Feedback für die Schulleitung

Von Lob und critical friends

„Wir alle brauchen jemanden, der uns Feedback liefert. Nur so können wir uns verbessern. Leider gibt es aber eine Gruppe von Menschen, die fast nie ein systematisches Feedback erhält, um ihren Beruf besser auszuüben und gerade diese Menschen haben eine der wichtigsten Aufgaben auf der Welt.“ Was Bill Gates, der sich mit seiner Stiftung auch für Projekte im Bildungsbereich einsetzt, auf Lehrkräfte gemünzt hat, trifft erst recht für Schulleitungen zu. Aber das können Sie ändern! Zwei Tipps dazu.

positives Feedback
Positives Feedback zu sammeln hilft weiter. © athree23/pixaby

Für einen Schulleiter oder eine Schulleiterin ist es nicht ganz einfach, ehrliche Rückmeldungen zur eigenen Arbeit zu erhalten. Das liegt vor allem an der Stellung an der Spitze. Lehrkräfte haben oft Scheu, sich dem oder der Vorgesetzten gegenüber offen zu äußern. Auch haben viele andere Menschen, mit denen man zu tun hat, kaum einen Einblick in die komplexen Aufgaben und Zusammenhänge der Arbeit in der Schulleitung. 
Eine Feedback-Kultur in der Schule aufzubauen, in der Feedback durchgängig selbstverständlich ist und als gemeinsam entwickelte Haltung den Alltag und die Wirklichkeitswahrnehmung prägt, schafft man nicht allein. Sie können aber klein und bei sich selbst anfangen.

1.    Tipp: Jemanden finden, der gezielt Feedback gibt

Rückmeldungen hat man am liebsten von Personen, die man gut kennt und denen man vertraut. Was liegt also näher, als solche Menschen um Feedback zu bitten? Viele Schulleitungen haben gute Erfahrungen mit sog. critical friends gemacht. Und das müssen weder enge Freunde und Freundinnen sein noch Fachleute aus der Schule. Man kann auch die Expertise von außen nutzen, etwa von Personen, die man über Zusammenarbeit mit der Wirtschaft oder aus anderen Kooperationen kennt. Oft sehen diejenigen aus anderen Fachgebieten Schwachstellen und Entwicklungsmöglichkeiten, die bisher übersehen wurden! Wichtig ist dabei einerseits, im Vorhinein Beobachtungsziele und -gebiete festzulegen. Andererseits sollte man auch selbst für die critical friends als solcher zur Verfügung stehen.

Zeitschrift
Schule leiten Nr. 11/2018 Schulleitung unterstützen – Hilfe zur Selbsthilfe

Das Heft zeigt, was man von Coaching oder einem Portal erwarten kann. Zudem stellt es diverse Möglichkeiten vor, die Expertise anderer für die eigene Entlastung zu nutzen:

26,90 EUR Preise jeweils zzgl. Versandkosten

Produkt ansehen

2.    Tipp: Lob sammeln

An kritisches Feedback erinnert man sich normalerweise länger, da es einen eher ins Grübeln bringt und „wurmt“. Doch nicht nur Kritik hilft uns, uns weiterzuentwickeln, sondern auch Lob. Über positives Feedback kann man etwas über seine persönlichen Stärken erfahren und Anregungen erhalten, wo und wie man sich weiterentwickeln sollte. Wenn sich jemand die Mühe gemacht hat, darauf hinzuweisen, worin Sie besonders gut sind, sollten Sie diese Hinweise auch nutzen!
Es mag Ihnen zunächst als unbescheiden erscheinen oder auch peinlich sein, sich in positiven Kommentaren zu sonnen. Aber gerade, wenn Sie noch kaum Erfahrungen mit Feedback haben, kann die Konzentration auf Lob besonders aufbauend sein. Sammeln Sie solches Lob – egal, in welcher Form es kommt: von netten Worten auf Post-its bis hin zu E-Mail-Kommentaren. Wenn Sie gemischtes Feedback erhalten, trennen Sie es und legen die positiven Aspekte ebenfalls in Ihrem „Schatzkästchen“ ab. Um wirklich daraus zu lernen, sollten Sie das gespeicherte Feedback durchsehen und darüber nachdenken. Dazu kann man feste Zeiten festlegen und dann fragen: Was für Themen oder Muster zeigen sich? Wie könnte ich meine Stärken in anderen Situationen einsetzen? Wozu brauche ich mehr Informationen und woher könnte ich sie bekommen? 


Mehr zum Thema

Friedrich Jahresheft Feedback  

Ein Fremder an meiner Seite

Feedback in Konferenzen einholen

 

Fakten zum Artikel