Christiane Hüttmann

Inklusion braucht Räume

Christiane Hüttmann

Ein Buch zum Bau geeigneter Lernumgebungen

Das Autorenteam Meike Kricke, Kersten Reich, Lea Schanz und Jochem Schneider stellen in Raum und Inklusion ihre Studie vor, die sich mit neuen Anforderungen an Schulbauten in inklusiv ausgerichteten Schulen beschäftigt. In sieben Kapiteln geben sie einen guten Überblick über verschiedene Regelwerke für den Schulbau, eine anschauliche Auswahl von verschiedensten Raummodellen und grundlegende pädagogische Konzepte für einen inklusiven Unterricht. An zwölf Referenzschulen im In- und Ausland wird gezeigt, wie unter unterschiedlichen Voraussetzungen mit den Anforderungen eines inklusiven Lernsettings in räumlicher und pädagogischer Hinsicht umgegangen wird.
Pädagogische Anforderungen an Räume
Das Autorenteam beschreibt die verschiedenen Ansätze zur Strukturierung von Lernräumen im Schulbau und zeigt Kriterien für wirksame Umsetzung von gemeinsamem inklusivem Unterricht.
Das Buch beschäftigt sich nicht vorrangig mit der Frage der Barrierefreiheit, sondern zeigt auf, welche Voraussetzungen für die Umsetzung eines inklusiven Unterrichts erforderlich sind. Es beschränkt sich dabei nicht nur auf die äußeren Bedingungen, sondern verknüpft diese mit pädagogischen Ansätzen.
Ausgehend vom Grundverständnis des gemeinsamen Lernens, wird aufgeführt, in welcher Art und Weise Veränderungen auch in der unterrichtlichen Arbeit mitgedacht werden. In Verbindung mit den Beispielschulen wird dies bei der Nutzung von Lernformaten deutlich, die geprägt sind durch einen didaktisch durchdachten Umgang mit den unterschiedlichen Voraussetzungen von Lernenden. Wie soll und kann Schulraum also inklusiv gedacht werden? Wie werden die Anforderungen an einen individualisierten Unterricht umgesetzt?
Das Buch stellt die Ergebnisse der Studie vor und betrachtet dabei besonders die Wechselwirkung von Raum und Inklusion. Ausgehend von drei Grundmodellen für Räume, erhalten die Leserinnen und Leser am Beispiel der Referenzschulen mit deren pädagogischen Konzepten einen Überblick über die Nutzung der Räume. Auch die besonderen Stärken und Qualitäten jeder Schule und ihrer spezifischen Herausforderungen und Stolperstellen werden dargestellt.
Wissenschaftlich fundierte Hypothesen über die Anforderungen an eine inklusiv gedachte Schule werden in jedem Beispiel zur Analyse herangezogen und als Kernfragen formuliert: Wie ist die Arbeit der Teams gestaltet? Gibt es einen Ganztagsbetrieb? Wenn ja, wie ist dieser gestaltet?
Beispiele für verschiedene Lernumgebungen
Die Leserinnen und Leser dieses Buches bekommen einen gelungenen Überblick über verschiedene Arten von Schulbauten am Beispiel der Referenzschulen. Dazu wird die pädagogische Perspektive informativ mitgedacht und beschrieben. Stärken werden genauso wie Entwicklungsmöglichkeiten dargestellt. Dabei wird deutlich, dass es nicht um die perfekte Schule geht, sondern vielmehr um die vielfältigen Möglichkeiten, mit den vorhandenen Gegebenheiten umzugehen. Einen Neubau so zu gestalten, dass er den zeitgemäßen pädagogischen Kriterien gerecht wird, ist sicher viel einfacher, als einen Altbau umzuändern. Das Buch macht durch viele Beispiele Mut, die Aspekte auszuwählen, die für die eigene Situation vor Ort hilfreich sind.
Raum und Inklusion ist empfehlenswert für Schulleitungen, weil sie den notwendigen Blick auf den Schulentwicklungsprozess haben sowie über Ressourcen bestimmen. Gedacht ist es überdies für diejenigen, die neue Schulbauten planen oder Gelder für Umbauten bereitstellen. Denn eines wird deutlich: Es braucht weiterhin flächendeckend Investitionen in den Schulbau und Unterstützung für die Entwicklung von geeignetem Lernraum.
Christiane Hüttmann ist Sachgebietsleiterinam Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) in Kiel.

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 16 / 2019

Eine für alle – Inklusive Schule

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