Eva Baier

Stufenhäuser mit Fachschwerpunkten

Eva Baier

Wie ein Raumkonzept zur Schulentwicklung beiträgt

Im Jahr 2014 begannen wir, ein neues Raumkonzept zu entwickeln. Anlass war ein Anbau: drei neue Klassenzimmer, ein Fachraum und eine Mensa. Das Besondere des neuen Konzepts ist: Es gibt Stufenhäuser und Klassen mit fachlichen und überfachlichen Schwerpunkten, sodass unsere Schüler und Schülerinnen jedes Jahr den Klassenraum wechseln und durch die Schule „reisen. Die Raumgestaltung der Stufenhäuser ist dabei den Entwicklungsstufen der Kinder angepasst.
GBS Ganztagsschule
Die Schule Eulenkrugstraße ist eine dreizügige Grundschule mit 350 Kindern, 28 Lehrenden und 25 Erzieherinnen und Erziehern in Hamburg. Wir sind eine GBS Ganztagsschule, das heißt, dass der Unterricht bis 13.00 Uhr erfolgt und wir für die Nachmittagsbetreuung und die Nachmittagsangebote mit dem Jugendhilfeträger „Hort Altonaer Straße e.V. kooperieren. Lehrerinnen und Lehrer werden darüber hinaus am Nachmittag für Förder- und Forderkurse eingesetzt.
Entwicklungsstufen
Bei uns „reisen die Kinder im Laufe ihrer Grundschulzeit durch die Schule und mit ihnen die Kolleginnen und Kollegen. So starten die Kinder im Vorschulhaus bei der kleinen Pforte und verlassen das Stufenhaus der 4. Klassen nach ihrer Grundschulzeit in Richtung der weiterführenden Schulen durch das große Haupttor. Jede Stufe hat ein eigenes Haus oder ein eigenes Stockwerk. Diese Häuser sind nach den Bedürfnissen der jeweiligen Klassenstufe eingerichtet. Die Vorschulkinder benötigen z.B. Geborgenheit, Bewegung (s. Foto 2 ), die Möglichkeit zu kochen und kleine kuschelige Ecken, in die man sich zurückziehen kann. Das Vorschulhaus hat daher einen Bewegungsraum, eine Küche, ein Spielhaus und eine Hochebene (s. Foto 1 ), Eine kleine Bühne ermöglicht, auch Aufführungen im überschaubaren Rahmen zu gestalten. Die direkte Nähe des Vorschulhauses zum Lehrerzimmer soll den Kindern Sicherheit geben.
In den 4. Klassen hingegen werden besonders viele Referate verfasst, es wird häufig in Kleingruppen gearbeitet und die Kinder benötigen Rückzugsmöglichkeiten, um einmal in Ruhe etwas zu lesen. Die 4. Klassen haben daher u.a. Ruheräume, einen Computerraum und gestaltete Lernfelder mit Ecken zum Arbeiten und Austauschen (s. Foto 3 und 4 )
Klassenräume mit Schwerpunkten
Ein weiterer elementarer Gedanke des Raumkonzeptes ist, dass nicht mehr jeder Raum alles können muss. Wir wollten weg von der „Campingbus-Mentalität des Klassenraumes, daher hat nunmehr jeder Klassenraum einen fachlichen und einen überfachlichen Schwerpunkt. Darüber hinaus finden die Kinder in den Stufen immer das gleiche verlässliche System. In jeder Stufe gibt es:
  • einen Klassenraum mit Schwerpunkt „Mathematik;
  • einen Klassenraum mit Schwerpunkt „Deutsch;
  • einen Klassenraum mit Schwerpunkt „Sachunterricht;
  • einen zusätzlichen Raum, der entsprechend den Bedürfnissen des jeweiligen Jahrganges gestaltet ist.
Diese Klassenräume sind zusätzlich mit einem überfachlichen Schwerpunkt gekoppelt:
  • Mathematik mit Kreativität (Kunst und Nähen);
  • Deutsch mit Ruhe (Lesen und Ruhen);
  • Sachunterricht mit Forschen (Bauen, Konstruieren und Recherchieren).
Für die Praxis bedeutet dies, dass die Mathematiksammlung der Stufe sich im Mathematikraum befindet. Die Verwaltung des Materials liegt dann in der Hand der Klassenlehrkraft, die mit ihrer Klasse in erster Linie diesen Raum nutzt. Die Konsequenz ist nun nicht, dass der Mathematikunterricht der Stufe nur in diesem Raum stattfindet. Es bedeutet aber, dass eine Mathematikwerkstatt in der Mathematiklasse durchaus von allen Klassen der Stufe genutzt werden kann. Entsprechend verhält es sich mit dem Deutsch- und dem Sachunterrichtsraum. Dies hat natürlich zur Folge, dass die Lehrerinnen und Lehrer der Stufe sehr eng zusammenarbeiten. Neben den Fachsammlungen der Stufe gibt es zusätzlich dezentrale Fachsammlungen und gegebenenfalls Fachkisten für jeden Klassenraum.
Auch die inhaltliche Ausgestaltung der...

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 15 / 2019

Lernumgebungen – Räume, Rhythmen, Regeln

Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 1-13