schweizer Allee aus., © Matthias Labs

Matthias Labs

Erfahrungsbericht aus Dortmund

Am Dortmunder Gymnasium an der Schweizer Allee existiert ein umfassendes Konzept zur beruflichen Orientierung. Um eine transparente Struktur der Begleitung des Berufswahlprozesses allgegenwärtig zu verdeutlichen, bricht die Schule das Gesamtkonzept auf einen übersichtlichenBerufswahlfahrplan herunter, welcher im Schulgebäude präsent ist. Dieser unterstützt nicht nur die Jugendlichen, sondern gibt auch Lehrkräften ein Werkzeug für die alltägliche Umsetzung der Beruflichen Orientierung in der Schule an die Hand.

Im Rahmen der individuellen Förderung hat auch die berufliche Orientierung an Schulen stark an Bedeutung gewonnen. Durch das Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss (KAoA) wurden in Nordrhein-Westfalen seit einigen Jahren viele Elemente und Maßnahmen in der beruflichen Orientierung standardisiert, um verlässliche Strukturen an den Schulen zu schaffen.1 Damit mussten in den Schulen Anpassungsprozessevollzogen werden, um diese Neuausrichtungen in das eigene System zu übertragen. Wie tiefgreifend diese Anpassungsprozesse in den einzelnen Schulen sind, hängt einerseits von den bestehenden Maßnahmen ab, da die einzelnen Schulformen häufig unterschiedliche Ausgangslagen haben, andererseits aber auch von der Personalstruktur innerhalb der Kollegien. In den letzten Jahren gab es innerhalb der Kollegien aufgrund der hohen Pensionierungswelle viele Wechsel und Neueinstellungen. Dadurch mussten bestehende Routinen und Projekte auf neue Personen übertragen und konnten gleichzeitig weiterentwickelt werden.
Bei der Konzeptionierung und Strukturierung eines so weitreichenden schulischen Aufgabenprofils wie der beruflichen Orientierung ist es deshalb besonders wichtig, dass alle beteiligten Akteure wie Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler stets einen Überblick über das Gesamtkonzept haben und ihnen verständlich ist, wie einzelne Teilbereiche innerhalb dieses Konzept zu verorten sind. Einen wichtigen Aspekt hierbei bildet das schulinterne Curriculum, welches mittlerweile jede Schule auch in Bezug auf die berufliche Orientierung vorhalten muss. Durch dieses Curriculum sollen Zusammenhänge zwischen den einzelnen Maßnahmen, aber auch zwischen den Fächern deutlich gemacht werden, um die nötige Transparenz herzustellen.
Hier soll anhand des Gymnasiums an der Schweizer Allee in Dortmund beispielhaft dargestellt werden, wie ein Konzept zur beruflichen Orientierung ganzheitlich im System Schule angenommen, strukturiert und auch umgesetzt wird. Hierbei wird vor allem auf das unterstützende Instrument des Berufswahlfahrplans eingegangen, der, aufbauend auf dem curricular ausgeführten Konzept, einen Überblick für alle Akteure im schulischen Kontext bietet, sodass sich der oder die Jugendliche in diesem Konzept gemäß der besuchten Jahrgangsstufe wiederfinden kann.
Berufliche Orientierung in der Schweizer Allee
Das Gymnasium an der Schweizer Allee liegt im Dortmunder Südostenund ist mit rund 1250 Schülerinnen und Schülern das größte der 17 Dortmunder Gymnasien. Als Europaschulemit bilingualem Zweig und einem breit gefächerten MINT-Bereich inklusive eines eigenen Molekularlabors im Haus liegt das Profil vor allem im gesellschaftlich-sprachlichen und naturwissenschaftlichen Fokus. Das Gymnasium an der Schweizer Allee unterhält enge Kooperationen zu mehreren Betrieben und einigen Hochschulen in der Region, die das Schulleben in den verschiedenen Aspekten tatkräftig unterstützen.
Die Schule unterhält ein umfassendes Förder- und Beratungskonzept, welches sich an alle Schülerinnen und Schüler, besonders aber an leistungsschwache wie auch überdurchschnittlich leistungsstarke richtet. Die berufliche Orientierung ist seit Jahren eine der zentralen Schulentwicklungsaufgaben, bei der jede Schule, ausgehend von den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler und unter Einbezug aktueller Entwicklungen aus Politik und Wissenschaft, ihr Konzept stetig überprüft,...

Friedrich+ Schulleitung

Sie sind bereits Abonnent?

Mein Konto

Jetzt weiterlesen mit Friedrich+ Schulleitung!

  • Digitaler Vollzugriff auf die Inhalte der Zeitschriften Schule leiten oder Lernende Schule
  • Umfassendes Archiv mit über 550 Beiträgen für die Leitung und Weiterentwicklung Ihrer Schule, mit Checklisten, Bildmaterial, Methodenkarten, u. v. m.
  • Jährlich über 100 neue Beiträge, darunter umfassende Materialien für die schulinterne Fortbildung

30 Tage kostenlos testen

Fakten zum Artikel
aus: Lernende Schule Nr. 90 / 2020

Berufsorientierung

Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 1-13