Kornelia Neumann

Netzwerk für nahtlosen Übergang

Kornelia Neumann

Das buddY-Programm hilft beim Stufenwechsel

Der Übergang von der Grund- in die weiterführende Schule ist ein komplexes Ereignis, das durchaus belastend sein kann. Ein Modellprojekt unterstützt die Bildung von Netzwerken, die Fachkräfte aus Primar- und Sekundarstufen verbinden. In den Gruppen werden Methoden entwickelt und ausgetauscht, um Kinder aktiv in die Gestaltung des Übergangs einzubeziehen.

Der Wechsel von der Grundschule zur weiterführenden Schule ist der Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Für viele Kinder ist er verbunden mit einem Gewirr aus Gefühlen: Vorfreude auf die neuen Klassenkameradinnen und -kameraden und die anderen Fächer, Neugier auf die Lehrerinnen und Lehrer, aber auch Unsicherheit gegenüber den Leistungsanforderungen und dem unbekannten System.
Übergänge als Herausforderung für die Entwicklung des Kindes
Der Übergang in die weiterführende Schule verändert das bestehende Beziehungsgeflecht eines Kindes, es wird bisherige Klassenkameradinnen und -kameraden wie auch begleitende Erwachsene nicht mehr regelmäßig sehen, dafür neue Menschen kennenlernen. Es werden nicht nur andere Erwartungen an das Kind herangetragen, sondern auch die Art und Weise, wie das geschieht, wird sich ändern. Diese Übergangssituation ist für das Kind zweifellos eine Entwicklungsaufgabe, an der es wachsen kann, wenn sie erfolgreich bewältigt wird.
In der Transitionstheorie wird der „Übergang als komplexes gesellschaftliches Ereignis verstanden, für dessen Gelingen alle beteiligten Akteurinnen und Akteure aus der Familie und der Schule verantwortlich sind. Danach stellen sich folgende zentrale Fragen der Transition:
  • aus Sicht des Individuums: Wie bewältige ich große anstehende Veränderungen in meinem Leben?
  • aus Sicht des Systems: Wie unterstützen wir Kinder und Jugendliche und deren Eltern in bedeutsamen Veränderungsprozessen?
Das buddY-Programm ist als soziales Lernprogramm die Entwicklungsgrundlage für die Ausrichtung des Übergangsansatzes von EDUCATION Y. Es fördert vor allem Fähigkeiten, die im Bereich sozialer und emotionaler Kompetenzen liegen, aber mittelbar auch andere Kompetenzbereiche mit: Schülerinnen und Schüler, die soziales Handeln erfolgreich und bestätigend erlebt haben, werden in ihrer Selbstwirksamkeit bestärkt. Sie erwerben Wissen, das aus unmittelbarer und reflektierter Erfahrung erwachsen ist und ihnen als Strategie für weiteres Handeln zur Verfügung steht. Aus diesem Grund wird im buddY-Programm auch von sozialer Handlungskompetenz gesprochen, da die im realen Kontext handelnd erworbenen Erfahrungen die sozialen Kompetenzen erst erschließen (vgl. Kasten 1 und 2).
Modellprojekt Stufenwechsel
Modellprojekt Stufenwechsel
Mit dem buddY-Modellprojekt Stufenwechsel machten sich 2016 knapp 100 Fachkräfte unterschiedlicher Schulformen auf den Weg zu einer Netzwerkarbeit, die Kinder am Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule stärkt. In drei teilnehmenden Kommunen bildeten sich insgesamt vier Netzwerke, die jeweils einen sehr eigenen Weg für die Übergangsgestaltung mit den Kindern entwickelten. Das Modell war durch die maßgebliche Förderung der Wübben Stiftung für alle Teilnehmenden kostenfrei.
Leitprinzipien des buddY-Programms
Leitprinzipien des buddY-Programms
Die vier Leitprinzipien des buddY-Programms sind Partizipation, Peergroup-Education, Selbstwirksamkeitserfahrungen, Lebensweltorientierung. Pädagogische Fachkräfte werden eineinhalb bis zwei Jahre mit einem sieben- bis zwölftägigen Training begleitet. Über 1.600 Schulen haben bereits ein Training durchlaufen.
Den Wechsel als ko-konstruktiven Prozess gestalten
Im Sinne der buddY-Leitprinzipien galt es, mit dem Stufenwechselprogramm einen möglichst angst- und stressfreien Übergang mit den Kindern gemeinsam zu gestalten. Um Brüche zu vermeiden, sollten die Schulen gut vernetzt sein, der Entwicklungsprozess gut begleitet und eine Abschieds- und Willkommenskultur gepflegt...

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Fakten zum Artikel
aus: Lernende Schule Nr. 82 / 2018

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