Julia Garhammer

Geförderte Partnerschaft

Julia Garhammer

Schulversuch „AKZENT Elternarbeit setzt Maßstäbe an Bayerns Schule

In früheren Zeiten bestand die Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus überwiegend darin, dass Lehrkräfte Eltern in Bildungs- und Erziehungsfragen, insbesondere bei Fehlverhalten von Schülern oder schwachen Leistungen, berieten. Der aktive Part wurde eindeutig der Schule zugeschrieben. Die Bildung junger Menschen zu selbstständigen und verantwortungsbewussten Persönlichkeiten setzt aber eine enge Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus voraus.
Mit der Einführung der „Eigenverantwortlichen Schule wurden 2013 in Bayern die rechtlichen Voraussetzungen für eine Stärkung der Eigenverantwortung der Schulen geschaffen und ihr Gestaltungsspielraum erhöht. Eltern sollen mit erweiterten Mitwirkungsrechten in den Prozess der Gestaltung von Schule und Schulentwicklung einbezogen und von schulischen Akteuren als Bildungs- und Erziehungspartner anerkannt werden. Der Ersatz des Begriffes „Elternarbeit durch „Bildungs- und Erziehungspartnerschaft ist dabei Ausdruck einer inhaltlichen Neubestimmung des Rollenverständnisses von Schule und Elternhaus.
Im Schulversuch „AKZENT Elternarbeit, der in den Jahren 2011 bis 2013 von der Stiftung Bildungspakt Bayern durchgeführt wurde, bestand die Hauptaufgabe darin, dieses veränderte Rollenverständnis exemplarisch an 17 Modellschulen zu gestalten und den vorhandenen Spielraum gezielt zu nutzen.
Jede Schulart und auch jeder Schulstandort hat spezifische Voraussetzungen und Bedingungen (unterschiedliche Einzugsgebiete, Schulprogramme, Schulprofile ). Diese Heterogenität der Schulen macht es erforderlich, dass das Konzept zur Bildungs- und Erziehungspartnerschaft von Schule und Elternhaus von jeder Schule bezogen auf die örtlichen Gegebenheiten eigenständig und eigenverantwortlich entwickelt wird.
Im Schulversuch wurden deshalb an den beteiligten Schulen aus den Schularten Grund-, Mittel-, Real-, Wirtschafts-, Fachoberschule und Gymnasium Instrumente einer „differenzierten Elternarbeit entwickelt und erprobt. Entstanden sind die „Leitlinien zur Gestaltung der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft von Schule und Elternhaus ein schulartübergreifender Orientierungsrahmen für die konzeptionelle Arbeit der einzelnen Schule in diesem Bereich der Schulentwicklung. Er gliedert sich in vier Handlungsfelder bzw. Qualitätsbereiche (s. Abb. 1 ).
Seit dem Schuljahr 2013/2014 sind alle Schulen in Bayern dazu aufgefordert, auf der Basis dieser Leitlinien ein eigenes, schulspezifisches Konzept zur Bildungs- und Erziehungspartnerschaft von Schule und Elternhaus zu entwickeln und umzusetzen. Sie werden dabei durch spezifisch qualifizierte „Ansprechpartner Kooperation Elternhaus Schule, kurz: „Ansprechpartner KESCH unterstützt, die den Schulen auf Regierungsbezirksebene als Berater und Moderatoren zur Verfügung stehen.
Exemplarisch werden im Folgenden drei Beispiele guter Praxis vorgestellt, die im Rahmen des Schulversuchs entwickelt wurden:
Qualitätsbereiche: Gemeinschaft, Kommunikation
1. Eltern online Kommunikation online (Grundschule)
Über ESIS, das „Elektronische Schüler Informations System, wird eine unkomplizierte und anlassunabhängige Kommunikation zwischen Eltern und Lehrkräften ermöglicht. Besondere Stärken des Systems liegen in der
  • Förderung des Informationsaustausches (z.B. „Wochenschau der Schulleitung),
  • Benutzerfreundlichkeit (Versand von Informationen als E-Mail oder via App),
  • Erleichterung von Verwaltungsabläufen (z.B. Buchung von Sprechzeiten, Krankmeldung, Vertretungsplan).
Qualitätsbereiche: Gemeinschaft, Kooperation, Mitsprache
2. Beauftragte(r) für die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft (Fachoberschule)
Für Kooperationsaufgaben zur Umsetzung des schulspezifischen Konzepts der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft wird ein Ansprechpartner aus dem Kollegium bestimmt, der sich auf diesem Gebiet weiterqualifiziert. Er koordiniert, plant und...

Friedrich+ Schulleitung

Sie sind bereits Abonnent?

Jetzt anmelden und sofort lesen

Jetzt weiterlesen mit Friedrich+ Schulleitung!

  • Digitaler Vollzugriff auf die Inhalte der Zeitschriften Schule leiten oder Lernende Schule
  • Umfassendes Archiv mit über 550 Beiträgen für die Leitung und Weiterentwicklung Ihrer Schule, mit Checklisten, Bildmaterial, Methodenkarten, u. v. m.
  • Jährlich über 100 neue Beiträge, darunter umfassende Materialien für die schulinterne Fortbildung

30 Tage kostenlos testen

Mehr Informationen zu Friedrich+ Schulleitung

Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 9 / 2017

Eltern und Schule – Beziehungskiste

Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 1-13