Susanne Kreitz-Sandberg, Maja Johansson Gaimer

Svenska samarbete

Susanne Kreitz-Sandberg, Maja Johansson Gaimer

Wie in schwedischen Ganztagsschulen kooperiert wird

Multiprofessionelle „prereferal Teams an schwedischen Schulen
Im schwedischen Schulsystem arbeiten seit der Einführung der allgemeinen neunjährigen Gesamtschule in den 1960er Jahren neben Lehrerinnen auch einige andere Professionen, darunter z.B. Schulkrankenschwestern, Sonderpädagoginnen und Studien- und Berufsberaterinnen, aber auch Schulpsychologinnen, Sprachtherapeutinnen und Schulsozialarbeiterinnen.1 Seit langem gibt es multiprofessionelle Teams, die Kinder unterstützen sollen, die aus verschiedenen Gründen riskieren, das Klassenziel nicht zu erreichen. Früher wurden diese als Teams zur Wohlfahrt der Schülerinnen und Schüler bezeichnet (elevvård) und seit 2000 wird der Begriff Team für Schülergesundheit (elevhälsa) verwendet. Damit hat sich auch eine deutlichere präventive Orientierung durchgesetzt. Das Ziel ist, zu einem guten Lernmilieu beizutragen und die allgemeine Entwicklung von Schülern und Schülerinnen zu fördern (SOU 2000, S. 49). Multiprofessionelle Teams sind heute ein fester institutioneller Bestandteil des schwedischen Schulwesens. Sie sollen entsprechend des neuen Bildungsgesetzes von 2010 medizinisches, psychologisches, soziales und spezialpädagogisches Expertenwissen beisteuern, um die physische, emotionale und soziale Gesundheit von Lernenden zu fördern (Sveriges Riksdag 2010). Elevhälsa hat viele Gemeinsamkeiten mit dem, was mit dem englischen Begriff „prereferal team bezeichnet wird (Thornberg 2008). Diese multiprofessionellen Teams sollen ermöglichen, dass Kinder und Jugendliche weiterhin in ihrem gewohnten Klassenverband in einem kaum differenzierenden Schulsystem unterrichtet werden können, statt an andere Einheiten verwiesen zu werden.
Gesundheitsteams und Lehrkräfte
Die Ergebnisse zweier Studien zu Einstellungen von Lehrerinnen zur Unterstützung durch andere Professionen in der Schule sollen hier referiert werden. Die meisten Lehrkräfte in Grundschulen (Klasse 0 – 9) waren laut einer Fragebogenstudie mit der Zusammenarbeit mit anderen Professionen in ihrer Schule zufrieden, schilderten aber auch Mängel, vor allem in Bezug auf konkrete Rückmeldungen und zeitnahes Feedback (Johansson Gaimer 2017). Die vom Team vorgeschlagenen Lösungen und Arbeitsformen wurden oft als zu theoretisch und abstrakt erlebt. Die Lehrkräfte wünschten sich praktische, in der eigenen pädagogischen Praxis direkt anwendbare Lösungsvorschläge. Sie erwarteten Unterstützung im Klassenzimmer, z.B. durch eine zusätzliche Pädagogin oder professionellen Rat zur Planung von Interventionen, die die betroffenen Kinder stützen können. Die befragten Lehrerinnen meinten, in der Regel genügend Kompetenz zu haben, um besonderen Lernbedarf in ihren Klassen identifizieren zu können, jedoch wurde die Größe der Klassen als Hindernis beschrieben, um den Bedarf auch zu decken (Johansson Gaimer 2017). Aus der oben angeführten Studie ging hervor, dass negative Erfahrungen mit anderen Professionen im Kontext des Schulwesens die weitere Zusammenarbeit erschweren, während positive Erfahrungen eine gute Voraussetzung für eine weitere lösungsorientierte Kooperation legen können. Deshalb erscheint es als eine wichtige Bedingung für den Erfolg von multiprofessioneller Zusammenarbeit, adäquate Voraussetzungen für die Zusammenarbeit zu schaffen.
Multiprofessionelle Kooperation in verschiedenen Schulsystemen
Eine Studie mit Lehrerinnen in Schweden, Deutschland und Japan, in der die Zusammenarbeit mit anderen Professionen im Schul- und Sozialwesen diskutiert wurde, beschrieb, dass in verschiedenen Schulsystemen teilweise unterschiedliche Professionen zur Unterstützung von Schülerinnen und Schülern aktiv werden. In Fokusgruppen interviewte Lehrkräfte in Schweden thematisierten vor allem die Unterstützung durch sonderpädagogische Ressourcen, während in Deutschland sozialpädagogische und in Japan medizinische Kompetenz als...

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Fakten zum Artikel
aus: Lernende Schule Nr. 81 / 2018

Multiprofessionelle Kooperation

Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 1-13