Nicole Mittelstaedt

StARKe Kinder, StARKe Schulen

Illustration: Ulrich Deppe unter Verwendung von © by-studio – Fotolia.com

Nicole Mittelstaedt

Soziales Lernen in eine ganze Kommune tragen

Gewalt und andere Regelverletzungen stellen für viele Schulen eine große Herausforderung dar. Es gibt viele Präventionsprogramme. Doch wenn sie unkoordiniert durchlaufen werden, verpuffen ihre Effekte oft schnell. In einer niedersächsischen Gemeinde haben sich alle Schulen Prävention auf die Fahnen geschrieben, um gemeinsam und nachhaltig diese Herausforderung anzunehmen.
Was ist StARK?
Störungsfrei, Anerkennend, Respektvoll und Konsequent. Kurz und knapp StARK heißt das Programm zum Sozialen Lernen, nach dem Konzept von Konflikt-Kultur in Freiburg (https://www.konflikt-kultur.de), welches in drei Grundschulen und den weiterführenden Schulen der Samtgemeinde Schwarmstedt, im Rahmen von PaC/Prävention als Chance (http://www.PaC-Schwarmstedt.de, siehe Kasten), umgesetzt wird. Mit diesem verfolgt die Samtgemeinde die Idee, ein gemeinsames, aufeinander aufbauendes und wirksames Präventionsverständnis vor Ort zu fördern.
StARK orientiert sich am Konzept von Konflikt-Kultur und ist ein umfassendes, praxiserprobtes, wissenschaftlich fundiertes und evaluiertes Mehr-Ebenen-Programm. Es erfüllt damit alle Kriterien, die erfolgreiche Präventionsmaßnahmen an Schulen auszeichnet, und steht auch deshalb unter anderem auf der „grünen Liste des niedersächsischen Landespräventionsrates. Es basiert auf Erkenntnissen der Resilienzforschung, d.h. es vertritt die Prinzipien des autoritativen Erziehungsstils, ist bedürfnis- und bindungsorientiert, bietet positive Rollenmodelle und fördert die Selbstregulation, Empathie und Problemlösefähigkeiten der Schülerinnen und Schüler.
Der Fokus liegt bei StARK auf der Anerkennung. Um die Schülerinnen und Schüler zur Einhaltung der Regeln zu motivieren, wird mit einem Anerkennungssystem gearbeitet.
Die Umsetzung in Schwarmstedt
In Schwarmstedt ziehen alle an einem Strang und das schulübergreifend. Derzeit setzen in der Gemeinde drei (von vier) Grundschulen, die Förderschule sowie zwei Grundschulen der benachbarten Gemeinden das beschriebene Programm um. Der komplette 5. Jahrgang (Haupt-, Real-, Gymnasiumzweig) der weiterführenden Schule KGS beschäftigen sich derzeit ebenfalls mit der Umsetzung.
Im Rahmen eines Sozialtrainings entwickeln die Kinder und Jugendlichen aller Klassen soziale Spielregeln und lernen, die eigene Meinung offen zu äußern und die Meinung anderer zu respektieren. Dabei werden drei wichtige Ziele formuliert:
1.In Ruhe arbeiten,
2.in Frieden leben und
3.Erfolg im Leben (schulisch, beruflich, gesellschaftlich, gesundheitlich).
Um diese Ziele zu erreichen, ist es notwendig, drei wichtige Fähigkeiten bzw. Kompetenzen zu trainieren.
Die Begriffe Bedürfnisaufschub, Frustrationstoleranz, Selbstkontrolle lernen die Schülerinnen und Schüler im Sozialtraining kennen und füllen diese inhaltlich mit Beispielen aus dem (außer-)schulischen Alltag. Es ist erstaunlich und beeindruckend, wie souverän und reflektiert schon Erstklässler/-innen nach dem intensiven Sozialtraining damit umgehen können. Mit verschiedenen Methoden, die im Training eingeführt und im Unterrichtsalltag fortgeführt werden, werden diese Kompetenzen gefördert.
In Schwarmstedt gelten einheitliche Regeln für alle Klassen an allen teilnehmenden Schulen und es wird ein großer Wert auf respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander gelegt. Die drei Menschenrechte (Ich verletze niemanden im Herzen! Ich verletze niemanden am Körper! Ich nehme niemandem etwas weg!) und die einheitlichen Unterrichtsregeln sollen helfen, eine gute Lern- und Arbeitsatmosphäre in den gesamten Schulen zu schaffen.
Für die Einhaltung der Regeln erhalten die Schülerinnen und Schüler Anerkennung in Form von Zuwendung/Lob und Stempeln (symbolische Anerkennung). Die Stempel können gegen Privilegien, Zeitgeschenke oder Gutscheine eingetauscht werden. Die Formen der Anerkennung werden gemeinsam mit den Lernenden zu Schuljahresbeginn...

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 21 / 2020

Herausforderungen – Der ganz normale Wahnsinn

Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 1-13