Rüdiger Modell

Nicht ohne unsere Eltern!

Rüdiger Modell

Schulspezifisches Konzept zur Erziehungspartnerschaft

Die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. „Was früher noch Kuchenbacken bei Schulfesten bedeutete, ist jetzt zu einer bedeutenden Partnerschaft geworden. Eltern beschäftigen sich mit vielfältigen schulpolitischen Themen, engagieren sich bei Projekten und bringen sich aktiv in das Schulleben ein. (Oechslein 2016, S. VI) Dabei ist eine gelungene Erziehungspartnerschaft zwischen Schule und Elternhaus immer schulspezifisch und hängt stark von den äußeren Rahmenbedingungen ab. Zusätzlich zu den gesetzlichen Vorgaben sind es neben vielen anderen Faktoren die Größe der Schule, die Zusammensetzung der Elternschaft sowie die grundsätzliche Bereitschaft sowohl der Schule als auch der Eltern, das Schulleben gemeinsam zu gestalten.
Die Voraussetzungen für das Gelingen einer Erziehungspartnerschaft sind am Humboldt-Gymnasium Vaterstetten besonders gut gegeben. Es ist ein naturwissenschaftlich-technologisches und sprachliches Gymnasium mit ca. 1550 Schülerinnen und Schülern. Damit gehört es zu den größten Gymnasien Bayerns. Es gibt einen hohen Anteil akademisch geprägter Elternhäuser, häufig verbunden mit der Berufstätigkeit beider Elternteile. Seit Jahren kann die Schule auf einen Elternbeirat bauen, der in hohem Maße bereit ist, sich für die Interessen der Schule einzusetzen und sie zu unterstützen. Deshalb ist die Einbindung des Elternbeirats in Fragen der Schulentwicklung und seine Teilnahme an Arbeitskreisen, z.B. bei der Planung der offenen und gebundenen Ganztagsschule, die Beteiligung an Schulentwicklungsmaßnahmen etc. eine Selbstverständlichkeit.
Leitsätze der Elternarbeit
In einem aufwendigen, zwei Jahre dauernden Prozess wurden in Zusammenarbeit mit Eltern, Schulleitung und Lehrkräften folgende Leitsätze der Elternarbeit am Humboldt-Gymnasium Vaterstetten entwickelt:
  • Jede Elternarbeit muss beim Kind ankommen und damit die schulische und persönliche Entwicklung des Kindes fördern helfen.
  • Lehrer und Eltern streben eine Erziehungspartnerschaft auf Augenhöhe an mit der beiderseitigen Akzeptanz der jeweiligen Kompetenzen und Aufgabenbereiche und mit dem Ziel der gegenseitigen Unterstützung.
  • Gegenseitiger Respekt und ein Klima des Willkommen-Seins sind dafür unabdingbar.
  • Der Aufwand für einzelne Aktivitäten der Elternarbeit muss in einem angemessenen Verhältnis zum Mehrwert stehen.
Um diese Leitsätze zu konkretisieren, wurden daraus schulspezifische Ziele der Elternarbeit abgeleitet.
Die Kontaktaufnahme zwischen Lehrern und Eltern soll erleichtert werden, so dass der beiderseitige Austausch zur Sicherung des schulischen Erfolgs des Kindes beitragen kann.
„No child left behind: Der Einzelne soll in der Masse der Schüler nicht untergehen, besonders (in irgendeiner Form) benachteiligte Schüler sollen optimale Unterstützung erhalten.
Eltern, Lehrer und Schüler tragen gemeinsam zur Gestaltung der Schule als Lebensraum bei und stärken so die Identifikation mit der Schule (Gemeinschaft).
Eltern, Lehrer und Schüler tragen gemeinsam zur Weiterentwicklung des Schulprofils bei. Elternarbeit soll über den Elternbeirat hinaus auf eine breitere Basis gestellt werden.
Damit sind auch die drei Teilbereiche unserer Elternarbeit benannt, an denen das Handeln ausgerichtet ist. Der wichtigste Bereich davon ist Kommunikation inklusive Informations- und Beratungsangebote. Daneben geht es darum, miteinander in der Schule zu leben, miteinander zu arbeiten sowie miteinander die Schule zu gestalten und Schulentwicklungsprozesse gemeinsam zu entwickeln und umzusetzen.
Zu 1: Kontaktaufnahme
Das traditionelle Repertoire an Kontakt- und Austauschmöglichkeiten ist fest etabliert. Dazu gehören die wöchentliche Sprechstunde, die Elternsprechabende sowie bei Bedarf Telefonate. Die Ist-Analyse ergab jedoch, dass hier noch Handlungsbedarf besteht, zum einen, um die Kontaktaufnahme zu...

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 9 / 2017

Eltern und Schule – Beziehungskiste

Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 5-13