Tanja Kölbel

Interkulturelle Begegnungen

Tanja Kölbel

Wie Schule Eltern wertschätzen und in Kontakt bringen kann

Schulen leben oftmals von einer kulturellen Vielfalt, die es wertzuschätzen gilt und deren Kräfte man wirksam werden lassen sollte. Dazu gehört es, dass Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen und Eltern immer wieder in regen Austausch treten. Darin liegt die Chance, neugierig, offen und verständnisvoll allen Kulturen, die in der Schulfamilie vertreten sind, zu begegnen, um sich gegenseitig zu bereichern und zugleich die eigene Identität zu bewahren.
So haben wir an unserer Schule zwei verschiedene Formen der interkulturellen Begegnung fest implementiert: Einmal jährlich gibt es den „Tag der interkulturellen Begegnung, der ähnlich wie die dreimal pro Schuljahr stattfindende „Stunde der interkulturellen Begegnung allen an der Schulfamilie Beteiligten die Möglichkeit bietet, sich in lockerer Atmosphäre auszutauschen und sich gegenseitig kulturell zu bereichern.
Tag der interkulturellen Begegnung
Wir beginnen mit einem Gottesdienst in den verschiedenen Kirchen bzw. der Moschee (manchmal nach Konfessionen getrennt, manchmal gemeinsam in einem der Gotteshäuser), indem wir die unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften im Sinne einer religionssensiblen Schule wertschätzen. Danach treffen sich alle Kinder, Lehrkräfte und Eltern in der Schule. Als Auftakt gibt es immer ein gemeinschaftsstiftendes Lied zur Begrüßung, wie z.B. „Wir sind Kinder einer Welt.
Für die Kinder sind Spielstationen aufgebaut, an denen typische Spiele aus den unterschiedlichen Herkunftsländern unserer Schülerinnen und Schüler ausprobiert werden können, ebenso erfreuen sich die Kinder an einem Länderquiz oder basteln Friedenstauben.
Die Eltern sorgen währenddessen für das leibliche Wohl mit kulinarischen Köstlichkeiten. So kommt die ganze Schulfamilie ungezwungen ins Gespräch, jeder nach seinem Geschmack und der gewünschten Intensität.
Stunde der interkulturellen Begegnung
An einem Unterrichtsvormittag werden für zwei Stunden alle interessierten Eltern eingeladen, um Fragen an die Schulleitung zu stellen und sich ähnlich wie in einem „Café der Welt miteinander auszutauschen. Zur Begrüßung bekommen alle Mütter und Väter eine Blume als Zeichen der Wertschätzung seitens der Schule. In lockerer Atmosphäre werden an Stehtischen Kaffee, Tee und Gebäck angeboten, so können die Eltern ungezwungen ins Gespräch kommen. Bekanntlich gesellen sich die Eltern einem Land oder einer Region gern zusammen. Dies ist auch bei unseren Treffen so und gibt mir als Schulleiterin sowie den deutschen Eltern die Chance, auf ausländischen Mitbürger zuzugehen und Kontakte zu knüpfen.
Nach einer ersten lockeren Phase treffen wir uns alle im Plenum, um bestimmte Themen zu erörtern jeder nach seiner sprachlichen Möglichkeit. Um diese zu erweitern, stellen wir auch Dolmetscher. Jede Stunde der interkulturellen Begegnung steht unter einem bestimmten Thema, wie z.B. „So begrüßen wir uns in unseren Ländern. Die unterschiedlichen Begrüßungsformeln werden dann von den Eltern vorgestellt und auf einem Plakat festgehalten, das einen Platz in der Aula findet. So freuen sich die Kinder, wenn sie „ihre Begrüßungsformeln aufgeschrieben sehen. In der Aula befindet sich auch eine Weltkarte, auf der die Herkunft der einzelnen Schüler markiert ist.
Weitere Themen wären z.B. „Feste und Feiern, „Kulinarische Besonderheiten, „Schulsystem, „Kulturelle Schätze
Wahrnehmung und Wertschätzung stehen bei diesen Treffen an oberster Stelle! Bei beiden Aktionen geht es darum, Unterschiede und Gemeinsamkeiten der unterschiedlichen Kulturen in der Schulfamilie wahrzunehmen und den Respekt vor dem Anderssein zu fördern, sowie Neugierde und Offenheit für andere Kulturen zu wecken.
Tanja Kölbel ist Rektorin der Grundschule an der Bräugasse in Neumarkt i.d.OPf.

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 9 / 2017

Eltern und Schule – Beziehungskiste

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