Mani Taghi-Khani

Mit JOBwärts in die Ausbildung

Mani Taghi-Khani

Ein Projekt zur Begleitung ins Berufsleben

Mit dem Berufsorientierungsprojekt JOBwärts, das seit dem Schuljahr 2011/2012 fest im Schulprogramm etabliert ist, gelingt es der KGS Schneverdingen, jährlich mehr als 90 Prozent der „ausbildungswilligen Schülerinnen und Schüler des 9. Hauptschuljahrgangs in ein Ausbildungsverhältnis einmünden zu lassen.
JOBwärts basiert dabei auf fünf Komponenten:
1. Kooperation mit der BBS Soltau
Einmal wöchentlich fahren die Schülerinnen und Schüler zu den Berufsbildenden Schulen in Soltau. Dort werden sie in einem von vier Berufsfeldern unterrichtet, das sie zu Ende des 8. Schuljahrs auswählen müssen. Im Rahmen dieser Berufsfelder werden bis zu vier unterschiedliche Berufsbilder von den Lehrkräften der BBS vorgestellt in Kooperation mit KGS-Lehrkräften.
In jedem Berufsfeld (s. Tabelle ) weden bereits Ausbildungsinhalte des ersten Lehrjahres vermittelt. Als besonders gewinnbringend hat sich herausgestellt, dass die Schüler unterschiedliche Berufsbilder durchlaufen und so ihr Interesse an einem von diesen spezifizieren können.
Jeder Schüler ist verpflichtet, über seine tägliche Arbeit an der BBS einen Ausbildungsnachweis zu führen, welcher von den Lehrkräften des Fachs Wirtschaft an der KGS kontrolliert und korrigiert wird.
2. Schüler-Eltern-Gespräche
Jeweils zu Beginn des ersten und des zweiten Schulhalbjahres finden umfassende Schüler-Eltern-Gespräche statt. Teilnehmer sind neben den jeweiligen Schülern die Beraterin der Bundesagentur für Arbeit, die Klassenlehrkraft, ein Mitarbeiter des JOBwärts-Teams und die Erziehungsberechtigten. Hierbei werden die Wünsche und Ziele von den Schülern und Erziehungsberechtigten besprochen und mit Einschätzungen der Lehrkräfte sowie den Berufsperspektiven abgeglichen. Nicht selten differieren diese zunächst.
3. Berufscoaching im Ganztagsbereich
Am Berufscoaching nehmen alle Schüler per Beschluss der Gesamtkonferenz verpflichtend teil. Thematische Inhalte sind u.a. die Optimierung der Ausbildungsnachweise, Telefon- und Bewerbungstraining sowie das Verfassen von Bewerbungsmappen. Ein zentraler Aspekt stellt zudem eine „Ausbildungsplatzliste der Stadt Schneverdingen dar, auf der die Ausbildungsbetriebe Schneverdingens des folgenden Jahres aufgeführt sind. Anhand dieser Liste wählen die Schüler Betriebe aus, bei denen sie sich zunächst um ein freiwilliges Betriebspraktikum in den Ferien bewerben.
4. Viertägiges Kompaktseminar
Mitte Februar eines jeden Jahres fährt der komplette 9. Hauptschuljahrgang mit vier Lehrkräften, zwei Sozialpädagogen und der Beraterin der Bundesagentur für Arbeit zu einem viertägigen Kompaktseminar zum Jugendhof nach Idingen. Dort werden die Schüler in zwei Gruppen unterteilt. Die Schüler, die die Versetzung in den 10. Jahrgang anstreben, bereiten in Kleingruppen umfangreiche Power-Point-Präsentationen vor, in denen sie JOBwärts vorstellen. Diese präsentieren die Schüler nach den Osterferien den Achtklässlern der KGS nach dem Prinzip „von Schülern für Schüler, um diese auf deren kommendes JOBwärts-Jahr einzustimmen. In einer separaten Abendveranstaltung informieren diese Schüler auch die Erziehungsberechtigten der Achtklässler über das Projekt.
Die zweite Schülergruppe in Idingen bilden diejenigen, welche nach der 9. Klasse in Ausbildung gehen möchten. Diese Schüler bewerben sich im Vorfeld des Kompaktseminars bei einem Betrieb ihrer Wahl um einen Ausbildungsplatz.
In den ersten beiden Tagen des Kompaktseminars findet dann nochmals ein intensives Bewerbungstraining statt. Am dritten Tag des Seminars fahren die Lehrkräfte und die Sozialpädagogen die Schüler zu den Bewerbungsgesprächen in die Betriebe. Dort müssen sich die Jugendlichen dann in der Echtsituation bewähren und werden nach dem Bewerbungsgespräch wieder abgeholt. Jeder Betrieb erhält zudem einen kurzen Feedback-Bogen. Diese Rückmeldungen stellen die wesentliche Basis für die Arbeit mit den Schülern im zweiten...

Friedrich+ Schulleitung

Sie sind bereits Abonnent?

Jetzt anmelden und sofort lesen

Jetzt weiterlesen mit Friedrich+ Schulleitung!

  • Digitaler Vollzugriff auf die Inhalte der Zeitschriften Schule leiten oder Lernende Schule
  • Umfassendes Archiv mit über 550 Beiträgen für die Leitung und Weiterentwicklung Ihrer Schule, mit Checklisten, Bildmaterial, Methodenkarten, u. v. m.
  • Jährlich über 100 neue Beiträge, darunter umfassende Materialien für die schulinterne Fortbildung

30 Tage kostenlos testen

Mehr Informationen zu Friedrich+ Schulleitung

Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 8 / 2017

Übergänge – Mind the gap!

Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 8-10